Alexander Knappe Interviews

  • 19.04.2018
Kurzinterview mitAlexander Knappe
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Alexander Knappe - News
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Musik schreiben ist, wie wenn man ein Puzzle legt.

CDstarts.de: Wie war dein erster Kontakt zur Musik und was war der Auslöser, dass du entschieden hast, selbst Musik zu machen?

Alexander Knappe: Das erste Mal bewusst gesungen habe ich im Fanblock meines Lieblingsclubs, des FC Energie Cottbus! Es muss so 2001 gewesen sein. Später habe ich auf Trainingslagern bei Hertha BSC gesungen.

CDstarts.de: Welches war das erste Album, das du von deinem eigenen Geld gekauft hast - und welches das letzte? Hast du die Käufe bereut oder warst du zufrieden?

Alexander Knappe: Das erste: Michael Jackson - „Dangerous“ (mit der Single „Black Or White“). Das letzte: Clueso - „Neuanfang“.

CDstarts.de: Gibt es für dich bestimmte Orte, die dich beim Musikmachen besonders inspirieren oder ist es dir egal, wo du Songs schreibst?

Alexander Knappe: Am liebsten schreibe ich im Zug. „Ohne Chaos keine Lieder“ ist größtenteils zwischen Meer und Platte entstanden. Von Hamburg über Berlin bis in meine Heimat Cottbus.

CDstarts.de: Gibt es eine Art stilistisches Markenzeichen, mit dem du deine Musik beschreiben würdest?

Alexander Knappe: Ich glaube, die ruhigen, emotionalen Songs sind meine Stärke. Ehrliche Lieder mit einer kleinen Geschichte dahinter.

CDstarts.de: Spürst du eine Verantwortung, deinen Hörern gegenüber, auch politische Denkanstöße zu geben oder spielt Politik in deiner Musik keine Rolle?

Alexander Knappe: Der Gedanke kommt immer öfter. Aber noch habe keinen wirklich politischen Song auf meinen Platten platziert. Aber spätesten seit dem Echo und seiner fragwürdigen Positionierung der beiden Hohlköpfe Farid Bang & Kollegah habe ich darüber nachgedacht, meine Echos zurückzugeben. 😉

CDstarts.de: Stell dir vor, ein echter Superstar würde einen deiner Songs covern. Wer sollte das sein und warum?

Alexander Knappe: Herbert Grönemeyer.

CDstarts.de: In Zeiten von MP3, Streaming-Diensten und Downloads wirkt das klassische Album-Format, insbesondere in physischer Form (CD/Vinyl), wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten. Warum hältst du daran fest und wie stehst du generell zu den neuen Musikvertriebswegen?

Alexander Knappe: Ich gehöre noch zu der Generation, die mit der CD aufgewachsen ist. Das Gefühl, eine neue Platte in der Hand zu halten, sie aufzumachen, daran zu riechen, das Booklet zu lesen… quasi Musik in 4D, ist doch mega. Aber hey, so ist das. Man muss mit der Zeit gehen.

CDstarts.de: Woran misst du deinen Erfolg? Bedeuten dir persönlich Chart-Platzierungen etwas oder ist kommerzieller Erfolg kein Maßstab für deine Kunst?

Alexander Knappe: Es ist eine Mischung aus beidem. Am Anfang ist es ein Hobby, dann fängst du an, davon zu leben und irgendwann sagst du ‚alles oder nichts‘. Aber die Wahrheit ist auch, ich schreibe keinen Song, weil ich ihn schreiben muss. Ich mache das nicht wegen des Geldes. Dieses Gefühl, wenn du einen Song fertig geschrieben hast, ist unbezahlbar. Für kein Geld der Welt würde ich das eintauschen.

CDstarts.de: Erzähl uns etwas zur Entstehung des neuen Albums „Ohne Chaos keine Lieder“: Wie lange hast du an den Songs geschrieben? Wie verliefen die Aufnahmen? Bist du glücklich mit dem Ergebnis oder würdest du am liebsten noch weiter an bestimmten Dingen feilen?

Alexander Knappe: Es ist für mich das aufwendigste, langwierigste Album in seiner ganzen Entstehung. Orchesteraufnahmen, Kinderchöre, Bläser, lange Schreibphasen. Ich wollte den nächsten Schritt machen. Momentan kann ich die Platte aber nicht mehr hören. Aber das ist normal nach vier Jahren! Ich glaube, man schafft es nie wirklich, die 100% zu erreichen, die man im Kopf hat. Ich hatte eine Idee, wie die Platte klingen soll. Ich würde sagen, wir liegen bei 80 Prozent.

CDstarts.de: Erkläre uns bitte den Albumtitel und die Bedeutung des Cover-Artworks von „Ohne Chaos keine Lieder“.

Alexander Knappe: Während der ersten Schreibphase zur Platte habe ich mein Handy verloren. Das Problem war nur, dass ich kein Update gemacht hatte. Für mich ist in diesem Moment eine Welt zusammengebrochen. Alle Aufnahmen, alle Texte die ich gesammelt hatte, waren weg. Am Abend desselben Tages kam mir die Zeile „Ohne Chaos keine Lieder“ in den Kopf. Ich fuhr ins Studio zu meinem Produzenten Kai Oliver Krug und wir schrieben in zwei Stunden den Titelsong zur Platte.

CDstarts.de: Schottest du dich zum Songschreiben von der Außenwelt ab oder lässt du aktuelle musikalische Trends an dich heran, die in dein Songwriting einfließen?

Alexander Knappe: Beides. Am Anfang einer Platte hört man viel Musik von früher, aktuelle Mucke. Musik machen, Musik schreiben ist, wie wenn man ein Puzzle legt. Es fügt sich alles langsam zusammen. Es gibt Songs, die entstehen sehr schnell. Aber es gibt auch Songs, die brauchen mehrere Jahre.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Jacob Ruben Fees

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