Simon Lewis Interviews

  • 02.11.2018
Kurzinterview mitSimon Lewis
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Simon Lewis - News
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Eine polygame Zusammensetzung von musikalischen Einflüssen.

CDstarts.de: Wie war dein erster Kontakt zur Musik und was war der Auslöser, dass du entschieden hast, selbst Musik zu machen?

Simon Lewis: Mein erster Kontakt zur Musik war mein Vater, er hat mir und meinen Geschwistern oft Lieder auf seiner Gitarre vorgespielt. Er hat selber auch Songs geschrieben. Selbst Musik zu machen beschloss ich schon mit 13, da ich einfach so fasziniert vom Songwriting war und ich einfach auch Lieder schreiben wollte.

CDstarts.de: Welches war das erste Album, das du von deinem eigenen Geld gekauft hast – und welches das letzte? Hast du die Käufe bereut oder warst du zufrieden?

Simon Lewis: Schwierig. In meiner Kindheit war ich ein riesen Robbie-Williams-Fan, wobei ich da fast alle CDs geschenkt bekommen habe. Ich glaube, die erste gekaufte CD, an die ich mich erinnern kann, war „American Idiot“ von Green Day und das letzte Album, das ich gekauft habe, stammt von Avec und heißt „Heaven/Hell“. Ich bin voll zufrieden, würde ich immer wieder kaufen, wenn ich es mir leisten könnte.

CDstarts.de: Gibt es für dich bestimmte Orte, die dich beim Musikmachen besonders inspirieren oder ist es dir egal, wo du Songs schreibst?

Simon Lewis: Ja, klar, gibt es die: In Wien gibt es das Café Kafka. Dort bin ich irrsinnig gerne, um Texte fertig zu schreiben. Ich finde die Atmosphäre dort so angenehm und entspannend. Aber ebenso habe ich meine Schreibanfälle in der U-Bahn, während ich Musik höre. Musik hören ist ein wesentlicher Faktor. Mich Inspirieren andere Songs, sie bringen mich manchmal auf andere Gedankengänge.

CDstarts.de: Gibt es eine Art stilistisches Markenzeichen, mit dem du deine Musik beschreiben würdest?

Simon Lewis: Vielleicht meine absolut ungesund klingende, verrauchte Stimme.

CDstarts.de: Spürst du eine Verantwortung, deinen Hörern gegenüber, auch politische Denkanstöße zu geben oder spielt Politik in deiner Musik keine Rolle?

Simon Lewis: Absolut! Musik hat mich in meiner Pubertät begleitet und geprägt, bands wie Green Day, Sum 41, aber auch Coldplay und die Beatsteaks. Sie alle haben sich politisch klar geäußert und ich fand das damals echt stark. Musik ist ein universeller Begleiter und man hat dadurch echt die Möglichkeit etwas zu Verändern. Ich verarbeite auch politische Themen in meinen Liedern.

CDstarts.de: Stell dir vor, ein echter Superstar würde einen deiner Songs covern. Wer sollte das sein und warum?

Simon Lewis: Kings Of Leon! Ich liebe diese Band und jedes Cover, das sie machen, klingt mega!

CDstarts.de: In Zeiten von MP3, Streaming-Diensten und Downloads wirkt das klassische Album-Format, insbesondere in physischer Form (CD/Vinyl), wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten. Warum hältst du daran fest und wie stehst du generell zu den neuen Musikvertriebswegen?

Simon Lewis: Ich liebe CDs und ich wäre absolut traurig darüber, wenn mein Verkauf nur Online stattgefunden hätte. Es hat sich extrem verändert, man geht kaum noch in einen Laden, um eine CD zu kaufen, aber wenn man auf einem Konzert eine richtig gute Band sieht und danach bei deren Merch-Stand eine CD kaufen kann, ist es das schönste Gefühl. Ich bezweifle, dass CDs aussterben werden. Der Verkauf wird sich verändern und die Verkaufsorte werden sich einfach nur verlagern.

CDstarts.de: Woran misst du deinen Erfolg? Bedeuten dir persönlich Chart-Platzierungen etwas oder ist kommerzieller Erfolg kein Maßstab für deine Kunst?

Simon Lewis: Das ist schwierig. Es wäre gelogen zusagen, dass mir kommerzieller Erfolg egal wäre, denn wenn ich eine Chartplatzierung mit einem meiner Songs erreiche, macht es mich glücklich und erfüllt mich mit Freude. Ich häng mich nur nicht daran auf, jeden Song, den ich schreibe, schreibe ich in erster Linie für mich. Und wenn ich glücklich bin, mit dem was ich mache, dann bin ich auch für mich erfolgreich.

CDstarts.de: Erzähl uns etwas zur Entstehung deines Debütalbums „Pilot“: Wie lange hast du an den Songs geschrieben? Wie verliefen die Aufnahmen? Bist du glücklich mit dem Ergebnis oder würdest du am liebsten noch weiter an bestimmten Dingen feilen?

Simon Lewis: Der inoffizielle Prozess war ein richtig langer. Ein paar Lieder auf diesem Album gibt es schon seit fast sechs Jahren, auch wenn sie damals bei weitem noch nicht fertig waren. Der Offizielle Prozess begann eigentlich mit meinem Produzenten Johannes Herbst. Wir haben uns hingesetzt, sind meine Lieder durchgegangen und haben uns daraus dann 12 ausgesucht. Wir sind im Studio gewesen, haben am Arrangement gearbeitet und versucht, aus jeder Idee das Beste rauszuholen. Sobald die instrumentale Version von den Liedern fertig war, habe ich mich noch einmal in Ruhe zuhause hingesetzt und alle Texte überarbeitet. Mir war es wichtig, in jedem Song etwas zu sagen, was mir am Herzen liegt und es sollte für mich auch einen Sinn ergeben. Jetzt, wo alles fertig und veröffentlich ist, bin ich einfach nur glücklich. Es ist mein erstes Album und ich bin absolut glücklich und zufrieden mit jedem einzelnen Song.

CDstarts.de: Erkläre uns bitte den Albumtitel und die Bedeutung des Cover-Artworks von „Pilot“.

Simon Lewis: Ich wollte früher einmal Film-Regisseur werden. Daraus ist aber nie etwas geworden. Und es gibt in der Filmbranche oft Piloten. Das sind in diesem Fall Film- oder Serienprojekte, die testhalber gedreht werden und je nachdem wie gut der Pilotfilm oder die Pilotfolge angekommen ist, entscheidet man sich dann, ob man die Serie oder den Film in der Produktion fortsetzt. Als wir einen Titel für das Album brauchten, dachte ich mir, es wäre eine witzige Anspielung, da es auch mein erstes Album ist und somit auch irgendwie ein Pilot.

CDstarts.de: Wie würdest du jemandem dein Album/deine Musik beschreiben, der dich und deine Musik bis jetzt nicht kennt?

Simon Lewis: Eine polygame Zusammensetzung von all meinen musikalischen Einflüssen wie Mumford & Sons, geküsst von James Bay, gestreichelt von Damien Rice und William Fitzsimmons, umarmt von Lifehouse und Snow Patrol.

CDstarts.de: Schottest du dich zum Songschreiben von der Außenwelt ab oder lässt du aktuelle musikalische Trends an dich heran, die in dein Songwriting einfließen?

Simon Lewis: Wenn es um eine Songidee geht, schotte ich mich gerne ab und lass alles zu, was ich gerade als gut empfinde. Im Studio, wenn es dann final um die Aufnahme geht, lass ich dann musikalische Trends an mich heran, bin aber sehr bedacht, einfach das zu machen, was sich für mich und meinen Songs am besten anfühlt.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Carina Antl

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