Duffy Live: Köln, 09.06.2008, Palladium

  • 15.06.2008
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Duffy - Live: Köln, 09.06.2008, Palladium - News
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Duffy steht am Anfang ihrer Karriere. Und der kann sich gut hören lassen.

Aimee Anne Duffy stellt zusammen mit Amy Winehouse und Adele gerade die Musikwelt auf den Kopf. Doch während Amy Winehouse schon länger in der Yellow-Press zu Hause, schleicht sich die 23jährige Waliserin mit ihrem Song „Mercy“ in den Charts an Winehouse vorbei. Somit ist es kein Wunder, dass das Duffy-Konzert on Köln gleich zweimal in jeweils größere Hallen verlegt worden ist. Die Kapazität des Palladiums (ca. 4.000 Zuschauer) ist letztendlich dann doch völlig ausreichend. Gut 300 Leute hätten sogar noch Platz gefunden. Das bedeutet für den heutigen Abend: Gut gefüllt, aber nicht ausverkauft.

Es ist ungefähr 20:30 Uhr, als Duff die Bühne betritt und mit dem Stück „Syrup & Honey“ das Konzert eröffnet. Sofort wird klar, weswegen alle hier sind: Diese ungewöhnliche Stimme, die mit einer Mischung aus Sanftheit, Vibration und Krätzen aus den Boxen schwebt und die Stimmung beim Publikum hebt. Duffy gibt sich schüchtern und zurückhaltend und fast etwas zugeknöpft. Sie bedankt sich zwar mehrfach beim Publikum, aber Kommunikation ist nicht ihre Stärke. Macht aber auch nichts, denn es wirkt auf keinen Fall unsympathisch. Auch das Publikum genießt und schweigt, Partystimmung kommt nicht auf.

Das hat mehrere Gründe. Eine Halle in der Größenordnung ist bei diesem Genre von Musik, Gift für die Stimmung. Zum zweiten sind die Songs allesamt ganz nett und zeigen Duffys Potenzial, dennoch grooven sie nicht so richtig, gehen nicht durch Mark und Bein. Die besten Stücke sind „Warwick Avenue“ und „Stepping Stone“, am meisten Stimmung kommt aber bei „Mercy“ auf.

Nach rund einer Stunde verlässt Duffy mit ihrer Band die Bühne, um wenig später mit „Distant Dreamer“ als einzige Zugabe das Konzert abzuschließen. Fakt ist: Duffy hat Potenzial, aber es ist auch noch gehörig Luft nach oben. Mit rund 16 Euro Eintrittspreis im Vorverkauf und 20 Euro an der Abendkasse war es schätzungsweise das günstigste Palladium-Konzert seit langer Zeit. Duffy steht am Anfang ihrer Karriere. Und bereits der kann sich live gut hören lassen.

für CDstarts.de

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