Mia Aegerter Interviews

  • 25.05.2017
Kurzinterview mitMia Aegerter
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Mia Aegerter - News
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Die Schweizerin über ihr fünftes Album.

CDstarts: Welcher Film oder welches Buch hat dich im Leben am meisten inspiriert und wie lautet die Geschichte dahinter?

Mia Aegerter: Das Buch „Siddhartha“ von Herman Hesse hat mich vor vielen Jahren sehr geprägt. Ich habe das Buch in einer Zeit entdeckt, als ich vor Jahren mal schwer krank war und eine spirituelle Phase hatte. Ich bin damals täglich durch die Schweizer Wälder gestreift. Hesse war immer dabei.

CDstarts: Auf welchem Album eines anderen Künstlers hättest du gerne mitgespielt?

Mia Aegerter: Bei einem Duett mit Nick Cave würde ich nicht nein sagen.

CDstarts: Ist einer deiner Songs beim Publikum schon mal völlig anders angekommen, als du es erwartet hast? Welcher war es und was hat das mit dir gemacht?

Mia Aegerter: Beim Song „Mehr als Alles“, der auch auf dem Album ist, dachte neulich jemand, dass der Songtext von einer Liebesgeschichte handelt, was tatsächlich nicht meine Intension war. Da hab ich mich gefragt, ob ich zu allgemein war in meinem Storytelling. Aber vielleicht ist es auch gut, wenn jeder seine eigene Interpretation in einen Song legen kann.

CDstarts: Gab es schon mal einen Moment, in dem du die Musik am liebsten hingeworfen hättest? Wann war das und was hat dich motiviert, es doch nicht zu tun?

Mia Aegerter: Ich hab ständig solche Momente. Das Musikbusiness kann einen schon mal demotivieren. Und gerade bei diesem Album, habe ich oft gezweifelt. Die Songs auf „Nichts für Feiglinge“ klingen anders als die Nummern auf meinen vier Vorgängeralben. Sie sind melancholischer, ehrlicher, unkommerzieller. Ich habe mich gefragt, ob sich überhaupt jemand für meine neue musikalische Richtung interessiert. Es gab auch schon einen Punkt, wo ich das Album gar nicht mehr veröffentlichen wollte. Mein Partner Martin Fliegenschmidt hat mich motiviert, weiter zu machen. Er meinte: „Diese Songs müssen gehört werden“. Mit ihm zusammen habe ich schlussendlich das Album veröffentlicht, ohne großes Label im Rücken. Das ist eine sehr wertvolle und befreiende Erfahrung.

CDstarts: Was war der übelste Job den du gemacht hast, um über die Runden zu kommen?

Mia Aegerter: Eigentlich würde ich hier jetzt gerne eine lustige Antwort geben. Aber wenn ich ehrlich bin, konnte ich immer von meiner künstlerischen Arbeit leben. Was sicher auch daran liegt, dass ich mehrere Standbeine habe.

CDstarts: Für welchen Spleen wirfst du privat am meisten Geld aus dem Fenster?

Mia Aegerter: Ich bin ein wenig technophil und lebe in einer ständigen Hass-Liebe zu Apple Produkten. Von meiner inneren Einstellung her sollte ich stolze Besitzerin eines Fairphones sein. Stattdessen habe ich ein Iphone 7 und liebe die technischen Möglichkeiten, die intuitive Handhabung und das attraktive Design. Meine neuste Anschaffung, die weniger Gewissensbisse hervorruft und sehr viel Spaß macht, ist die Go-Pro-Kamera. Damit haben wir mein aktuelles Musikvideo zum Song „Liebe Linear“ gedreht.

CDstarts: Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne mal im Riesenrad stecken bleiben wollen und warum?

Mia Aegerter: Stephen Hawking. Ich würde gerne wissen, wie lange er der Erde noch gibt und was uns seiner Meinung nach größere Erkenntnis bringt: Astrophysik oder LSD? Könnte allerdings schwierig werden, den Rollstuhl auf das Riesenrad zu kriegen.

CDstarts: Welche Platte würdest du unbedingt als Pflichtkauf empfehlen und was ist das Besondere an ihr?

Mia Aegerter: Das Album „Metals von Feist! Ein sehr stimmiges und atmosphärisches Album. Ich liebe ihren melancholischen Indie Folk.

CDstarts: Welche Wünsche oder Ziele verbindest du mit dem „Nichts für Feiglinge“-Album?

Mia Aegerter: Ich will in erster Linie mit diesem Album ganz viel live spielen. Am 19. Mai hatte ich mit meiner neuen Band den ersten Gig in Berlin. Eine Tour durch Deutschland und der Schweiz soll im Herbst folgen. Ebenfalls arbeite ich gerade an einem Gedichtband in Zusammenarbeit mit dem Maler Andy Denzler. Das Büchlein wird aus Andys Gemälden und meinen Gedichten bestehen. Ein sehr inspirierendes, spannendes Projekt.

CDstarts: Gab es bei den Aufnahmen des „Nichts für Feiglinge“-Albums Missgeschicke, kleine Wunder oder große Tragödien?

Mia Aegerter: Das Album ist ganz langsam entstanden. Die Vocals habe ich selbst aufgenommen, in der Abstellkammer in meiner Wohnung. Meistens morgens um zwei, drei Uhr. Immer erst dann, wenn ich mich inspiriert und entspannt gefühlt habe. Es ging darum, Atmosphäre zu schaffen und wahrhaftig zu sein. Also nein, weder kleine Wunder noch Große Tragödien.

CDstarts: Wie lautet die Geschichte hinter dem Plattencover?

Das Plattencover-Foto hat der Schweizer Fotograf Fabio Gloor schon vor einiger Zeit geschossen. Eine gelungene Momentaufnahme, die sehr gut zur Melancholie und Direktheit der Platte passt. Die Rotwein-Malerei auf dem Cover und im Booklet hat meine Freundin/Managerin Lisa Lisarr gemacht.

CDstarts: Auf welchen Song des „Nichts für Feiglinge“-Albums bist du besonders stolz und warum?

Mia Aegerter: Ich mag „Schwarzer Fleck“ sehr gerne. Es war eine Herausforderung, das Thema Depression, auf poetische Art und Weise umzusetzen. Es ist auch der Song, für den ich am meisten Resonanz bekomme. Es ist schön, wenn Leute mir schreiben, dass sie sich mit dem Text identifizieren können.

Bearbeitet von für CDstarts.de

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