Alina Interviews

  • 13.10.2017
Kurzinterview mitAlina
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Alina - News
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„90s Diven Pop“ auf Deutsch mit autobiografischen Texten und modernen Sounds.

CDstarts.de: Wie war dein erster Kontakt zur Musik und was war der Auslöser, dass du entschieden hast, selbst Musik zu machen?

Alina: An den ersten Kontakt kann ich mich gar nicht erinnern – wahrscheinlich schon als Säugling. Ein Schlüsselerlebnis hatte ich jedoch als ca. Fünfjährige im Treppenhaus meiner Eltern. Als ich stundenlang wie in Trance meine Stimme mit erfundenen Melodien durch den Hall schickte und mir irgendwann eine ältere Nachbarin auf die Schulter tippte, mir einen Kinderriegel hin hielt und meinte: „Das hast du ganz toll gemacht.“ Da merkte ich wohl zum ersten Mal, dass meine Stimme Menschen bewegen kann.

CDstarts.de: Welches war das erste Album, das du von deinem eigenen Geld gekauft hast – und welches das letzte? Hast du die Käufe bereut oder warst du zufrieden?

Alina: Das erste war, glaube ich, Blümchen „Herzfrequenz“. Das letzte müsste mein eigenes, „Die Einzige“, gewesen sein – ich bereue keines davon ;)!

CDstarts.de: Gibt es für dich bestimmte Orte, die dich beim Musikmachen besonders inspirieren oder ist es dir egal, wo du Songs schreibst?

Alina: Tatsächlich habe ich die besten Ideen oft total unverhofft. Beim Wäsche zusammenlegen („Die Einzige“) oder in der U-Bahn („Immer wenn es weh tut“). Als würden die Geschichten lange in mir köcheln, um dann total zufällig raus zu ploppen.

CDstarts.de: Gibt es eine Art stilistisches Markenzeichen, mit dem du deine Musik beschreiben würdest?

Alina: „90s Diven Pop“ auf Deutsch mit autobiografischen Texten und modernen Sounds.

CDstarts.de: Spürst du eine Verantwortung, deinen Hörern gegenüber, auch politische Denkanstöße zu geben oder spielt Politik in deiner Musik keine Rolle?

Alina: Politik spielt eine Rolle, aber ich finde gerade erst heraus, welche sie bei mir musikalisch genau spielen soll. Als privater Mensch jedoch sind mir natürlich bestimmte Themen sehr wichtig.

CDstarts.de: Stell dir vor, ein echter Superstar würde einen deiner Songs covern. Wer sollte das sein und warum?

Alina: Puh schwere Frage... hmmm... ehrlich gesagt, würde ich mich über jeden Superstar freuen (grins).

CDstarts.de: In Zeiten von MP3, Streaming-Diensten und Downloads wirkt das klassische Album-Format, insbesondere in physischer Form (CD/Vinyl), wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten. Warum hältst du daran fest und wie stehst du generell zu den neuen Musikvertriebswegen?

Alina: Ich glaube an Alben, denn man kann auf keine andere Art eine eigene künstlerische Welt so gut erschaffen, wie auf einem zusammenhängenden Werk. Ich denke auch, dass das Album als Format nie ganz aussterben wird. Eigentlich sind die auf Streamingplattformen so beliebten Playlisten ein bisschen so wie Alben, denn hier geht es auch darum, unter einem Gefühl, einem Stil oder Anlass die passenden Songs zusammen zu stellen. Gerade als Newcomerin bin ich unglaublich dankbar, eine so umfangreiche „Langspielplatte“ gemacht haben zu dürfen – dadurch kann ich mich in meinen verschiedenen Facetten zeigen und die Leute können mich richtig kennen lernen. Abschließend halte ich es für unwahrscheinlich, dass das Album aussterben wird. Das eine schließt das andere nicht aus. Für mich sind neue Vertriebswege einfach noch mehr zusätzliche Optionen.

CDstarts.de: Woran misst du deinen Erfolg? Bedeuten dir persönlich Chart-Platzierungen etwas oder ist kommerzieller Erfolg kein Maßstab für deine Kunst?

Alina: Erfolg ist nicht messbar.

CDstarts.de: Erzähl uns etwas zur Entstehung deines „Die Einzige“-Albums: Wie lange hast du an den Songs geschrieben? Wie verliefen die Aufnahmen? Bist du glücklich mit dem Ergebnis oder würdest du am liebsten noch weiter an bestimmten Dingen feilen?

Alina: Das Album zu machen, hat vom ersten Song bis zum Masterband sechs Jahre gedauert und es steckt mein ganzes Leben drin. Manche Lieder haben zehn Minuten gebraucht – andere mehrere Monate bis Jahre. Die Aufnahmen haben wir letzten Sommer gemacht und ich bin froh, einige Songs mehrmals vorher live gespielt zu haben. Ich bin auf das Album mega-stolz und jeder Ton, sowie jedes Wort sitzen am richtigen Platz.

CDstarts.de: Erkläre uns bitte den Albumtitel und die Bedeutung des Cover-Artworks.

Alina: „Die Einzige“ beschreibt das Gefühl, sich mit etwas allein vorzukommen. Wenn ich ein Lied texte, dann immer aus dieser sehr innerlichen Perspektive, als ginge es nur mir damit so. Retrospektiv hat sich das als der rote Faden auf dem Album durchgezogen. Es beschreibt wie persönlich meine Musik ist und aus welcher Intimität sie geboren wird. Das Artwork ist ein spannender Gegensatz. „Die Einzige“ zeigt sich mit drei Gesichtern. Letztlich ist diese Widersprüchlichkeit ein Motiv, das sich durch das Album zieht. Ich bin „DIE Einzige“, DIE jedoch für immer alleine bleibt. Ich mag auch das leicht Ironische, das sich darin verbirgt und rosé ist eine unglaublich feminine Farbe. Die Tonalität des Albums ist sehr weiblich – wobei sie keinesfalls die Männer ausschließt!

CDstarts.de: Wie würdest du jemandem dein Album/deine Musik beschreiben, der dich und deine Musik bis jetzt nicht kennt?

Alina: Glamouröser deutscher Pop mit ehrlichen Texten und viel Stimme.

CDstarts.de: Schottest du dich zum Songschreiben von der Außenwelt ab oder lässt du aktuelle musikalische Trends an dich heran, die in dein Songwriting einfließen?

Alina: Ich liebe Musik und suche immer nach neuen Inspirationen. Neugierig zu bleiben und neben dem Altbewährten auch den Puls der Zeit zu spüren, ist mir sehr wichtig. Trends finde ich ultra-spannend und ich glaube offen zu sein, ist die Voraussetzung neue Erfahrungen zu machen, die zu Geschichten werden. Zurzeit bin ich z.B. Yung Hurn und dem Cloud Rap verfallen. Hipper geht’s wohl kaum. Wobei eine Prise Mariah der 90er-Jahre nie verkehrt ist und für mich eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration bleibt.

Bearbeitet von für CDstarts.de

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