1000 Gram Interviews

  • 16.08.2018
Kurzinterview mit1000 Gram
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1000 Gram - News
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1000 Gram, vertreten durch Moritz Lieberkühn (Gesang, Gitarre) und Alexander Simm (Gitarre) im Blitz-Interview.

CDstarts.de: Wie war euer erster Kontakt zur Musik und was war der Auslöser, dass ihr entschieden habt, selbst Musik zu machen?

Moritz Lieberkühn: Mein Bruder gab mir als ich 13 war ein Mixtape mit dem Titel „This Ain't Bullshit” - darauf fanden sich Bands wie Fugazi, Descendents, Eleventh Dream Day, Dinosaur Jr., Nirvana, etc. Dieses Tape ließ sehr schnell in mir das Gefühl entstehen, so was auch machen zu müssen.

Alexander Simm: Als Vierjähriger tanzte ich zu den John-Lee-Hooker-Kassetten meiner Eltern. Doch leider hat das keine musikalischen Spuren bei mir hinterlassen, bis ich als Zwölfjähriger durch die Zimmertür meiner älteren Schwester Sonic Youths „Dirty Boots” hörte. Ich began etwa zur selben Zeit Gitarre zu spielen und diese Klangästhetik blieb an mir haften.

CDstarts.de: Welches war das erste Album, das ihr von eurem eigenen Geld gekauft habt – und welches das letzte? Habt ihr die Käufe bereut oder wart ihr zufrieden?

Moritz: Die erste Platte, die ich mir selbst kaufte, war von Ben E. King. Ich war um die fünf Jahre alt, und es muss was mit dem Film „Stand By Me” zu tun gehabt haben, jedenfalls war ich sehr zufrieden. Die letzte Platte war „I Used To Spent So Much Time Alone” von Chastity Belt - eine riesige Platte von einer glorreichen Band!

Alex: Das erste Album, das ich mir selbst gekauft habe, war „Deaf Dumb Blind” von einer beschissenen schwedischen Metal-Band namens Clawfinger. Das letzte Album, das ich gekauft habe, war „Irgend Was Immer” von Britta, einer deutschen Band um Frontfrau Christiane Rösinger. Ich habe übrigens noch nie einen Albumkauf bereut, auch wenn die Musik Schrott war.

CDstarts.de: Gibt es für euch bestimmte Orte, die euch beim Musikmachen besonders inspirieren oder ist es euch egal, wo ihr Songs schreibt?

Moritz: Bei Muttern in der Wanne.

CDstarts.de: Gibt es eine Art stilistisches Markenzeichen, mit dem ihr eure Musik beschreiben würdet?

Moritz: Mit Blick aufs gängige Indie-Missverständnis wäre das „Anti-Indie”.

Alex: Ich benutze ganz einfach den großen Überbegriff Pop/Rock. Wenn wir es noch weiter herunterbrechen, dann könnte man es wohl gitarrenbetonten Indie-Rock nennen.

CDstarts.de: Spürt ihr eine Verantwortung, euren Hörern gegenüber, auch politische Denkanstöße zu geben oder spielt Politik in eurer Musik keine Rolle?

Moritz: Verantwortung schon, jedoch eher ästhetischer Art und nicht um politische Richtung zu geben oder aufzuklären. Das sollen andere machen.

CDstarts.de: Stellt euch vor, ein echter Superstar würde einen eurer Songs covern. Wer sollte das sein und warum?

Moritz: Jesus, weil er emo genug wäre.

Alex: Vielleicht Taylor Swift, weil wir erst kürzlich einen ihrer Songs gecovert haben.

CDstarts.de: In Zeiten von MP3, Streaming-Diensten und Downloads wirkt das klassische Album-Format, insbesondere in physischer Form (CD/Vinyl), wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten. Warum haltet ihr daran fest und wie steht ihr generell zu den neuen Musikvertriebswegen?

Alex: Wir mögen das Gefühl, ein Produkt zum anfassen herauszubringen viel mehr, als nur ein paar digitale Daten durchs Netz sausen zu lassen.

CDstarts.de: Woran messt ihr euren Erfolg? Bedeuten euch persönlich Chart-Platzierungen etwas oder ist kommerzieller Erfolg kein Maßstab für eure Kunst?

Moritz: Eigentlich messen wir unseren Erfolg immer in Gucci-Taschen.

Alex: Natürlich würde es uns nichts ausmachen, ein größeres Publikum zu erreichen und mehr Geld zu verdienen. Wir würden dazu aber nichts anders machen, als wir es heute tun. Wir machen die Musik, die wir lieben und wir arbeiten mit den Menschen zusammen, die unsere Liebe für die Musik teilen. Musik und Kunst können auf keine andere Art funktionieren. Wenn du es nur für Geld und Berühmtheit machst, solltest du auf etwas anderes umsatteln.

CDstarts.de: Erzählt uns etwas zur Entstehung des neuen „By All Dreams Necessary”-Albums: Wie lange habt ihr an den Songs geschrieben? Wie verliefen die Aufnahmen? Seid ihr glücklich mit dem Ergebnis oder würdet ihr am liebsten noch weiter an bestimmten Dingen feilen?

Moritz: Ich habe vielleicht 16 Songs für das Album geschrieben. Im Laufe der Proben für die Session, haben sich dann 12 Songs als passend erwiesen, und in den sechs Studiotagen, die sehr gut verliefen, haben wir zehn Songs eingespielt, die es allesamt auf das Album geschafft haben. Ja, glücklich sind wir. Feilen vollen wir lieben an unseren Ketten.

Alex: Ich glaube, wir werden immer besser. Manchmal ist es etwas kompliziert, seitdem wir in verschiedenen Lädern leben, aber wir bekommen das hin. Diesmal haben wir mit großartigen Menschen an den Aufnahmen gearbeitet und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Natürlich gibt es den einen oder anderen kleinen Fehler, aber wir sind deswegen nicht zu pingelig. Letztendlich sind wir eine Rockband, die zusammen live im Studio aufnimmt – und dieses Gefühl wollen wir bewahren.

CDstarts.de: Erklärt uns bitte den Albumtitel und die Bedeutung des Cover-Artworks von „By All Dreams Necessary”.

Moritz: Das soll sich eine jede Person selbst denken. Fest steht, dass wir als Band lieber gemeinsam im Bett liegen als zu proben.

CDstarts.de: Wie würdet ihr jemandem euer Album/eure Musik beschreiben, der euch und eure Musik bis jetzt nicht kennt?

Moritz: Augmented Indie.

Alex: Ziemlich laute Gitarrenrockmusik.

CDstarts.de: Schottet ihr euch zum Songschreiben von der Außenwelt ab oder lasst ihr aktuelle musikalische Trends an euch heran, die in euer Songwriting einfließen?

Moritz: Aktuelle musikalische Trends haben uns noch nie wirklich interessiert, aber natürlich hat die Musik, die wir hören, einen gewissen Einfluss auf unseren eigenen Sound.

Alex: Selbstverständlich wird man unterbewusst von den Dingen beeinflusst, die man hört, aber du kannst nur versuchen dein eigenes Ding zu machen und Musik schreiben, die von dir kommt und niemanden anderes. Alles andere wäre nur Posen und schrecklich langweilig.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Paul Aidan Perry

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