Binoculers Interviews

  • 04.03.2017
Kurzinterview mitBinoculers
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Binoculers - News
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Nadja und Daniel alias Binoculers im Gespräch.

CDstarts: Welcher Film oder welches Buch hat euch im Leben am meisten inspiriert und wie lautet die Geschichte dahinter?

Daniel: Der Roman „Solaris“ von Stanislaw Lem. Eine wirklich fantastische Geschichte großartig umgesetzt. Besonders faszinierend finde ich die Fremde und Uneindeutigkeit, die sich durch den ganzen Roman zieht.

Nadja: Der Film „Metropolis“ von Fritz Lang hat mich nachhaltig beeindruckt. Im Science-Fiction-Gewand wurde die zeitlose Thematik der Zweiklassengesellschaft für mich besonders greifbar.

CDstarts: Auf welchem Album eines anderen Künstlers hättet ihr gerne mitgespielt?

Nadja: „The Good The Bad And The Queen“. Aber da hätte es nichts mehr hinzuzufügen gegeben. Ich wäre aber gern dabei gewesen, als es produziert wurde, denn ich finde den Klang und die ganze Ästhetik des Albums einfach unglaublich gut.

CDstarts: Ist einer eurer Songs beim Publikum schon mal völlig anders angekommen, als ihr es erwartet habt? Welcher war es und was hat das mit euch gemacht?

Daniel: Es ist immer spannend, wenn wir die ersten Konzerte mit komplett neuen Songs spielen. Da merken wir oft erst, ob sie verstanden werden. Wenn das nicht der Fall ist, liegt irgendetwas Unschlüssiges zwischen uns und dem Publikum. Das kommt immer mal wieder vor. Meistens sind das dann die Songs, die wir nach einer Tour noch einmal überdenken, anders umsetzen oder die vielleicht sogar ganz verschwinden.

CDstarts: Gab es schon mal einen Moment, in dem ihr die Musik am liebsten hingeworfen hättet? Wann war das und was hat euch motiviert, es doch nicht zu tun?

Nadja: Einmal hatte ich einen extremen Moment, als ich auf Tour war. Es war in einer Zeit, in der ich sehr sehr viele Konzerte gespielt habe und ich glaube so etwas wie einen Burnout hatte. Ich habe einen gesamten Karton mit meinen Platten in einem Müllcontainer von Mc Donald’s auf einer Raststätte gelassen. Im Nachhinein war ich von diesem wahnsinnigen Wutanfall ziemlich beeindruckt.

CDstarts: Was war der übelste Job den ihr gemacht habt, um über die Runden zu kommen?

Nadja: Weihnachtsbäume aus Plastik auspacken, alle (gefühlten 10.000 Zweige pro Baum) einzeln sorgfältig auseinander zupfen - danach war schon der halbe Tag vorbei und es schwindelte mir von den Plastikdämpfen. Außerdem Kellnern in einem Musicaltheater und den eingebildeten Schauspielerinnen nebenbei die Bikinioberteile auf- und zuknoten.

CDstarts: Für welchen Spleen werft ihr privat am meisten Geld aus dem Fenster?

Daniel: Für Instrumente. Das ist wirklich ein Spleen. Ich habe schon fünf komplette Sonor Schlagzeuge aus den 60s. Und auch bei Effektgeräten, Mikrofonen etc. werde ich zu oft schwach.

CDstarts: Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdet ihr gerne mal im Riesenrad stecken bleiben wollen und warum?

Nadja: Ich wäre gern mit Ray Bradbury im Riesenrad steckengeblieben, und er hätte mir möglicherweise solange aus seinen Mars Chroniken vorgelesen.

CDstarts: Welche Platte würdet ihr unbedingt als Pflichtkauf empfehlen und was ist das Besondere an ihr?

Wir empfehlen uneingeschränkt das Album „Hot Dreams“ von Timber Timbre. Kitsch und Abtrünnigkeit liegen sehr nah beieinander und jeder Ton hat seinen perfekten Platz gefunden.

CDstarts: Welche Wünsche oder Ziele verbindet ihr mit eurem aktuellen Album?

Nadja: „Sun Sounds“ ist für uns ein weiterer Schritt. Wir haben uns mit diesem Album noch stärker zusammengefunden, es ist das erste richtige gemeinsame Album. Wir wünschen uns, dass dieses Gefühl der Gemeinsamkeit uns viele spannungsvolle Momente auf der Bühne schenkt und sich das auch auf das Publikum überträgt.

CDstarts: Gab es bei den Aufnahmen des Albums Missgeschicke, kleine Wunder oder große Tragödien?

Daniel: Es gab viele Momente, in denen wir einen Wahnsinns-Aufwand betrieben haben und uns am Ende des Tages sehr erschöpft und leer gefühlt haben, weil wir zu keinem Ergebnis kamen oder enttäuscht waren. Ein Wunder ist für uns, dass wir alles innerhalb eines Jahres geschafft haben und irgendwie den Zeitplan einhalten konnten. Vor jeder Deadline fühlte sich das eigentlich an wie eine Tragödie.

CDstarts: Wie lautet die Geschichte hinter dem „Sun Sounds“-Plattencover?

Das Plattencover zeigt die Landschaft des Ortes in dem wir sehr viel Zeit zum Komponieren und Schreiben verbracht haben. Wir sind da oft spazieren gegangen oder Fahrrad gefahren und haben da auch mit der Kamera herumexperimentiert. Es war nicht möglich, die Atmosphäre auf einem einzelnen Foto festzuhalten, nur eine Doppelbelichtung hat für uns irgendwie die Stimmung eingefangen, in der wir waren. So ist auch der Album Titel entstanden.

CDstarts: Auf welchen Song des „Sun Sounds“-Albums seid ihr besonders stolz und warum?

Die Songs gingen fast alle durch viele Phasen und haben sich im Laufe des Jahres stark entwickelt. Dadurch, dass wir sie zu zweit geschrieben haben, ist die Auswahl insgesamt sehr vielseitig und trägt mehr Brüche in sich als die bisherigen Binoculers-Alben. Auf die Gegensätze sind wir besonders stolz.

Bearbeitet von für CDstarts.de

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