Deine Cousine Interviews

  • 26.04.2019
Kurzinterview mitDeine Cousine
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Deine Cousine - News
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Ina Bredenhorn alias Deine Cousine ist immer in Bewegung, um zu funktionieren.

CDstarts.de: Wie war dein erster Kontakt zur Musik und was war der Auslöser, dass du entschieden hast, selbst Musik zu machen?

Deine Cousine: Ich habe schon im Kindergarten angefangen mich fürs Singen zu interessieren und das in diversen Chören und Schulveranstaltungen gemacht. Mit 14 habe ich dann ein paar Jungs kennengelernt, die eine Band hatten. Ich habe schnell gemerkt, dass das das Aufregendste ist, was man machen kann. Mit seinen Freunden abhängen, Musik machen und damit raus auf die Bühnen zu gehen. Wir durften länger auf Partys bleiben und haben generell mehr erlebt als andere in unserem Alter.

CDstarts.de: Welches war das erste Album, das du von deinem eigenen Geld gekauft hast – und welches das letzte? Hast du die Käufe bereut oder warst du zufrieden?

Deine Cousine: Ich würde gerne was Cooles sagen, aber mein erstes Album war „Aladdin“ der Soundtrack. Mein letztes war das Album meiner Freunde von den Rogers was vor kurzem erschienen ist (das Album heißt „Mittelfinger für immer“ – die Red.). Ich habe selten einen Kauf bereut, weil man aus fast allen etwas ziehen kann. Egal ob gut oder schlecht.

CDstarts.de: Gibt es für dich bestimmte Orte, die dich beim Musikmachen besonders inspirieren oder ist es dir egal, wo du Songs schreibst?

Deine Cousine: Das ist vollkommen egal. Meistens kommen mir die Grundideen für Songs eher beim Rumstreunern, als wenn ich mich hinsetze und nachdenke. Ich schreib sie dann auf und setz mich viel später erst an den ganzen Song. Am wichtigsten ist für mich immer die Grundidee. Also, was will ich sagen und was ist die zentrale Zeile.

CDstarts.de: Gibt es eine Art stilistisches Markenzeichen, mit dem du deine Musik beschreiben würdest?

Deine Cousine: Immer schön von oben wegachteln. ;-)

CDstarts.de: Spürst du eine Verantwortung, deinen Hörern gegenüber, auch politische Denkanstöße zu geben oder spielt Politik in deiner Musik keine Rolle?

Deine Cousine: Sagen wir so, mir ist es wichtig, kein „falsches“ Bild zu vermitteln. Es gibt ja Bands, die auch gerne Texte schreiben, in die man einfach sehr viel reininterpretieren kann. Mir ist wichtig, dass die Leute beim Hören meiner Platte mitbekommen, dass mein Denken links ist. Aber bisher hatte ich noch nicht das Bedürfnis, einen Song zu machen, der sich nur darum dreht, da ich schon finde, das müsste dann auch wirklich sehr gut und auf den Punkt sein. Vielleicht hatte ich einfach noch nicht die richtige Idee. Das Schöne ist ja an den neuen Medien, dass man da schon so viel von seiner Haltung und Meinung an die Fans kommunizieren kann, dass man gar nicht alles in Songs verpacken muss. Du postest ein zwei Links über Organisationen, die Flüchtlingen helfen und schon wissen all die anderen Spacken, dass sie mit ihrer Haltung bei mir nicht richtig sind.

CDstarts.de: Stell dir vor, ein echter Superstar würde einen deiner Songs covern. Wer sollte das sein und warum?

Deine Cousine: Skunk Anansie bzw. Skin fände ich super.

CDstarts.de: In Zeiten von MP3, Streaming-Diensten und Downloads wirkt das klassische Album-Format, insbesondere in physischer Form (CD/Vinyl), wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten. Warum hältst du daran fest und wie stehst du generell zu den neuen Musikvertriebswegen?

Deine Cousine: Na ja das ist ja jetzt mein erstes richtiges Album und das ist ja auch etwas Emotionales. Das Gefühl, wenn du deine Platte zum ersten Mal aufreißt, kann dir kein Downloadlink geben. Und da bin ich ja nicht die einzige. Ist doch o.k., dass man das für die Menschen, die Bock darauf haben, noch macht. Ich bin privat schon Fan von Spotify, aber denke, dass 9,99 Euro einfach nicht die Antwort sein kann. Außerdem ist das ja auch ein schräges Prinzip, dass Charts mittlerweile daran gemessen werden, welcher Rapper am meistens Kids überreden konnte, das Ding nachts auf Dauerschleife zu stellen.

CDstarts.de: Woran misst du deinen Erfolg? Bedeuten dir persönlich Chart-Platzierungen etwas oder ist kommerzieller Erfolg kein Maßstab für deine Kunst?

Deine Cousine: Ich messe meinen Erfolg daran, wie viele Leute zu meinen Shows kommen. Live spielen ist das, was mir am meisten Spaß macht und was ich lange machen möchte.

CDstarts.de: Erzähl uns etwas zur Entstehung des „Attacke“-Albums: Wie lange hast du an den Songs geschrieben? Wie verliefen die Aufnahmen? Bist du glücklich mit dem Ergebnis oder würdest du am liebsten noch weiter an bestimmten Dingen feilen?

Deine Cousine: Irgendwann muss man aufhören, sonst wird es einfach nur noch zur Qual und man fängt an, gute Dinge wieder zu verändern. Ich habe jetzt gefühlt fünf Jahre an dem Album gearbeitet. Effektiv zwar nur ein Jahr bzw. mit Schreiben wahrscheinlich 1½ Jahre. Aber am Ende war klar, dass das jetzt raus muss, sonst treibt man sich in den Wahnsinn. Ich glaube, dass es normal ist, dass Studioaufnahmen am Anfang einer Platte Spaß machen und um so mehr der Druck zum Ende steigt, wird es irgendwann ganz schön emotional.

CDstarts.de: Erkläre uns bitte den Albumtitel und die Bedeutung des Cover-Artworks von „Attacke“.

Deine Cousine: Ich bin sehr lange mit meiner Musik gegen Wände gerannt. Die meisten Menschen aus dem Business erzählen, dass Rockmusik tot ist und man doch lieber angepasste Popsongs machen sollte. Da ist wenig Mut zu Themen, die nicht im Radio laufen können. „Attacke“ steht für mich dafür, dass Angriff die beste Verteidigung ist und man das, was man fühlt, einfach machen sollte. Ohne Angst vorm Scheitern. Deshalb auch das Spiel mit den roten Angriffsfarben und den Bengalos auf dem Cover.

CDstarts.de: Wie würdest du jemandem dein Album/deine Musik beschreiben, der dich und deine Musik bis jetzt nicht kennt?

Deine Cousine: Keine Ahnung. Die Frage wird einem ja oft gestellt und ich habe da keine wirkliche Antwort drauf. Aber wenn du mich bei einem Bier aus dem Nichts fragen würdest, würde ich vielleicht sagen: Ach, du findest deutsche Rockmusik scheiße? Ja, dann hör dir das mal an. Die Platte wird dir gefallen.

CDstarts.de: Schottest du dich zum Songschreiben von der Außenwelt ab oder lässt du aktuelle musikalische Trends an dich heran, die in dein Songwriting einfließen?

Deine Cousine: Aktuelle Trends eher nicht, auch wenn ich gerne Popmusik höre. Mehr die alten Helden von früher. Aber Abschotten ist sonst eh nicht so mein Ding. Ich brauche Bewegung um mich herum. Dann funktioniere ich am besten.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Julia Schwendner

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