Silly Interviews

  • 18.09.2021
Kurzinterview mitSilly
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Silly - News
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Ritchie und Jäckie berichten ausführlich über damals und heute.

CDstarts.de: Wer war in eurer Kindheit euer Vorbild/Idol und warum?

Jäcki: Mein Vorbild war (und ist) Paul McCartney von den Beatles. Mit 14 Jahren wollte ich so schöne Songs schreiben können. Wollte so super Bass spielen und wollte so schön singen. Ich wollte so aussehen, wie er und so reich und berühmt werden.

Ritchie: Natürlich waren das in meiner Kindheit u.a. auch die Beatles, allerdings auch die Rolling Stones oder andere Beat-Bands der Sechziger, wie zum Beispiel The Who, The Small Faces oder auch Procol Harum. Alles Bands, die wir in meiner damaligen Schulband auch nachgespielt haben. So richtig elektrisiert hat mich dann aber David Bowie mit seinem Song „Space Oditty“. Die Entwicklung seines künstlerischen Schaffens bis zu seinem Tod ist mir durchaus bis heute Vorbild.

CDstarts.de: Wie und wo kommen euch Ideen für neue Songs in den Sinn?

Jäcki: Das ist ganz verschieden. Beim rumdudeln, Musik hören, Autofahren, beim Wandern oder Kayakfahren, kurz vorm Einschlafen und und und. In jedem Fall ist es dann harte Arbeit, bis ein Song entsteht.

Ritchie: Häufig, wenn ich am Klavier sitze. Ich skizziere diese, meistens recht kurzen, musikalischen Ideen dann und lege sie weg. Zu Beginn der Arbeit eines neuen Albums forste ich diese sich angesammelten Skizzen gern durch und was mich dabei anspringt, wird weiter in Richtung Song entwickelt.

CDstarts.de: Sicherlich gibt es Musiker, die euch beeinflusst haben. Wir wollen natürlich wissen wer und warum?

Jäcki: Na siehe oben natürlich Paul McCartney und die Beatles. Sie haben unglaublich viele ganz tolle Songs geschrieben. Aber so pauschal kann man das gar nicht sagen. Es gibt so viele gute Musiker und Bands auf der Welt und da bekommt man immer wieder ganz verschiedene Anregungen aus allen Richtungen.

Ritchie: Ach, das waren über die Jahre sicherlich einige und so etwas ändert sich ja auch immer wieder mal. Zwischen den Siebzigern und heute liegt eben doch eine ziemlich lange Zeit. Aber ich denke auch hier kann ich für mich Bowie nennen. Ganz einfach, weil die Breite und Vielfältigkeit seines künstlerischen Schaffens, zwischen sehr populär und Avantgarde, einfach sehr beeindruckend war. Und das Ganze auch nicht nur auf die Musik reduziert, sondern oft Genre übergreifend.

CDstarts.de: Ihr habt die freie Auswahl: Mit welchem Musiker oder Produzenten würdet ihr gerne ein Album aufnehmen? Begründe eure Wahl.

Jäcki: Musiker ganz klar Paul! Er ist ja nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern auch ein toller Gitarrist und Pianist. Außerdem würde ich gerne wieder mal mir Sylvia Massy, mit der ich schon mal zusammen gearbeitet habe, etwas produzieren. Sie hat schon mit so vielen auch unterschiedlichen Bands und Interpreten zusammengearbeitet, hat das nötige Know How und kann sich sehr gut in die verschiedensten Stilrichtungen einfühlen.

Ritchie: Man, das ist schwer zu sagen. Tony Visconti, Daniel Lanois oder für mich als Keyboarder vielleicht doch lieber Brian Eno? Sylvia Massy, hat Jacki ja gerade erwähnt, ist auch ne gute Adresse. Da kann ich mich jetzt nicht wirklich auf einen festlegen. Wichtig für uns als Silly wäre oder ist, dass der jeweilige Produzent musikalisch auch flexibel und stilistisch nicht zu sehr festgelegt ist.

CDstarts.de: CD, Vinyl, Tape oder digital – wie organisiert ihr eure (Sammel-)Leidenschaft für Musik?

Jäcki: CD, Vinyl und digital. Je nachdem, wie und wo ich Musik höre. Tape nicht mehr.

Ritchie: Ganz klar Vinyl ! Ne Weile nichts, dann CD. Und digital eigentlich nur im Auto. Tape nur auf der Suche nach alten Songskizzen oder Ähnlichem.

CDstarts.de: Welches („fremde“) Album aus eurer Sammlung würdet ihr unseren Lesern empfehlen und warum?

Jäcki: Natürlich alle Alben von den Beatles, weil es einfach tolle Musik ist und meines Erachten nach all den Jahren, jedem Zeitgeschmack Stand hält. Ansonsten schwankt mein Musikgeschmack immer im Laufe der Zeit, ist abhängig von den Orten, an denen ich Musik höre, und ist natürlich auch von der jeweiligen Stimmung. In jedem Fall gilt für mich: Es gibt keine schlechte Musik, nur schlecht gespielte Musik! Zur Zeit höre ich: Midland „On The Rocks” (Country), The Immediate Family „Slippin' And Slidin'” (Blues-Rock), UZEB „Live” (Jazz-Rock), The Winery Dogs „The Winery Dogs” (Rock), Infectious Grooves „Sarsippius' Ark” (Funk-Rock), King Gizzard & The Lizard Wizard „L.W.” (Experimental Rock) und Bilderbuch „Mea Culpa” (Deutsch-Pop)

Ritchie: Bei den Beatles gehe ich mit Jacki. Da ist jedes Album ein Pop-Klassiker, welches auch die jüngeren Generationen kennen sollten. Bei uns in der Familie werden sie relativ regelmäßig, auch gemeinsam mit den Kindern (10 und 15), gehört. Ansonsten habe ich gerade „Couldn´t Stand The Weather” von Stevie Ray Vaughan & The Double Trouble von einem Freund geschenkt bekommen. Eine super Scheibe, welche sich im Moment schwerpunktmäßig auf meinem Plattenteller dreht. Aber eigentlich ist es nicht möglich EIN Album aus der Sammlung zu empfehlen, dazu ist sie zu umfangreich und mit zu vielen sehr verschiedenen Highlights meinerseits versehen.

CDstarts.de: Mal was ganz anderes: Beschreibt unseren Lesern, wie euer perfekter Urlaub aussieht. Habt ihr Tipps und Empfehlungen?

Jäcki: Bei mir in jedem Fall Urlaub in Kanada und/oder Alaska! Dort einfach die wundervolle Gegend erkunden, sei es mit dem Auto, dem Kayak oder beim Wandern und natürlich all die interessanten Menschen dort kennenlernen.

Ritchie: Bei mir ist es doch meistens der Süden, die Wärme und das Meer. Viel schlafen und lesen und gemeinsam mit der ganzen Family rumfahren und die jeweiligen Gegenden entdecken.

CDstarts.de: Welcher Song eures neuen Albums „Instandbesetzt“ war in der Entstehung bzw. bei den Aufnahmen der härteste Brocken und warum?

Jäcki: Kann man gar nicht so pauschal sagen. Harte brocken sind das mehr oder weniger alle. Wenn ich einen Song daraus nehmen müsste/sollte, dann würde ich sagen „Lautes Schweigen“. Da haben wir sehr intensiv am Arrangement rumgebastelt und auch konstruktiv „gestritten“.

Ritchie: Na, die Besonderheit bei der Produktion dieses Albums war ja, dass es zehn Songs quer aus dem gesamten Silly-Schaffen, neu aufgenommen, enthält. Im Speziellen sind das vor allem auch Songs, die sonst nicht unbedingt auf „Best Ofs“ etc. auftauchen. Zum Beispiel „Unterm Asphalt“, „So´ne kleine Frau“ oder „Halloween in Ostberlin“. Alles Songs, die in den Originalversionen schon mal ganz schön was vorlegen, in Sachen Sound, Interpretation und Arrangement. Diese Sachen neu aufzunehmen und mit neuen Aspekten zu versehen, ohne hinter dem Alten zurückzubleiben, war durchaus eine Herausforderung. Vor allem auch für Julia und Anna.

CDstarts.de: Mit Blick auf euer neues Album: Wie wichtig sind für euch im digitalen Zeitalter noch Dinge wie Cover-Artwork und Booklet-Gestaltung?

Jäcki: Für mich ist Cover-Artwork und Booklet-Gestaltung nach wie vor sehr wichtig. Das gehört für mich als Kunstform einfach zum Musikhören dazu. Aber vielleicht bin ich da auch etwas altmodisch.

Ritchie: Sehr wichtig! Vor allem fürs Vinyl! Ich hoffe, man sieht es dem Album auch an.

CDstarts.de: Welche Rolle spielen für euch die Texte des „Instandbesetzt“-Albums? Wollt ihr echte Inhalte vermitteln oder sollen die Worte nur gut zur Musik passen?

Jäcki: Texte waren und sind für Silly schon immer ganz wichtig! Es ist kein Zufall, dass wir neben den drei neuen Songs Lieder wie „Puppe Otto“, Verlorne Kinder“ oder „Halloween“ aus unserer Schatzkiste geholt haben, die wunderbar wieder zu den aktuellen gesellschaftlichen Themen der Zeit passen.

Ritchie: Wenn man sich unsere Alben bis in die achtziger Jahre zurück anschaut, wird man schnell bemerken, dass die Texte für Silly immer einen großen Stellenwert hatten. Bis heute werden wir daran gemessen. Für die neuen Lieder auf dem „Instandbesetzt“-Album haben wir erstmalig mit Jörn Kalkbrenner und Max Prosa als Texter gearbeitet. Mit tollem Ergebnis, wie wir finden.

CDstarts.de: Wart ihr bei den Aufnahmen zu „Instandbesetzt“ penible Kontroll-Freaks, die solange alles wiederholen, bis es perfekt ist oder habt ihr einfach spontan den Moment einfangen wollen?

Jäcki: Erstmal arbeiten wir immer sehr intensiv an den Songs. Wir wollen alles möglichst perfekt musikalisch produzieren. Aber natürlich sind spontane Ideen immer willkommen. Sie machen es dann noch perfekter.

Ritchie: Wenn man nur ganz neue Songs aufnimmt, kann man beim Basteln an den Arrangement natürlich unter Umständen auch sehr spontan sein. Aber hier gab es ja, durch das spezielle Konzept der Remakes, doch ein gewisses „Korsett“, was die übliche Spontaneität im Studio doch etwas einschränkte. Und Perfektionisten sind wir sowieso alle. Vor allem bei den Mixes!

CDstarts.de: Feuer frei! Was müssen unsere Leser unbedingt noch über das „Instandbesetzt“-Album wissen?

Jäcki: Auf dem Album sind zehn, sagen wir mal, Silly-Klassiker aus der gesamten Zeit von Silly und die reicht ja von 1978 bis jetzt. Diese Remakes sind natürlich komplett neu eingespielt, von AnNa R. und Julia Neigel gesungen und haben neue Aspekte in den Arrangements und Interpretationen erhalten. Wir haben auch noch drei neue Songs, als einen kleinen Ausblick in die Zukunft, hinzugefügt. Die Texte dazu, wie vorhin schon erwähnt, haben Jörn Kalkbrenner und Max Prosa geschrieben.

Ritchie: Jacki sagt es!

CDstarts.de: Zum Schluss möchten wir noch wissen, was ihr als euren bisherigen Karrierehöhepunkt bezeichnen würdet und warum?

Jäcki: Oh, eine scher zu beantworten Frage, weil es da sehr viele gab. Für mich gehört in jedem Fall unser Auftritt beim Mitfyn Festival/Dänemark im Jahr 1989 vor ca. 65.000 Besuchern dazu. Da waren unter anderen Santana, Miles Davis, Julian Lennon, Tracy Chapman und viele andere mit dabei. 1988 haben wir dort auch schon mal gespielt. Da waren noch Stevie Ray Vaughan and Double Trouble, Ziggy Marley & The Melody Makers, Van Morrison und viele andere mit dabei.

Ritchie: Ich würde noch ein weiteres dänisches Festival hinzufügen. Damals das erste im Reigen etlicher dänischer Rockfestivals. Und zwar das Skanderborg Festival. Der dazugehörige Slogan „Danmarks Smukkeste Festival“ (Dänemarks schönstes Festival) Und das war nicht übertrieben. Ein fantastisches Amphitheater mit ca. 10.000 Leuten Fassungsvermögen in einem herrlichem Wald-Ambiente. Dort haben wir u. A. mit Gary Moore zusammen gespielt. Auch das ein Höhepunkt in unserer Karriere.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Friederike Goeckeler

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