Till Seifert Interviews

  • 07.10.2020
Kurzinterview mitTill Seifert
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Till Seifert - News
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Irgendwie durchkommen, auch ohne Geld. Genau wie Donald Duck!

CDstarts.de: Wer war in deiner Kindheit dein Vorbild/Idol und warum?

Till Seifert: Idol war Donald Duck, weil er immer irgendwie durchkam, auch ohne Geld, ein gutes Herz hatte und Daisy erobern konnte.

CDstarts.de: Wie und wo kommen dir Ideen für neue Songs in den Sinn?

Till Seifert: Eigentlich ist es immer ein kleiner Moment, der mich zu einem Song inspiriert. Manchmal eine Kleinigkeit, die ich im Zug beobachte, oder ein Satz, den ich irgendwo lese. In den meisten Fällen sind es aber Dinge, die ich selbst erlebt habe und die ich in Form eines Songs zu kanalisieren versuche. Oft entsteht dann ein neuer Song in den frühen Morgenstunden… da kann ich am besten arbeiten.

CDstarts.de: Sicherlich gibt es Musiker, die dich beeinflusst haben. Wir wollen natürlich wissen wer und warum?

Till Seifert: Auf jeden Fall waren Bosse und Philipp Poisel Musiker, die mich stark beeinflusst haben oder auch immer noch beeinflussen. Bei Bosse war es vor allem das Album „Taxi“, was mich total geflasht hat. Aber auch internationale Musiker wie Coldplay oder auch Elton John.

CDstarts.de: Du hast die freie Auswahl: Mit welchem Musiker oder Produzenten würdest du gerne ein Album aufnehmen? Begründe deine Wahl.

Till Seifert: Dann würde ich ein Album mit Chris Martin von Coldplay aufnehmen wollen. Vor allem, weil ich glaube, dass das eine ziemlich lustige Zeit wäre. Aber ich mag auch die Art wie er Songs performt und vielleicht würden wir nochmal ein Album wie „Parachutes“ schreiben können ;) Das erste und wie ich finde schönste Coldplay-Album.

CDstarts.de: CD, Vinyl, Tape oder digital – wie organisierst du deine (Sammel-)Leidenschaft für Musik?

Till Seifert: Mittlerweile bin ich auch zu 99% auf digital umgestiegen. Da organisiere ich meine Lieblingssongs gerne in Playlisten, die ich nach Stimmungen sortiere. Von Bands, die ich total liebe, kaufe ich mir aber auch gerne noch eine Vinyl-Schallplatte, weil das ganze Produkt dann auch so hochwertig und komplett wirkt.

CDstarts.de: Welches („fremde“) Album aus deiner Sammlung würdest du unseren Lesern empfehlen und warum?

Till Seifert: „Du kannst mich an der Ecke rauslassen“ von Niels Frevert. Keine Ahnung wie der Typ auf diese Texte und die unglaublich schönen Melodien gekommen ist.

CDstarts.de: Mal was ganz anderes: Beschreibe unseren Lesern, wie dein perfekter Urlaub aussieht. Hast du Tipps und Empfehlungen?

Till Seifert: Ich bin im Urlaub total gerne mit einem Van unterwegs und dann ganz viel in der Natur, fernab von Campingplätzen. In Norwegen und Schweden darf man sich ja auch oft einfach so für eine Nacht hinstellen und das ist das Beste. Ich war noch nie ein Typ für Strandurlaub und Entspannen. Im Urlaub will ich möglichst viel erleben, wandern, Städte angucken. Im letzten Urlaub haben wir auf einem Schweizer Pass auf über 2.000 Metern übernachtet. Ringsum nur Berge und in der Nacht ein Sternenhimmel, den ich so noch nie gesehen habe.

CDstarts.de: Welcher Song deines Albums „Der Beste Ort Sind Wir“ war in der Entstehung bzw. bei den Aufnahmen der härteste Brocken und warum?

Till Seifert: „Die Stille die wir hören“ war ziemlich hart beim Songwriting. Dieses Gefühl, sich von einem anderen Menschen zu entfremden, bis man fast eine ohrenbetäubende Stille hört, wollte ich in die passenden Worte packen. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass mir ein Wort gefehlt hat oder dass das Gefühl noch nicht rüberkam. Aber als mir dann die Zeile „Die Stille die wir hören“ einfiel, war auf einmal alles klar.

CDstarts.de: Mit Blick auf dein Album: Wie wichtig sind für dich im digitalen Zeitalter noch Dinge wie Cover-Artwork und Booklet-Gestaltung?

Till Seifert: Ich finde es eigentlich immer noch genauso wichtig wie früher. Eigentlich ist es ja egal, wie viele Menschen das Booklet noch lesen oder das Artwork ansehen. Die Leute, die es tun, sollen aber dafür belohnt werden. Deswegen haben wir auch bei diesem Album viel Zeit da reingesteckt.

CDstarts.de: Welche Rolle spielen für dich die Texte des Albums? Willst du „echte“ Inhalte vermitteln oder sollen die Worte nur gut zur Musik passen?

Till Seifert: Ja, echte Inhalte sind mir extrem wichtig. Ich schreibe ja alle Texte selber und auf diesem Album hat auch jeder Song einen persönlichen Bezug. Dass die Worte gut zur Musik passen ist natürlich auch wichtig, aber das muss immer Hand in Hand gehen, wenn man Musik in der Muttersprache macht, finde ich. Bosse ist ja auch jemand, der oft ziemlich unkonventionelle Sätze in seinen Songs singt, aber sie funktionieren trotzdem.

CDstarts.de: Warst du bei den Aufnahmen ein penibler Kontroll-Freak, der solange alles wiederholt, bis es perfekt ist oder hast du einfach spontan den Moment einfangen wollen?

Till Seifert: Das ist bei jedem Song anders. Manche Songs singt man tausendmal ein und entscheidet sich am Ende für die erste Version, weil man das Gefühl nicht nochmal so reinbekommen hat. Teilweise sind manche Parts sogar aus meinem ersten Demo des Songs. Der letzte Song auf der Platte ist schon etwas älter. Meine Stimme klingt da noch ein bisschen anders. Klar, man hätte ihn nochmal schnell neu einsingen können, aber wir wollten, dass man diesen Unterschied hört und tatsächlich passt das auch total zum Thema des Songs. Ein Dankeschön an all die Menschen, die diesen Weg mit mir gemeinsam gehen und mich wo es geht supporten.

CDstarts.de: Feuer frei! Was müssen unsere Leser unbedingt noch über das „Der Beste Ort Sind Wir“-Album wissen?

Till Seifert: Dieses Album ist mir daher so wichtig, weil es viele Hindernisse überwinden musste. Zuletzt die Corona-Geschichte, bei der auch nicht klar war, wann das Album wirklich kommt. Aber mit der Hilfe von vielen Menschen hat es dann doch geklappt und es ist ein sehr persönliches und abwechslungsreiches Werk geworden.

CDstarts.de: Zum Schluss möchten wir noch wissen, was du als deinen bisherigen Karrierehöhepunkt bezeichnen würdest und warum?

Till Seifert: Für mich war das die „#soweit2020 Tour“ vor ein paar Wochen. Ich bin mit dem Fahrrad 1.400 Kilometer von Flensburg bis zur Zugspitze gefahren, habe jeden Abend Konzerte gespielt und bin zum Schluss auf die Zugspitze gewandert. Das waren unglaubliche drei Wochen voller Musik, Energie und Zusammenhalt. Ganz aktuell machen wir einen Podcast darüber (#soweit2020 der Podcast). Die erste Folge kam bereits zusammen mit meinem Album am 02. Oktober raus.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Marco Sensche

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