Kensington Road Interviews

  • 04.09.2018
Kurzinterview mitKensington Road
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Kensington Road - News
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Sänger und Gitarrist Stefan Tomek über abstrakte Träume und Rock & Roll.

CDstarts.de: Wie war euer erster Kontakt zur Musik und was war der Auslöser, dass ihr entschieden habt, selbst Musik zu machen?

Kensington Road: Das ist bei jedem unterschiedlich. Unser Keyboarder Michael zum Beispiel wollte eigentlich Gitarrist werden – sein Bruder hat ihm da aber schon Konkurrenz gemacht und zu Hause stand ein altes Klavier. Er hat zwei und zwei zusammengezählt und mit Klavier begonnen. Das steht übrigens immer noch bei seinen Eltern. Unser Drummer Jan hat mit Posaune angefangen und weil das mit 15 Jahren dann einfach zu uncool war, war der Umschwung auf Drums der nächste logische Schritt. René und ich (Stefan Tomek – die Red.) haben unseren damaligen musikalischen Vorbildern nachgeifert und die haben damals alle E-Gitarre gespielt.

CDstarts.de: Welches war das erste Album, das ihr von eurem eigenen Geld gekauft habt – und welches das letzte? Habt ihr die Käufe bereut oder wart ihr zufrieden?

Kensington Road: Da war von Metal, Punk, Pop und Rock alles dabei. Die letzten Alben? Es wird viel Spotify gehört – und viel Vinyl gekauft. Bei mir Ryan Adams, sonst Beatsteaks, Snow Patrol und Nick Drake. Bereut wird bei uns generell nichts

CDstarts.de: Gibt es für euch bestimmte Orte, die euch beim Musikmachen besonders inspirieren oder ist es euch egal, wo ihr Songs schreibt?

Kensington Road: Reisen und unterwegs sein ist grundsätzlich eine Inspiration. Unterschiedliche Orte zu sehen und Menschen mit den unterschiedlichsten Lebenswegen fließen da natürlich mit rein. Da wir viel auf Tour sind, lässt es sich gar nicht vermeiden mit den unterschiedlichsten Eindrücken nach Hause zurückzukehren. Da spielen manchmal Dinge mit rein, die man gar nicht vorhersehen konnte. Unterwegs sein ist sowieso so ein Thema bei uns – und das manifestiert sich dann auch im Songwriting.

CDstarts.de: Gibt es eine Art stilistisches Markenzeichen, mit dem ihr eure Musik beschreiben würdet?

Kensington Road: Hmmmm.... Kensington Road sind halt Kensington Road – und wir vergleichen uns nicht so gerne mit anderen Bands. Natürlich haben wir starke Einflüsse aus BritPop, Indie-Rock, Alternative und etwas Classic-Rock – vielleicht ist dieser Mix daraus unser stilistisches Markenzeichen.

CDstarts.de: Spürt ihr eine Verantwortung, euren Hörern gegenüber, auch politische Denkanstöße zu geben oder spielt Politik in eurer Musik keine Rolle?

Kensington Road: Musik ist immer auf eine Art politisch und verbindend. Wir wollen aber auf keinen Fall unsere Fans belehren oder erziehen, wie es zum Beispiel U2 machen. Wir wollen einfach unsere Art von Rock & Roll spielen und Rock & Roll war doch schon immer Rebellion.

CDstarts.de: Stellt euch vor, ein echter Superstar würde einen eurer Songs covern. Wer sollte das sein und warum?

Kensington Road: Spannend wäre da sicher etwas und jemand, der einen ganz anderen musikalischen Ansatz hat als wir. Eminem vielleicht? Das wäre doch sicher unglaublich spannend.

CDstarts.de: In Zeiten von MP3, Streaming-Diensten und Downloads wirkt das klassische Album-Format, insbesondere in physischer Form (CD/Vinyl), wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten. Warum haltet ihr daran fest und wie steht ihr generell zu den neuen Musikvertriebswegen?

Kensington Road: Es ist nach wie vor toll, etwas in der Hand zu halten, wie eine schöne Vinyl-Platte. Die sieht einfach edel aus und verlangsamt auch durch die Handhabung das Musikhören – man wird dadurch einfach entschleunigt. Es ist schwer hin und her zu skippen, man muss die Seite umdrehen und so weiter. Das ist ein völlig neues (altes) Erleben von Musik. Generell ist natürlich auch Spotify eine Sache, der man sich schwer entziehen kann, da man praktisch alle Musik immer dabei hat. Da ist es auch gut, wenn man als Künstler von Spotify auf Playlisten gesetzt wird und wir sind da zum Glück mit dabei.

CDstarts.de: Woran messt ihr euren Erfolg? Bedeuten euch persönlich Chart-Platzierungen etwas oder ist kommerzieller Erfolg kein Maßstab für eure Kunst?

Kensington Road: Wir machen das, was wir machen. Da können wir gar nicht anders. Wir sind natürlich sehr stolz darauf und froh, dass unser meues Album „Lumidor“ (08/2018) in den Charts ist – wie kann man sich nicht über kommerziellen Erfolg freuen? Kunst hat es ohnehin sehr schwer in Deutschland und als Künstler kommt man sehr schwer über die Runden – da kann ein bisschen In bzw. Output nur helfen. Natürlich ist es noch viel schöner, wenn Du in einer Stadt spielst wo Du vorher noch nie warst und die Leute Dich und Deine Songs kennen und mitsingen.

CDstarts.de: Erzählt uns etwas zur Entstehung des „Lumidor“-Albums: Wie lange habt ihr an den Songs geschrieben? Wie verliefen die Aufnahmen? Seid ihr glücklich mit dem Ergebnis oder würdet ihr am liebsten noch weiter an bestimmten Dingen feilen?

Kensington Road: Na klar ist man mit so einem Album gefühlt nie fertig, wenn man nicht einen Schlussstich zieht und sich ganz klar sagt: Jetzt ist es gut. Wenn das Album dann erschienen ist, dann ist es für uns auch fertig und gut so. Mit dem Ergebnis von „Lumidor“ sind wir sehr zufrieden und stehen zu 100 Prozent dahinter. Die Songs dazu haben uns über die letzten Jahre begleitet und es ist schön dieses Kapitel zu einer Art Abschluss zu bringen. Mit dem nächsten Album wird das alles viel schneller gehen – wir arbeiten bereits daran.

CDstarts.de: Erklärt uns bitte den Albumtitel und die Bedeutung des Cover-Artworks von „Lumidor“.

Kensington Road: „Lumidor“ist ein rein erfundenes Wort, das es so nicht gibt. „Lumidor“steht für einen Raum, gefüllt mit Licht. Das kann ruhig etwas Mystisches oder Mysteriöses haben. Das soll auch das Albumcover darstellen. Es ist nicht klar zu erkennen, was dort abgebildet ist – jeder kann und soll sich seinen eigenen Reim darauf machen. Kleine Anekdote am Rande: Das Wort „Lumidor“stammt aus einem äußerst abstrakten Traum, bei dem am nächsten Morgen dieses Wort hängenblieb und mich über Tage begleitet hat, bis klar war: Das ist unser Albumtitel.

CDstarts.de: Wie würdet ihr jemandem euer Album/eure Musik beschreiben, der euch und eure Musik bis jetzt nicht kennt?

Kensington Road: Hör Dir unbedingt Kensington Road an: Die machen so einen Mix aus Indie-Rock und Alternative mit einem positiven und eingängigen Twist – manchmal bittersüß, aber immer Rock & Roll!

CDstarts.de: Schottet ihr euch zum Songschreiben von der Außenwelt ab oder lasst ihr aktuelle musikalische Trends an euch heran, die in euer Songwriting einfließen?

Kensington Road: Wir hören uns viel an, freuen uns sehr über neue Musik und neue, spannende Künstler und Trends. Wir schotten uns auf keinen Fall ab und halten uns offen für Neues. Am Ende sind wir aber immer wieder überrascht wie sehr wir nach uns klingen, wenn wir in einem Raum zusammen Musik machen und an den neuen Songs arbeiten.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Kensington Road

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