I Want Poetry Interviews

  • 14.11.2020
Kurzinterview mitI Want Poetry
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I Want Poetry - News
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Wie Tine und Moritz von In Want Poetry mit ihrer Musik die Menschen erreichen wollen.

CDstarts.de: Wer war in eurer Kindheit euer Vorbild/Idol und warum?

Moritz: Freddie Mercury hat mich schon früh fasziniert. So versunken in die Musik und so voller Leben auf der Bühne - definitiv ein Held für mich. Tine: Mich haben starke Songwriterinnen sehr beeinflusst wie Joni Mitchell und Kate Bush.

CDstarts.de: Wie und wo kommen euch Ideen für neue Songs in den Sinn?

Tine: Das Schöne am Songschreiben ist, dass es jederzeit und überall passieren kann. Du weißt nie, wann eine Melodie, ein Rhythmus oder eine Song-Idee zu dir kommt. Es ist jedes Mal ein unbeschreiblicher Moment - ich lasse dann alles stehen und liegen: Erstmal den Song festhalten.

CDstarts.de: Sicherlich gibt es Musiker, die euch beeinflusst haben. Wir wollen natürlich wissen wer und warum?

Tine: In unseren Songs steckt unbewusst bestimmt eine Menge drin, von früheren Ikonen wie Tori Amos oder Joni Mitchell. Moritz hat ein Faible für Filmmusik - Hans Zimmer oder John Williams beispielsweise. Aber wir leben in einer musikalisch super-spannenden Zeit mit ganz vielen mega-talentierten Indie-KünstlerInnen wie Daughter, London Grammar, Half Waif, Aurora, Eivør, Helgi Jonsson - die Liste ist lang.

CDstarts.de: Ihr habt die freie Auswahl: Mit welchem Musiker oder Produzenten würdet ihr gerne ein Album aufnehmen? Begründet eure Wahl.

Tine: Wir hatten schon für „Human Touch“ das Glück, mit wirklich tollen Leuten zusammenzuarbeiten. Kieron Menzies zum Beispiel, sonst Tontechniker für Lana Del Rey, hat das Album gemischt und man spürt richtig, wie verliebt er in die Songs war. Aber wenn wir uns jemanden aussuchen dürfen: Jack Antonoff. Seine Produktionen mit Lorde, Taylor Swift usw. gehen unglaublich einfühlsam auf das tolle Songwriting und das Universum der Künstler ein. Und er bringt einfach einen Mega-Sound mit.

CDstarts.de: CD, Vinyl, Tape oder digital – wie organisiert ihr eure (Sammel-)Leidenschaft für Musik?

Moritz: Wir lieben es, bei Spotify oder YouTube auf Entdeckungsreise zu gehen. Lieblingsalben höre ich aber gerne am Stück - und da gibt es nichts schöneres als Vinyl. Schon wenn man die Platte in die Hand nimmt, behutsam auflegt - das erste Knistern aus den Lautsprechern - es gibt nichts Vergleichbares. Deshalb war auch ganz klar, dass es „Human Touch“ auch als Vinyl geben soll.

CDstarts.de: Welches („fremde“) Album aus eurer Sammlung würdet ihr unseren Lesern empfehlen und warum?

Tine: „The Caretaker“ von Half Waif ist ein irre-schönes Album. Intimer Sound, „schwebende” Produktionen und fantastische Lyrics.

CDstarts.de: Mal was ganz anderes: Beschreibt unseren Lesern, wie euer perfekter Urlaub aussieht. Habt ihr Tipps und Empfehlungen?

Moritz: Wir lieben es, einfach alles in den Bus zu werfen und loszufahren. Tine: Wir haben hinten eine Matratze drin, Campingkocher und Bialetti und mehr braucht es nicht. Naja, Badesachen und Gitarre natürlich.

CDstarts.de: Welcher Song des „Human-Touch“-Albums war in der Entstehung bzw. bei den Aufnahmen der härteste Brocken und warum?

Moritz: Letzten Februar waren wir mitten in den Aufnahmen, einige Songs waren schon fertig und andere gerade im Entstehen. Dann war plötzlich Pandemie - und alles ganz anders als geplant, z.B. konnten wir nicht mit dem Streichquartett ins Studio gehen. Aber gerade durch die außergewöhnliche Situation haben sich dann auch ganz viele tolle neue Dinge ergeben. Wir haben Aufnahmen mit Menschen aus anderen Ländern gemacht, die Streicher hat ein fantastischer Violinist aus England eingespielt. Den hätten wir sonst wahrscheinlich nicht kennengelernt. Tine: Wir haben uns ein Homestudio eingerichtet - das war der beste Schritt! Jetzt sind wir viel freier und können jederzeit Aufnahmen machen. Einige Tracks sind dann auch komplett so entstanden, besonders in „For The Night” stecken auch die ganzen Eindrücke dieser Zeit drin.

CDstarts.de: Mit Blick auf das „Human-Touch“-Album: Wie wichtig sind für euch im digitalen Zeitalter noch Dinge wie Cover-Artwork und Booklet-Gestaltung?

Tine: Für uns ist es sehr wichtig, dass man ein Album erleben und darin eintauchen kann. Wir hatten das unglaubliche Glück, für das Vinyl-Design mit einem tollen Designer aus Spanien und zwei genialen Fotografinnen, Elisabeth Mochner und Sandra Ludewig, zusammenzuarbeiten. Bild, Aussage, Musik - das hängt für uns untrennbar zusammen.

CDstarts.de: Welche Rolle spielen für euch die Texte des Albums? Wollt ihr echte Inhalte vermitteln oder sollen die Worte nur gut zur Musik passen?

Moritz: Das Thema „Human Touch“ beschäftigt uns schon lange - wir hätten nie gedacht, welche Brisanz das Thema plötzlich erlangen würde. Wir wollten die menschliche Berührung und Empfindung erkunden in all ihren Ausprägungen. Tine: Jeder Song auf „Human Touch“ beschreibt einen anderen Aspekt der Berührung: der Gefühlsrausch, wenn man einander zum ersten Mal berührt, die Begegnung mit dem Inneren Selbst, und dass wir alle verbunden sind, miteinander, mit der Natur, mit allem was uns umgibt. Wir können nicht anders, als berühren und berührt zu werden.

CDstarts.de: Wart ihr bei den Aufnahmen zu „Human Touch“ penible Kontroll-Freaks, die solange alles wiederholen, bis es perfekt ist oder habt ihr einfach spontan den Moment einfangen wollen?

Moritz: All of the above. Grundsätzlich möchte man natürlich das Beste aussuchen und auf die Platte packen, aber es gibt auch Songs, z.B. „For The Night”, bei denen wir die allererste Probeaufnahme genommen haben, weil sie die Emotion einfach am besten eingefangen hat.

CDstarts.de: Feuer frei! Was müssen unsere Leser unbedingt noch über das „Human-Touch“-Album wissen?

Tine: Zuerst die technischen Details: Es kommt am 27.11.2020 raus, als CD, Vinyl und digital. „Human Touch“ ist ein Album für Träumer, Sensible, Musikverliebte. Es war ein wahnsinnig spannender und schöner Weg bis zum fertigen Album, mit ganz vielen tollen Leuten aus der ganzen Welt. Moritz: Wenn ich die Platte anhöre, dann ist das wie ein Rückzugsort, eine sichere Höhle in der ganz für mich bin und die Welt ausblende. Wenn „Human Touch“ das auch für andere sein kann, das wäre das Größte.

CDstarts.de: Zum Schluss möchten wir noch wissen, was ihr als euren bisherigen Karrierehöhepunkt bezeichnen würdet und warum?

Tine: Für den Song „Islanders” wurden wir für den European Songwriting Award nominiert. Darüber haben wir uns sehr gefreut, weil wir uns selbst in erster Linie als Songwriter sehen. Das Wichtigste ist für uns aber, dass die Musik die Menschen erreicht. Wenn ein Song oder eine Zeile jemanden berührt, dann bedeutet uns das unglaublich viel. Das ist der Spirit von „Human Touch“.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Sandra Ludewig

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