Alicia Keys Live: Frankfurt, 04.03.2008, Festhalle

  • 08.03.2008
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Alicia Keys - Live: Frankfurt, 04.03.2008, Festhalle - News
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Alicia Keys zeigte sich trotz gerade erst geheilter Kehlkopfentzündung stimmlich souverän.

Alicia Keys ist eine Soulgöttin, wie sie im Bilderbuch steht. Mit ihrer atemberaubenden Stimme, die mit so viel Soul und Energie geladen ist, haut sie dem Publikum herzzerreißenden und emotionsgeladenen Songs um die Ohren, als stünde der Weltuntergang bevor. Auch in der Frankfurter Festhalle, wo Alicia auf ihrer „As I Am“-Welttournee einen Zwischenstopp einlegte, war dieses Phänomen zu spüren.

Nach einer rund zehnminütigen Predigt auf einer Riesen-Leinwand von einem Priester, den ich als Cedric the Entertainer identifizierte, begann Alicias Show. Cedrics Schlußsatz war: „Go and make money but don't let the money make you". Daraufhin öffnete sich die Bühnenwand und herausgefahren kam ein schwarz-glitzerndes Piano auf einem drehenden Podest. Natürlich mit Soulqueen Alicia Keys.

Das Tolle an Alicia Keys ist, dass sie nicht dem Wahn anderer Superstars folgt und sich während eines Konzertes zehnmal umziehen oder beinahe nackt auf der Bühne stehen muss. Es reichten drei verschiedene Oberteile und eine lange, schwarze Jeans. Okay, die Oberteile sahen nicht wirklich gut aus. Es hatte manchmal sogar den Anschein, dass sie etwas verbergen sollten. Wie etwa eine mögliche Schwangerschaft. Aber ich möchte an dieser Stelle keine Gerüchte in die Welt setzen. Bleiben wir also bei der Musik.

Unverschämt gut aussehende Tänzer und Tänzerinnen, drei Ladies und ein Mann als Backgroundsänger und natürlich eine Live-Band rundeten das Paket ab. Alicia zeigte sich trotz gerade erst geheilter Kehlkopfentzündung stimmlich sehr souverän. Wobei sie bei dem ein oder anderen Song den Ton nicht ganz richtig traf. Aber was soll es. Das macht sie, zumindest aus meiner Sicht, nur sympathischer. Schließlich sind wir alle nur Menschen. Zwar trafen die einstudierten Tänze von Alicia nicht ganz meinen Geschmack, aber schlecht waren sie ganz und gar nicht.

Am Besten ist Alicia aber immer dann, wenn sich ihre Band, die Backgroundsänger und Tänzer von der Bühne zurückziehen und nur sie alleine am Klavier performt. Da fällt einem plötzlich auf, dass man nur auf diese Momente gewartet hat. Es sind keine Lichteffekte, Choreografien, Outfitwechsel oder sonst was nötig. Alicia, ganz ehrlich, wir wollen nur dich alleine auf der Bühne mit deinem Piano!

Genau damit entzückte sie dann auch bei Songs wie „Fallin“ oder „Superwoman“. Es wurde ganz still in der Halle und das Publikum schaute gespannt auf diese eine Frau, die so toll singen kann, dass es einem wirklich die Sprache verschlägt. Gänsehaut gab es, als Alicia ihren Song „Send Me An Angel“ ihrer Hilfsorganisation „Keep A Child Alive“ widmete und im Hintergrund Aidskranke Kinder auf der Leinwand zu sehen waren. Der Satz: „Let’s start a virus to kill a virus" erschien immer wieder auf der überdimensionalen Leinwand. Die Nackenhaare von über 8000 Personen stellten sich in diesem Moment auf. Grandios und traurig zugleich.

Auch das Duett mit ihrem Backgroundsänger war eine Klasse für sich und artete in eine Art Geschlechterkampf aus. Die beiden brachten ihre Stimmen in ungeahnte Höhen. Umwerfend! Als krönender Abschluss verabschiedete sich Ms. Keys mit ihrem aktuellen Hit „No One“. Das zuvor so ruhig-lauschende Publikum wurde an dieser Stelle plötzlich zum Leben erweckt und sang lauthals mit. Ein magischer Moment. Natürlich gab Alicia auch noch eine kleine Zugabe und nach insgesamt zwei Stunden beendete sie ihr Konzert in der Frankfurter Festhalle.

Fazit: Alicia Keys hat ein grandioses Konzert gegeben, das aber leider trotzdem ein kleines bisschen unter ihrem Niveau war. Ein bisschen mehr solo, mehr Stimme und weniger Entertainment, hätten der Show gut getan. Doch alles in einem ist natürlich nicht zu bestreiten, dass diese junge Dame eine außergewöhnliche Sängerin ist. Dies hat sie auch in Frankfurt bewiesen.

Hanna van der Velden für CDstarts.de

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