Mr. Hurley & Die Pulveraffen Interviews

  • 02.09.2017
Kurzinterview mitMr. Hurley & Die Pulveraffen
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Mr. Hurley & Die Pulveraffen - News
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Die Piratenbande Mr. Hurley, Buckteeth Bannock und der einäugige Morgan im Gespräch.

CDstarts: Welcher Film oder welches Buch hat euch im Leben am meisten inspiriert und wie lautet die Geschichte dahinter?

Mr. Hurley: Mir fallen spontan die ganz großen ein. Unsere Mutter hat uns damals am Bett aus „Der kleine Hobbit“ vorgelesen. Außerdem bin ich seit klein auf großer „Star Wars“-Fan. Am meisten inspiriert hat mich aber wohl dann tatsächlich der erste „Fluch der Karibik“-Film. Ohne den Film würde ich vermutlich heute nicht meinen Lebensunterhalt in Piratenklamotten bestreiten.

Buckteeth Bannock: Mein Sparbuch. Ein Blick da rein hat mich motiviert, Rockstar zu werden. Okay, ernsthafte Antwort: Ich glaube, Michael Endes „Unendliche Geschichte“ und die beiden Astrid-Lindgren-Verfilmungen von „Ronja Räubertochter“ und „Mio, mein Mio“ haben mich ziemlich früh in die Fantasy-Schiene geschubst, was dann irgendwann bei den Piraten gegipfelt ist.

Morgan: Ich schaue weder Filme noch lese ich Bücher. Als Einäugiger bekomme ich davon immer nur die Hälfte mit.

CDstarts: Auf welchem Album eines anderen Künstlers hättet ihr gerne mitgespielt?

Morgan: Egal. Hauptsache, es ist Platin gegangen.

Buckteeth Bannock: Irgendwas von Weird Al Yankovic. In Sachen Humor und Akkordeonvirtuosität auf jeden Fall ein Idol.

Mr. Hurley: Aufgrund meiner laienhaften Fähigkeiten an meinem Instrument, hätte mich vermutlich niemand meiner Idole mitspielen lassen. Außer vielleicht die Punkrock-Ikonen von NOFX – da würden auch meine drei Akkorde reichen. Da wäre mir egal, welche Platte. Die sind alle großartig!

CDstarts: Ist einer eurer Songs beim Publikum schon mal völlig anders angekommen, als ihr es erwartet habt? Welcher war es und was hat das mit euch gemacht?

Morgan: Lustigerweise war das ausgerechnet unser Evergreen, „Blau wie das Meer“. Den hatten wir eigentlich nur als Lückenfüller konzipiert, als etwas, das man eben zum gemütlichen Feiern zwischendurch mal spielen kann. Was daraus jetzt geworden ist, ist glaube ich offensichtlich.

Buckteeth Bannock: Und natürlich „Klappe zu, Affe tot“. Erinnert sich noch wer an den Song? Eben.

CDstarts: Gab es schon mal einen Moment, in dem ihr die Musik am liebsten hingeworfen hättet? Wann war das und was hat euch motiviert, es doch nicht zu tun?

Buckteeth Bannock: Nein. Das war nie eine Option.

Mr. Hurley: Für uns ist es ja schon eine riesige Überraschung, dass wir überhaupt als Musiker arbeiten. Das war nie in der Form abzusehen, weil wir keine virtuosen Instrumentalisten sind, sondern Musik immer nur als Hobby gemacht haben. Und dass wir nun so da hinein gestolpert sind, ist so ein großes Glück, dass das jeden negativen Moment locker kompensiert.

CDstarts: Was war der übelste Job den ihr gemacht hast, um über die Runden zu kommen?

Morgan: Wir haben alle das große Glück, ziemlich früh mit der Musikerschiene Geld verdient zu haben. Viele andere Jobs hatten wir einfach generell nicht. Und neben der Musik und dem Studium ist einfach auch keine Zeit für mehr.

Buckteeth Bannock: Naja, als der älteste von uns, habe ich vorher schon noch Zeit für ein paar Gelegenheitsjobs und sogar einen richtigen Beruf gehabt. Der übelste war wohl Servicekraft in einer Cocktailbar, weil meine recht sparsamen Chefs sich immer wieder einfallen ließen, ich könnte doch auch noch die Jobs von anderen Bediensteten machen, wodurch sie deren Stellen einsparten. Nach zwei Wochen war ich zusätzlich Türsteher, nach noch zwei weiteren Wochen auch noch Reinigungskraft. Nach noch zwei Wochen hatten sich mich dann auch wegrationalisiert. Besagte Cocktailbar gibt es übrigens nicht mehr.

Mr. Hurley: Ich habe als junger Teenie ganz klassisch Werbeprospekte ausgetragen. Das war jetzt schon nicht so der Knaller. Alle Nebenjobs, die ich danach hatte, haben wir eigentlich immer große Freude bereitet. Das ging vom sozialen Bereich, bis hin zu Vorbereitungen von Vorträgen an der Uni.

CDstarts: Für welchen Spleen werft ihr privat am meisten Geld aus dem Fenster?

Morgan: Für die Unart, Dinge zu bezahlen. Raub wäre so viel günstiger.

Mr. Hurley: Ich gehe wahnsinnig gerne und so oft wie möglich mit lieben Menschen ins Restaurant. Ich finde, man kann sein Geld nicht besser investieren, als in leckeres Essen bei guter Gesellschaft!

Buckteeth Bannock: Rum. Das ist kein Witz, ich schätze guten (!) Rum tatsächlich sehr und erweitere meine Sammlung recht regelmäßig.

CDstarts: Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdet ihr gerne mal im Riesenrad stecken bleiben wollen und warum?

Mr. Hurley: Mit Buckteeth Bannock, dem einäugigen Morgan und/oder Pegleg Peggy. Da würde es garantiert nicht langweilig da oben.

Morgan: Mit Captain Blake. Das erklärt sich doch von selbst.

Buckteeth Bannock: Superman. Der kann fliegen und mich ergo schnell da wieder runterbringen. Ich habe nämlich höllische Höhenangst. Wie bin ich da überhaupt raufgekommen? Wurde ich entführt!? Was für eine Art Interview ist das hier???

CDstarts: Welche Platte würdet ihr unbedingt als Pflichtkauf empfehlen und was ist das Besondere an ihr?

Morgan: Eigentlich jede Käseplatte. Es gibt nichts, was Käse nicht besser machen würde.

Mr. Hurley: Die mecklenburgische Seenplatte soll ganz schön sein. Ich war aber selbst noch nicht da. Ist das mit der Karibik vergleichbar?

Buckteeth Bannock: „Tortuga“ als Vinyl. Die ist nämlich am teuersten.

CDstarts: Welche Wünsche oder Ziele verbindet ihr mit dem „Tortuga“-Album?

Buckteeth Bannock: Wünsche: Triple Platinum. Ziele: Dass die Leute genauso viel Spaß an der Platte haben, wie wir beim aufnehmen hatten (Gott, klingt das schnulzig). Ein hoher Charteinstieg wäre ein netter Bonus.

CDstarts: Gab es bei den Aufnahmen des „Tortuga“-Albums Missgeschicke, kleine Wunder oder große Tragödien?

Mr. Hurley: Wir wollten für zwei Songs unbedingt ein Cello mit dabeihaben. Wochenlang haben wir gemeinsam mit unserem Produzenten in allen möglichen Musikerkreisen rumgefragt, aber partout bis kurz vor Schluss niemanden gefunden, der das hätte einspielen können. Irgendwann habe ich dann mitten in der Nacht in der Kneipe einen Typen mit Cellokoffer gesehen und einfach mal angeschnackt. Es stellte sich heraus, dass derjenige ein Virtuose auf seinem Instrument und mehrfacher Musik-Preisträger ist und bereit war, für ein paar Stunden zum Einspielen im Studio vorbei zu kommen. Das war auf jeden Fall unverschämtes Glück.

CDstarts: Wie lautet die Geschichte hinter dem „Tortuga“-Cover?

Morgan: Die Geschichte hinter dem Plattencover ist dieselbe wie die unserer Band: Wir werfen einfach möglichst viele Piratenklischees in einen Topf und schauen, was dabei herumkommt.

Mr. Hurley: Etwas Interessantes zu unseren Artworks: Die Illustrationen stammen allesamt von uns selbst. Im Fall der aktuellen Platte komplett von Morgan.

CDstarts: Auf welchen Song dieses Albums seid ihr besonders stolz und warum?

Buckteeth Bannock: „Mit'n Schwert“. Da habe ich endlich mal die Gelegenheit, meine sensible Seite zu zeigen.

Mr. Hurley: „Ich Kanone Dich nicht leben“. Ein fünfminütiger Song, dessen einzige Berechtigung aus einem dämlichen Wortspiel als Titel entsteht.

Bearbeitet von für CDstarts.de

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