Joe Bonamassa Live: Saarbrücken, 26.06.2005, Kühlhaus

  • 30.06.2005
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Joe Bonamassa - Live: Saarbrücken, 26.06.2005, Kühlhaus - News
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„Hammer, die Strato“, sagt ein Langhaariger mit fachkundiger Miene: Joe Bonamassa rockt das Kühlhaus.

„Hammer, die Strato“, sagt ein Langhaariger mit fachkundiger Miene, deutet mit seinem Bier kurz in Richtung Bühne und prostet dann seinem Kumpel zu. Bald schon steht dem Gitarren-Experten in der ersten Reihe nur noch Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Joe Bonamassa steht auf der Bühne im „Kühlhaus“ in der Brebacher Landstraße.

„Der Junge ist in den USA ein Star. Und es war so unkompliziert, ihn zu kriegen“, freut sich Dragan Nikitovic, Mit-Organisator des Konzerts. Tatsächlich gehört Bonamassa, 28 Jahre jung, wie etwa Robert Randolph, BB Chung King oder Aynsley Lister zu einer Riege junger Gitarristen, die seit wenigen Jahren eine angestaubte Bluesrock-Szene neu aufmischen. Bonamassa ist dabei der Generationen-Brückenschlag gelungen, er wird einen Tag nach dem Auftritt im „Kühlhaus“ in Rotterdam die Bühne mit Blues-Legende BB King teilen.

Heute Abend jedoch rockt er erst einmal Saarbrücken – mit Bassist Eric Czar, Schlagzeuger Kenny Kramme und einem halben dutzend Gitarren. Bonamassas melodiöse Songs haben mit banalem Drei-Akkord-Schema wenig zu tun, vielmehr offenbaren sie genre-untypischen Abwechslungsreichtum. Das Publikum geht mit, puscht den Gitarristen mit der coolen getönten Sonnenbrille zu sportlichen Höchstleistungen. „So was gab’s in Saarbrücken noch nie“, sagt ein stolzer Uwe Thomas Fries-Bohl, Chef des Guitar24-Shops im Nauwieser Viertel und Privat-Initiator des Konzertabends, nach der Show. Vor drei Jahren hat er Bonmassa erstmals Live erlebt.

Sofort war ihm damals klar gewesen, dass er das Talent nach Saarbrücken holen muss. Und heute Abend kann Fries-Bohl sogar selbst als Frontmann der Support-Band „Crocodile Cowboys“ dem Publikum mit Klassikern von Hendrix und Co. einheizen. Eine Aufgabe, die zuvor schon die französische Formation „J.J. Gang“ erfüllt hat. Quentin Tarantino hätte wohl seine helle Freude an der „From Dusk Till Dawn“-Stimmung im proppevollen „Kühlhaus“ gehabt. Die Bluesrock-Veteranen und „Jungen Wilden“ im Publikum hatten sie allemal.

Johannes Kloth

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