Daniel Caccia Interviews

  • 10.11.2018
Kurzinterview mitDaniel Caccia
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Daniel Caccia - News
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Nimm das Leben als deine große Chance wahr und mach das Beste draus!

CDstarts.de: Wie war dein erster Kontakt zur Musik und was war der Auslöser, dass du entschieden hast, selbst Musik zu machen?

Daniel Caccia: Meinen ersten Kontakt zur Musik hatte ich in der Familie, da die meisten meiner Geschwister ein Instrument spielen. Wir sind regelmäßig in die Kirche gegangen und dort hat mein älterer Bruder eine A-Capella-Band gegründet, in der ich schon als kleiner Junge mitsingen wollte. Diese Art von Gospelmusik – quasi nur mit Stimmen im Vocalensemble singen - hat mich so fasziniert, dass ich letztendlich Teil seiner Gruppe werden durfte und von da an wusste, dass mich Gesang bzw. Musik mein ganzes Leben lang begleiten wird.

CDstarts.de: Welches war das erste Album, das du von deinem eigenen Geld gekauft hast – und welches das letzte? Hast du die Käufe bereut oder warst du zufrieden?

Daniel Caccia: Die erste CD vom eigenen Geld war eine Compilation von Stevie Wonder. Die letzte CD ist von einer relativ unbekannten, aber grandiosen New Yorker Jazz-Sängerin namens Emily Braden. Mit beiden Käufen war ich sehr zufrieden, weil ich nur das kaufe, wo ich sicher weiß, das wird mit gefallen.

CDstarts.de: Gibt es für dich bestimmte Orte, die dich beim Musikmachen besonders inspirieren oder ist es dir egal, wo du Songs schreibst?

Daniel Caccia: Der inspirierendste Ort zum Musikmachen ist ein Ort der Ruhe und den versuche ich zunächst in mir selbst zu finden. Diesen Ort finde ich meistens in der Routine des alltäglichen Schaffens und Musizierens. Und dann auch doch sehr oft zu Hause in meinem Musikzimmer.

CDstarts.de: Gibt es eine Art stilistisches Markenzeichen, mit dem du deine Musik beschreiben würdest?

Daniel Caccia: Ihr kennt doch bestimmt die unsterbliche G-Klasse, den zeitlosen Jeep von Mercedes Benz. Diesen Jeep gibt es in seiner Urform schon seit über 35 Jahren. Genau so funktioniert das auch mit Frank Sinatras Musik. Auch die wird man bestimmt noch in mehreren Jahrzehnten hören wollen. Ich versuche mit meiner Version des deutschen Pop einen ähnlich „zeitlosen“ Weg zu gehen: Hochwertig, musikalisch und textlich sehr einfach zu verstehen und extrem unterhaltsam.

CDstarts.de: Spürst du eine Verantwortung, deinen Hörern gegenüber, auch politische Denkanstöße zu geben oder spielt Politik in deiner Musik keine Rolle?

Daniel Caccia: Ich möchte als Musiker Werte vermitteln, und das Publikum dabei unterhalten bzw. aus dem Alltag entführen. Wie meine Zuhörer ausgerichtet sind, ist mir weniger wichtig. Außerdem hat Politik ab einem gewissen Punkt immer etwas mit Machtausübung zu tun und das ist so gar nicht mein Ding. Ich fordere nichts, biete nur an und hoffe, dass meine Message ankommt: Nimm das Leben als deine große Chance wahr und mach das Beste draus!

CDstarts.de: Stell dir vor, ein echter Superstar würde einen deiner Songs covern. Wer sollte das sein und warum?

Daniel Caccia: Ich fände es sehr amüsant, wenn Helge Schneider einen meiner Songs covern würde. Helge ist vielleicht nicht das beste Beispiel für einen Superstar im Sinne von Unmengen an Followern und Fans weltweit, aber er ist so eine faszinierende Persönlichkeit und zudem noch ein extrem witziger und hervorragender Multi-Instrumentalist, dass ich es sehr spannend fände zu hören, was seine Version von einem meiner Songs wäre.

CDstarts.de: In Zeiten von MP3, Streaming-Diensten und Downloads wirkt das klassische Album-Format, insbesondere in physischer Form (CD/Vinyl), wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten. Warum hältst du daran fest und wie stehst du generell zu den neuen Musikvertriebswegen?

Daniel Caccia: Die Musik, die wir machen, hat Fleisch und Blut. Hinter jedem Instrument steht ein Mensch, der dieses auf höchst professionelle Art und Weise bedient. Jeder Ton wurde also „angefasst“. Deswegen glaube ich auch, dass die Menschen die CD in physischer Form in den Händen halten und anfassen wollen. Natürlich ist es viel bequemer, wenn man digital und im Netz alles auf einen Klick parat hat. Aber eine CD zu besitzen ist viel persönlicher. Außerdem kann ich als Künstler meinen Fans eine Widmung reinschreiben, was online so nicht funktioniert. Und bei den Live-Shows, die im März 2019 beginnen, werden wir viele Exemplare dabeihaben und die Leute können uns in dieser Form mit nach Hause nehmen.

CDstarts.de: Woran misst du deinen Erfolg? Bedeuten dir persönlich Chart- Platzierungen etwas oder ist kommerzieller Erfolg kein Maßstab für deine Kunst?

Daniel Caccia: Als ich mich entschlossen habe, den Weg des Musikers einzuschlagen, war meine größte Motivation allein die Liebe zur Musik. Ich habe oft gehört: „Willst Du nicht etwas anderes machen, wo Du mehr und vor allem regelmäßiger Geld verdienst?“. Aber das hielt mich nie von meiner Leidenschaft ab, denn ich war und bin immer bereit, einen steinigen Weg für meine Musik zu gehen. Wenn dann der kommerzielle Erfolg hinzukommen sollte, erfreut mich das natürlich umso mehr.

CDstarts.de: Erzähl uns etwas zur Entstehung deines „Alles ist New York“-Albums: Wie lange hast du an den Songs geschrieben? Wie verliefen die Aufnahmen? Bist du glücklich mit dem Ergebnis oder würdest du am liebsten noch weiter an bestimmten Dingen feilen?

Daniel Caccia: Die CD ist wirklich Weltklasse geworden! Trotzdem bin ich persönlich nie ganz zufrieden mit meinen Gesangsaufnahmen, denn im besten Fall mache ich täglich einen Schritt nach vorne und werde besser. Eine CD-Produktion ist eine Momentaufnahme meines Künstlerdaseins und hätte zu einem späteren Zeitpunkt ein ganz anderes Resultat. Aber auch dieses lässt sich sehr gut hören. An der Produktion habe ich mehr als ein Jahr lang gearbeitet und so eine aufwändige Aufnahme mit Big Band und Streichorchester ist eine grandiose Erfahrung. Es hängen sich ca. 40 Menschen mit Herzblut rein und das Knistern ist in jeder Sekunde spürbar. „„Alles ist New York“ ist wirklich was ganz Besonderes geworden und ich freue mich riesig diese Platte ab dem 9. November 2018 mit der Welt teilen zu dürfen.

CDstarts.de: Erkläre uns bitte den Albumtitel und die Bedeutung des Cover-Artworks von „Alles ist New York“.

Daniel Caccia: Als Musiker war ich oft pleite und quasi gezwungen, das Glück im Unglück zu erkennen. Ich dachte mir oft, dass mir ein Lottogewinn nicht wirklich das große Glück bringen würde. Für Glück brauche ich Menschen. Im besten Falle einen Menschen, den ich sehr gern habe. Dann wird auf einmal alles ganz anders. Alles wird faszinierend, berauschend und gewinnt an Bedeutung. Dann muss ich nicht unbedingt die große Weltreise machen, um Glück zu erfahren oder eine Sensation zu erleben. Dann ist alles eine Sensation. Dann ist überall New York. Meine Nachdenkliche Pose auf dem Albumcover spiegelt mit der New Yorker Upper East Side und dem Central Park im Hintergrund meine geistige Haltung wider. Rückt man sich mental die Sachen zurecht, dann spiegelt sich der aufregendste und schönste Ort – für mich New York City - im Hier und Jetzt wider.

CDstarts.de: Wie würdest du jemandem dein Album/deine Musik beschreiben, der dich und deine Musik bis jetzt nicht kennt?

Daniel Caccia: Auf dem Album „„Alles ist New York“ besinge ich sehr realitätsnahe Geschichten des Scheiterns aber auch des Neuanfangs - jedoch immer mit einer Leichtigkeit und einem Augenzwinkern im Gepäck, was das Ganze sehr bewegend und unterhaltsam macht. Ein Hoffnungsschimmer ist immer dabei. Es gibt Stücke, die in eine traumhafte Gedankenwelt entführen, dann wieder andere die im Big-Band-Stil voll auf die „Zwölf“ abfetzen. Eine Mischung aus Swing, Soul und Broadway im stilvoll reduzierten Popgewand. Ich würde sagen, es ist für jeden etwas dabei. Überzeugt euch selbst davon!

CDstarts.de: Schottest du dich zum Songschreiben von der Außenwelt ab oder lässt du aktuelle musikalische Trends an dich heran, die in dein
Songwriting einfließen?

Daniel Caccia: Trends kommen und gehen. Aber einige unvergängliche Elemente wie Blues, Gospel, Soul und Swing, die auch immer wieder mal ein Revival erleben, sind die Elemente, an denen sich meine Songs orientieren.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Chris Heidrich

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