Bell Book & Candle Interviews

  • 08.03.2018
Kurzinterview mitBell Book & Candle
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Bell Book & Candle - News
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Sängerin Jana Groß über das neue „Wie wir sind“-Album und mehr.

CDstarts.de: Wie war euer erster Kontakt zur Musik und was war der Auslöser, dass ihr entschieden habt, selbst Musik zu machen?

Jana Groß: Andy (Andreas Birr - die Red.) und Henne (Hendrik Röder - die Red.) sind Kinder von Musikervätern und hatten deshalb den Rückhalt in der Familie, einen so freien, aber unsicheren Beruf ausüben zu können. Sie haben früh gelernt, Instrumente spielen zu können und an der Hans-Eisler Hochschule bzw. Händel HS in Halle auch Musik studiert. Ich habe mit dem Singen erst im Alter von 25 Jahren angefangen, da ich unbedingt mit meinen beiden besten Freunden eine Band gründen wollte. Seit Kindertagen habe ich Texte und Geschichten geschrieben und mein Umfeld mit meinen leidenschaftlichen Gesangsdarbietungen genervt.

CDstarts.de: Welches war das erste Album, das ihr von eurem eigenen Geld gekauft habt ä und welches das letzte? Habt ihr die Käufe bereut oder wart ihr zufrieden?

Jana Groß: Andys erstes Album: Status Quo „Live”. Sehr cool! Letztes Album: Sweet „Greatest Hits“. Eine unglaubliche Zeitreise mit einer großartigen Band! Hennes erstes Album: AC/DC „Highway To Hell. Sehr zufrieden! Letztes Album: Modern Talking „Hits“. Erworben, da er als Bassist für einige Konzerte live dort ausgeholfen hat. Mein erstes Album: Manfred Krug „Ein Hauch von Frühling“. Sehr feine Songs! Letztes Album: KarnivoolAsymmetry“. Habe diese Band live gesehen und war völlig überwältigt,

CDstarts.de: Gibt es für euch bestimmte Orte, die euch beim Musikmachen besonders inspirieren oder ist es euch egal, wo ihr Songs schreibt?

Jana Groß: Andy fängt die Kompositionen meist und am liebsten in seiner Küche an. Ich sitze am liebsten in meinem Schrank und höre diese dann gern mega-laut zum Texten. Wenn mir aber Zeilen zufallen, dann ist das eher eine Sammelarbeit und wird dann im Schrank zusammengesetzt. Der Schrank besteht aus Computer, Schreibkram und vielen Fotos ringsum und lässt sich nach der Arbeit schließen.

CDstarts.de: Gibt es eine Art stilistisches Markenzeichen, mit dem ihr eure Musik beschreiben würdet?

Jana Groß: Wir stehen alle unheimlich auf schöne Hooklines, die gut nachvollziehbar sind. Und der Inhalt sollte der Komposition nicht nachstehen. Beim Texten deutschsprachiger Songs folgte in unserer Arbeitsweise hier erstmals die Form dem Inhalt - und das bei vier Songs des neuen Albums.

CDstarts.de: Spürt ihr eine Verantwortung, euren Hörern gegenüber, auch politische Denkanstöße zu geben oder spielt Politik in eurer Musik keine Rolle?

Jana Groß: Politik ist für uns, sich anderen Menschen gegenüber respektvoll und mitfühlend zu verhalten. Das kann man natürlich aufs große Ganze beziehen - Denkanstöße kann dennoch jeder gern selbst in unserer Musik finden. Der neue Song „Woran glauben wir“ beschäftigt sich auch offensichtlich mit den Gedanken zum Tagesgeschehen und unserem Bemühen um Antworten.

CDstarts.de: Stellt euch vor, ein echter Superstar würde einen eurer Songs covern. Wer sollte das sein und warum?

Jana Groß: Das könnte vielleicht Lady Gaga sein, die sich „Rescue me“ annimmt - da gäbe es dann sicher eine sehr coole tanzbare Version und eine von ihr am Klavier gespielte Balladenversion. Sie ist einfach vielfältig und großartig!

CDstarts.de: In Zeiten von MP3, Streaming-Diensten und Downloads wirkt das klassische Album-Format, insbesondere in physischer Form (CD/Vinyl), wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten. Warum haltet ihr daran fest und wie steht ihr generell zu den neuen Musikvertriebswegen?

Jana Groß: Wir versuchen, alle Wege zu nutzen, um unsere Musik zu verbreiten - warum sollten wir Menschen ausschließen, die vielleicht eher weniger in der Lage sind, zu streamen? Ich kenne mich damit auch nicht aus und möchte auch nicht alles wissen und behalten müssen. Wir sind außerdem ganz klar Fans von Hardware, die man durchlesen und überhaupt betrachten kann.

CDstarts.de: Woran messt ihr euren Erfolg? Bedeuten euch persönlich Chart-Platzierungen etwas oder ist kommerzieller Erfolg kein Maßstab für eure Kunst?

Jana Groß: Der kommerzielle Erfolg bedeutet, dass Menschen vermehrt in unsere Konzerte kommen. Dazu nutzen wir auch alle Medien. Wir sind durch den großen Erfolg im Zuge von „Rescue me“ (der Song aus dem Jahr 1997 eroberte den dritten Platz der deutschen Charts und erhielt eine Platin-Auszeichnung - die Red.) ganz gut in der Lage, einschätzen zu können, was damit verknüpft sein kann. Wir haben durch die Jahre gelernt, zufrieden zu sein mit einer Art von Kontinuität und Struktur. Das ist auch für unsere Kunst nicht ganz unwichtig. Wir sind gern zusammen und natürlich in erster Linie auf der Bühne. Das haben wir nie vernachlässigt.

CDstarts.de: Erzählt uns etwas zur Entstehung des „Wie wir sind“-Albums: Wie lange habt ihr an den Songs geschrieben? Wie verliefen die Aufnahmen? Seid ihr glücklich mit dem Ergebnis oder würdet ihr am liebsten noch weiter an bestimmten Dingen feilen?

Jana Groß: Wir sind absolut glücklich mit dem Album! Wir sind dankbar für die Aufmerksamkeit, die uns zuteilwird - durch unsere Produzenten Ingo Politz und Lukas Schaaf, wie auch durch unser Label Airforce1, die von Beginn der ersten Demos an auf die Songs standen, uns in jeglicher Hinsicht freie Hand ließen und uns so unglaublich unterstützen. Die Songs entstanden im Laufe eines Jahres, und wurden dann in Vierer-Blöcken im Studio von Beng-Music nochmal eingespielt, eingesungen und gemixt.

CDstarts.de: Erklärt uns bitte den Albumtitel und die Bedeutung des Cover-Artworks.

Jana Groß: Der Titel „Wie wir sind“ bezeichnet unser Leben miteinander und der Musik. Was die Zeit und dieser Weg mit uns gemacht haben. Wo wir heute stehen, ist es gut! Die Gestaltung des Covers ist eine Kombination aus unser aller Lieblingsfoto vorn, das unsere Freundin Karoline Schmitt-Glaeser gemacht hat, dem hinteren Foto, wie auch dem Booklet, welches von Denise van Deesen geschossen wurden und die unsere Arbeit im Studio widerspiegeln. Schwarz-weiß lässt eigene Gedanken zu und gibt den Songs eine gute Grund-Leinwand.

CDstarts.de: Wie würdet ihr jemandem euer Album/eure Musik beschreiben, der euch und eure Musik bis jetzt nicht kennt?

Jana Groß: Man kann sich ganz klar berühren lassen und dennoch Songs finden, zu denen man tanzen kann. Es ist auf jeden Fall Popmusik, aber nicht gleichbedeutend mit stumpf!

CDstarts.de: Schottet ihr euch zum Songschreiben von der Außenwelt ab oder lasst ihr aktuelle musikalische Trends an euch heran, die in euer Songwriting einfließen?

Jana Groß: Die Trends zu erspüren bzw. zu kennen, ist die Aufgabe unserer Produzenten. Wir drei schreiben aus dem Gefühl, dem Bauch heraus und so erkennen wir, ob in der Verbindung Gesang-Gitarre-Bass ein guter Song entstanden ist.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Denise Van Deesen

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