Tim Kamrad Interviews

  • 24.02.2018
Kurzinterview mitTim Kamrad
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Tim Kamrad - News
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Wenn etwas bergab geht und nicht so gut läuft, wird es wieder besser: Es geht wieder aufwärts.

CDstarts.de: Wie war dein erster Kontakt zur Musik und was war der Auslöser, dass du entschieden hast, selbst Musik zu machen?

Tim Kamrad: Seitdem ich denken kann, hat mein Vater schon immer Musik gemacht, Gitarre gespielt und gesungen. Sobald ich auch nur konnte, habe ich dann nach jeder Gitarre im Haus gegriffen und so schnell mit dem Musizieren begonnen, wie es ging. Meine Idole waren dabei immer die Beatles – ich habe mir die Dokus ständig angesehen und immer gesagt: Sowas will ich auch machen.

CDstarts.de: Welches war das erste Album, das du von deinem eigenen Geld gekauft hast – und welches das letzte? Hast du die Käufe bereut oder warst du zufrieden?

Tim Kamrad: Das erste Album war „21st Century Breakdown“ von Green Day, was ich immer noch total gerne höre. Es hat zwar etwas gebraucht, bis ich’s wirklich gemocht habe, aber ich bereue es gar nicht! Justin Timberlakes „Man Of The Woods“ ist das letzte Album, das ich mir gekauft habe - und ich liebe es. Es ist total interessant produziert und hat viele tolle Elemente!

CDstarts.de: Gibt es für dich bestimmte Orte, die dich beim Musikmachen besonders inspirieren oder ist es dir egal, wo du Songs schreibst?

Tim Kamrad: Für mich ist es immer schön, neue Orte kennenzulernen. Das inspiriert mich total dazu neue Sachen auszuprobieren und führt letztlich zu neuen Ideen. Dabei geht es gar nicht um irgendetwas Konkretes – die Spannweite geht von neuen Städten oder Ländern bis einfach zu neuen Restaurants oder Bars.

CDstarts.de: Gibt es eine Art stilistisches Markenzeichen, mit dem du deine Musik beschreiben würdest?

Tim Kamrad: Ich würde da am liebsten zwei Elemente nennen: Zum einen die rhythmischen Kopfstimmenlinien und zum anderen die Gitarre, die mich immer beim Songwriting begleitet und so immer eingebunden wird. Das alles passiert aber eher unbewusst, ohne dass ich es wirklich plane.

CDstarts.de: Spürst du eine Verantwortung, deinen Hörern gegenüber, auch politische Denkanstöße zu geben oder spielt Politik in deiner Musik keine Rolle?

Tim Kamrad: Teils, teils: Zum einen denke ich, dass es wichtig ist, Menschen zum Denken zu bringen, seine Meinung zu sagen und ganz klar Stellung zu beziehen, wenn einem Dinge überhaupt nicht passen. Zum anderen möchte ich mich aus konkreter Politik heraushalten, weil ich zu wenig in dem Thema bin, um Statements abzugeben, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

CDstarts.de: Stell dir vor, ein echter Superstar würde einen deiner Songs covern. Wer sollte das sein und warum?

Tim Kamrad: Das Allergrößte wäre natürlich Paul McCartney, weil er mein größter Hero ist. Sehr interessant fände ich aber auch ein Cover von Bastille, weil die immer sehr weit vom Original weggehen und es mich interessieren würde, wie das dann klingen würde.

CDstarts.de: In Zeiten von MP3, Streaming-Diensten und Downloads wirkt das klassische Album-Format, insbesondere in physischer Form (CD/Vinyl), wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten. Warum hältst du daran fest und wie stehst du generell zu den neuen Musikvertriebswegen?

Tim Kamrad: Ich denke, dass es heutzutage am wichtigsten ist, viel Musik schnell zu releasen, um relevant zu bleiben bzw. es überhaupt zu werden. Das geht in Form vieler Singles, genauso aber in Form eines Albums mit vielen Tracks. Für mich ist das gerade am Anfang ein sehr wichtiger Schritt, weil ich mit einem Album besser zeigen kann, wer ich bin und was ich kann, als mit einer EP oder eben nur mit Singles. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, sofort damit zu beginnen, neue Musik zu schreiben, um wieder neue Seiten von mir zu zeigen.

CDstarts.de: Woran misst du deinen Erfolg? Bedeuten dir persönlich Chart-Platzierungen etwas oder ist kommerzieller Erfolg kein Maßstab für deine Kunst?

Tim Kamrad: Als Popkünstler komme ich nicht drumherum, meinen Erfolg eben auch an kommerziellen Maßstäben wie z.B. den Charts zu messen. Für mich geht’s da aber nicht darum, irgendeine Platzierung zu erreichen, sondern einfach darum, so vielen Menschen wie möglich meine Musik zu präsentieren. Je besser die Songs dann eben laufen, desto mehr Menschen hören sie. Für mich persönlich als Songwriter und Musiker ist es wichtig, sich immer weiterzuentwickeln, nie stehen zu bleiben und immer was Neues zu lernen.

CDstarts.de: Erzähl uns etwas zur Entstehung des „Down & Up“-Albums: Wie lange hast du an den Songs geschrieben? Wie verliefen die Aufnahmen? Bist du glücklich mit dem Ergebnis oder würdest du am liebsten noch weiter an bestimmten Dingen feilen?

Tim Kamrad: Die ersten Ideen für Songs vom Album gab es schon ziemlich lange - bestimmt ein Jahr (wenn nicht sogar mehr) vor der Fertigstellung. Irgendwann haben wir dann ein paar dieser Ideen genommen und haben begonnen, die ersten Songs wirklich zu produzieren. Dabei gab es noch nicht den Gedanken, wie das Album klingen oder heißen soll, sondern wir haben einfach gemacht, was wir intuitiv gut fanden. Daraus entstanden dann neue Ideen, ich habe neue Songs geschrieben und habe irgendwie einen Stil gefunden, den ich songwriting- und produktionstechnisch für dieses Album passend finde. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, mit denen ich Songs geschrieben und produziert habe, und bin total stolz auf das Ergebnis. Dementsprechend bin ich sehr froh, dass es nun fertig ist und angehört werden kann. So kann ich schonmal überlegen, wie es denn weitergehen soll.

CDstarts.de: Erkläre uns bitte den Albumtitel und die Bedeutung des Cover-Artworks.

Tim Kamrad: Das Album heißt „Down & Up“, weil ich diesen Slogan als ganz passend für die Songs und auch für mein Leben zur Zeit der Entstehung finde. Ab dem Zeitpunkt, an dem ich mich entschieden habe, professionell Musik zu machen, gab es ständig Auf- und Abs: Es gab viele schöne Erlebnisse, aber eben auch viel Gegenwind. Mein Gedanke war – und ist – aber immer: Wenn etwas bergab geht und nicht so gut läuft, wird es wieder besser: Es geht wieder aufwärts - „Down & Up“. Aus diesem Grund ist das Album letztlich eine Mischung aus verschiedenen Stimmungen, die sich unter dieser Überschrift gut zusammenführen. Das Albumcover zeigt mich vor einem Aufzug und soll eben genau diese Reise darstellen: Ich stehe vor dem Aufzug und sobald ich reingehe geht es los – es geht immer wieder hoch und runter, bis man dort ankommt, wo man hinmöchte.

CDstarts.de: Wie würdest du jemandem dein Album/deine Musik beschreiben, der dich und deine Musik bis jetzt nicht kennt?

Tim Kamrad: „Down & Up“ ist die perfekte Möglichkeit, mich als Mensch und Musiker kennenzulernen. Inhaltlich lernt man viel über Geschichten und Eindrücke aus meinem Leben. Das geschieht nicht nur aus meiner Sicht, sondern auch aus dem Blickwinkel anderer Leute aus meinem Umfeld heraus. Musikalisch ist es ein Pop-Album, das meinen Ursprung mit meinem aktuellen Geschmack zusammenführt: Moderne Sounds treffen auf bluesige, funkige Lines und vermischen sich so zu meinem Sound.

CDstarts.de: Schottest du dich zum Songschreiben von der Außenwelt ab oder lässt du aktuelle musikalische Trends an dich heran, die in dein Songwriting einfließen?

Tim Kamrad: Ich lasse Trends auf jeden Fall mit einfließen. Das geschieht aber eher unbewusst, weil ich eben auch Fan aktueller Popmusik bin. Ich finde es ist immer gut zu wissen, was andere denn machen – das kann sehr inspirierend sein, kann einem aber auch zeigen wo man nicht hinmöchte. Meistens führt das dazu, dass etwas entsteht, worauf ich sonst nie gekommen wäre. Dementsprechend ist das in meinen Augen ein sehr wichtiger Teil der musikalischen Weiterentwicklung.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Moritz Maibaum

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