Hotel Bossa Nova Interviews

  • 17.06.2017
Kurzinterview mitHotel Bossa Nova
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Hotel Bossa Nova - News
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Liza und Alex von Hotel Bossa Nova im Blitzinterview.

CDstarts: Welcher Film oder welches Buch hat euch im Leben am meisten inspiriert und wie lautet die Geschichte dahinter?

Liza da Costa: Bei Film würde ich aktuell „Manchester By The Sea” nennen. Der Film hat mich total berührt. Die Geschichte des Films war lebensnah und emotional. Ich war froh, dass ich ihn in Origianalsprache gesehen hatte. In Deutschland werden ausländische Filme ja sychronisieret. Für mich ist es wichtig, was die Schauspieler im Original sagen und keine deutschen Schauspieler, die bestimmt in ihrer Arbeit super sind, aber nicht im Original am Set gespielt haben. Das Buch „Blackout” von Marc Elsberg hat mir sehr gefallen. Letztes Jahr hat die deutsche Regierung vorgeschlagen, doch bitte Vorräte im Keller anzulegen, im Falle einer Versorgungskrise. Sofort habe ich an „Blackout” denken müssen und wie schnell sich unsere geordnete, friedliebende Gesellschaft innerhalb von fünf Tagen in eine rücksichtlose, selbstverteidigende, plündernde Gesellschaft verwandelt. Es geht darin um einen europaweiten Stromausfall.

CDstarts: Auf welchem Album eines anderen Künstlers hättet ihr gerne mitgespielt?

Liza da Costa: Mein Lieblingsalbum war schon immer „Getz/Gilberto“ von Stan Getz, Joao Gilberto Featuring Antonio Carlos Jobim.

CDstarts: Ist einer eurer Songs beim Publikum schon mal völlig anders angekommen, als ihr es erwartet habt? Welcher war es und was hat das mit euch gemacht?

Liza da Costa: Es gibt einen Song, der ein wenig folkloristisch, fadoesk und wenig jazzig anmutet: „Tapete Escaldante” vom Album: „Bossanomia”. Wir spielen ihn live in unserem ersten Set des Programms und es gibt ihn auf auf unserem „Bossanomia”-Album. Obwohl meine Kollegen damals Bauchweh wegen der offensichtlichen Fado-Affinität des Songs hatten, ist er live der Hit. Die Leute mögen diese Dramatik. Als wir ihn im Studio aufgenommen haben, hatten wir nicht geglaubt, dass er im Konzert dermaßen gut ankommt.

CDstarts: Gab es schon mal einen Moment, in dem ihr die Musik am liebsten hingeworfen hättet? Wann war das und was hat euch motiviert, es doch nicht zu tun?

Liza da Costa: Wir machen schon seit vielen Jahren Musik. Es gibt immer wieder Rückschläge oder die Finanzen stimmen mal nicht. Dennoch gibt für uns Musiker immer wieder Möglichkeiten, Auftritte zu machen oder sich ein neues Projekt einfallen zu lassen. Wichtig ist dabei, flexibel zu reagieren. Ein schönes Bild: Hinfallen. Aufstehen. Sich schütteln. Weitermachen.

CDstarts: Was war der übelste Job den ihr gemacht habt, um über die Runden zu kommen?

Liza da Costa: Eigentlich nur als Hintergrundband bei irgendwelchen Empfängen zu spielen. Keiner hört dir zu, keiner nimmt dich war. Du bist wie ein Möbelstück.

CDstarts: Für welchen Spleen werft ihr privat am meisten Geld aus dem Fenster?

Alexander Sonntag: Für Gitarren, Effektgeräte, Studioequipment. Da gibt es kein Limit, was das Geldausgeben betrifft, leider…

CDstarts: Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdet ihr gerne mal im Riesenrad stecken bleiben wollen und warum?

Liza da Costa: Da gibt es momentan nur einen: Barack Obama. Er fehlt mir sehr.

CDstarts: Welche Platte würdet ihr unbedingt als Pflichtkauf empfehlen und was ist das Besondere an ihr?

Alexander Sonntag: Stan Getz „Apasionado”. Die Art, wie er mit den brasilianischen Einflüssen arrangiert und spielt. Rythmisch sowie kompositorisch und über allem der sehnsüchtige Saxophonsound, hat mich lange Zeit begleitet, wie ein Filmsoundtrack.

CDstarts: Welche Wünsche oder Ziele verbindet ihr mit eurem „Little Fish“-Album?

Liza da Costa: Wir hoffen, dass das Album vielen Leuten gefällt. Unsere Musik ist zwar im Jazz zuhause, hat aber auch viele Pop-Einflüsse (Bossa Nova). Unser Album ist eingängiger als die vorherigen.

CDstarts: Gab es bei den Aufnahmen des „Little Fish“-Albums Missgeschicke, kleine Wunder oder große Tragödien?

Alexander Sonntag: Im Refrain beim Song „Roupa Nova“ singt Liza einen falschen Ton, den wir aber beim Aufnehmen und Abmischen so oft gehört haben, dass er sich im nachhinein doch vermeintlich richtig anhört.

CDstarts: Wie lautet die Geschichte hinter dem Plattencover?

Liza da Costa: Das Plattencover ist von Davide Lopresti aus Genua. Er ist Unterwasserfotograf. Ich hatte eine Doku über eine kleine unbewohnte Insel im Pazifik zwischen Asien und den USA gesehen. Dort leben eigentlich nur Vögel. Aber anscheinend ist diese Insel voll mit Plastikmüll. Die Vögel essen es und können es nicht verdauen und sterben daran. Das ganze Plastik kommt aus Asien angeschwemmt. Natürlich essen es auch die Fische. Das Bild von Davide heißt im Original „School of Fish“. Es wirkt so Lebensfroh, wie diese Fische herumwirbeln. Es hat mich nachdenklich gemacht. Wir sind eventuell die letzte Generation, die noch Fisch essen darf. Vielleicht ist es uns bald verboten Fische zu essen, nicht nur weil wir sie schützen wollen, sondern auch weil sie ungesund sind.

CDstarts: Auf welchen Song des „Little Fish“-Albums seid ihr besonders stolz und warum?

Alex und Liza: Wir haben keinen Lieblingstitel. Uns gefallen alle Songs.

Bearbeitet von für CDstarts.de

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