Honig Interviews

  • 05.08.2018
Kurzinterview mitHonig
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Honig - News
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Deutlich eher nach innen als nach außen gewandt.

CDstarts.de: Wie war euer erster Kontakt zur Musik und was war der Auslöser, dass ihr entschieden habt, selbst Musik zu machen?

Stefan Honig: Mit 16 waren Bands wie Sepultura, Biohazard oder Life Of Agony das Größte für uns. Sowas wollten wir auch.

CDstarts.de: Welches war das erste Album, das ihr von eurem eigenen Geld gekauft habt – und welches das letzte? Habt ihr die Käufe bereut oder wart ihr zufrieden?

Stefan Honig: Das erste Album war Savatages „Streets (A Rock Opera)“. Fürchterlich cheezy Heavy Rock, aber immer noch irgendwie geil, auch wenn ich das jetzt höre - alle vier Jahre mal. Letztes Album war Sam Skinner „Danny Through Junior“. Nicht bereut!

CDstarts.de: Gibt es für euch bestimmte Orte, die euch beim Musik machen besonders inspirieren oder ist es euch egal, wo ihr Songs schreibt?

Stefan Honig: Am besten raus aus dem Alltag. Ein Haus mieten und dort mit der ganzen Band drin wohnen. Zusammen frühstücken und dann spielen bis es Abendessen gibt. Das Ganze für ‘ne Woche und dann fängt es an zu fließen.

CDstarts.de: Gibt es eine Art stilistisches Markenzeichen, mit dem ihr eure Musik beschreiben würdet?

Stefan Honig: Nö.

CDstarts.de: Spürt ihr eine Verantwortung, euren Hörern gegenüber, auch politische Denkanstöße zu geben oder spielt Politik in eurer Musik keine Rolle?

Stefan Honig: Ich finde es wird immer schwieriger politisch neutral zu agieren, bei dem wie sich das Weltgeschehen so entwickelt. In den Texten steckt da schon eine Menge drin, aber nicht wirklich plakativ. Auf Konzerten sage ich auch gerne schonmal was in die Richtung. Hab da immer noch Angst, mich wie ein Vollidiot anzuhören. Aber es wird besser.

CDstarts.de: Stellt euch vor, ein echter Superstar würde einen eurer Songs covern. Wer sollte das sein und warum?

Stefan Honig: Also bei Justin Vernon würde ich mich schon freuen. Oder wenn Tool mal einen Honig-Song covern würden!!

CDstarts.de: In Zeiten von MP3, Streaming-Diensten und Downloads wirkt das klassische Album-Format, insbesondere in physischer Form (CD/Vinyl), wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten. Warum haltet ihr daran fest und wie steht ihr generell zu den neuen Musikvertriebswegen?

Stefan Honig: Ich finde es toll, dass man sich alles direkt anhören kann. Ich selber entdecke dadurch viele Künstler, an die ich sonst nie rangekommen wäre. Aber die Platte ersetzt das für mich nicht. Wenn ich ein Album super finde, dann kauf ich es mir auch. Den Leuten, die das genauso sehen, möchte ich unsere Musik unbedingt auch so anbieten können. Deswegen steckt auch diesmal wieder viel Arbeit im Design der physischen Tonträger.

CDstarts.de: Woran messt ihr euren Erfolg? Bedeuten euch persönlich Chart-Platzierungen etwas oder ist kommerzieller Erfolg kein Maßstab für eure Kunst?

Stefan Honig: Erfolg sind tolle Konzerte, mit dem neuen Album zufrieden sein, positives Feedback in jeglicher Form, auf Festivals spielen, die man gerne hat, immer noch eine Band sein zu dürfen usw. Wir schicken bestimmt kein Geld zurück, das wir mit der Musik verdienen, aber ausschlaggebend ist das nicht. Sonst gäbe es die neue Platte wahrscheinlich auch gar nicht.

CDstarts.de: Erzählt uns etwas zur Entstehung des neuen „The Last Thing The World Needs“-Albums: Wie lange habt ihr an den Songs geschrieben? Wie verliefen die Aufnahmen? Seid ihr glücklich mit dem Ergebnis oder würdet ihr am liebsten noch weiter an bestimmten Dingen feilen?

Stefan Honig: Zwei Jahre Songwriting, acht Tage live im Studio die Basis der Songs aufgenommen, weitere acht Tage Overdubs und dann viele Kleinigkeiten in der Postproduktion. Es ist immer schwierig, nach so intensiver Arbeit mit den Stücken den Absprung zu finden, aber ich glaube, wir sind grade alle immer noch sehr glücklich mit dem Ergebnis!

CDstarts.de: Erklärt uns bitte den Albumtitel und die Bedeutung des Cover-Artworks.

Stefan Honig: Das Album heißt „The Last Thing The World Needs“. Das soll in erster Linie auf die Frage abzielen: Was braucht die Welt jetzt? Es ist die Frage nach persönlichen, aber auch globalen Prioritäten und wie sich diese verschieben. Es geht um den aktuellen Zustand der Welt, aber auch um Veränderungen und Entwicklungen im ganz kleinen, persönlichen Bereich und wie wir uns den daraus entstehenden Aufgaben stellen. Es geht um Demut und dass man zurecht Stolz auf etwas sein kann, das man geschaffen hat, ohne aus dem Auge zu verlieren, wie klein und unwichtig das im Großen und Ganzen ist. Und, dass diese Erkenntnis das Geschaffene auch keineswegs abwertet.

CDstarts.de: Wie würdet ihr jemandem euer Album/eure Musik beschreiben, der euch und eure Musik bis jetzt nicht kennt?

Stefan Honig: Da verzweifle ich jedes Mal dran. Einfach vorspielen!! (wie Biohazard klingt es jedenfalls nicht mehr!

CDstarts.de: Schottet ihr euch zum Songschreiben von der Außenwelt ab oder lasst ihr aktuelle musikalische Trends an euch heran, die in euer Songwriting einfließen?

Stefan Honig: Ich glaube, unser Blick ist da deutlich eher nach innen als nach außen gewandt.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Haldern Pop

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