Joe Bonamassa Live: Berlin, 19.05.2009, Fritzclub im Postbahnhof

  • 28.05.2009
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Joe Bonamassa - Live: Berlin, 19.05.2009, Fritzclub im Postbahnhof - News
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Keiner, der sich für Blues interessiert, kommt an diesem Mann vorbei.

Am Berliner Ostbahnhof befindet sich der alte Postbahnhof und darin ist der Fritzclub beheimatet. An diesem Abend ist Joe Bonamassa mit seiner Band zu Gast und der ca. 1000 Personen fassende Saal ist bereits kurz vor Konzertbeginn sehr gut gefüllt. Der durchschnittliche Besucher ist vom Alter 40+, was bei Musik der Marke Bluesrock nicht weiter verwundert. Es gibt aber auch genug jüngere Leute.

Pünktlich um 21.00 Uhr erscheint die Band auf der Bühne und es erklingen die ersten Töne des instrumentalen „Django“. Erste Überraschung des Abends: Es gibt keine Vorband. Macht nichts, kommen wir gleich zum Kern der Show. Die zweite Überraschung folgt: Von Bonamassa keine Spur. Seine Gitarre ist bereits zu vernehmen, da spaziert der 32-Jährige in Hemd und Sakko lässig von der Seite auf die Bühne und wird vom Publikum gefeiert. Überraschung Nr. 3: Auf seiner Schulter hängt eine elektrische doppelhalsige Gitarre von Gibson, ein echter Hingucker. Der Spot geht auf Bonamassa, die Rockshow kann beginnen!

Ohne Pause geht es nach dem Intro gleich weiter mit zwei rockigen Songs des neuen Albums, gefolgt von älteren Stücken. Bei „Mountain Time“ kriegen wir eine im Vergleich zum Album deutlich längere und verspieltere Version geboten. Überhaupt glänzt Bonamassa mit seiner Gitarrenarbeit. Die rockigen Songs sind voller Power und Energie, seine Gitarrensoli dynamisch und deutlich ausschweifender als auf den Alben. Bei den ruhigeren Stücken spielt er voller Emotion und zeigt dies auch in seiner Mimik und mit seiner Stimme. Ein Bluesrocker mit Herz und Seele. Besonders die Ballade „Sloe Gin“ kommt sehr emotionsgeladen daher und wird von den Zuschauern begeisternd aufgenommen. Das ist bereits das siebte Lied an diesem Abend und erst danach hören wir die erste Ansprache von Bonamassa!

Die Setlist ist eine gelungene Mischung aus neuen und alten Liedern, die für jeden etwas zu bieten hat. Der Sound im Fritzclub ist wirklich gut an diesem Abend, einzig der Bass wummert ein wenig zu laut. Ansonsten ist Herr Bonamassa mit seinen Gitarren klar im Vordergrund. Die Betonung liegt auf Gitarren, denn länger als zwei Lieder hält er es mit einer Gitarre nicht aus. So bekommen wir während des Konzerts eine ganze Palette an Gitarren präsentiert.

Zum Ende des Konzerts gibt es noch eine Präsentation des Könnens. Die Band verschwindet, Bonamassa nimmt sich seine Akustikgitarre und was folgt ist keine ruhige Ballade, ganz im Gegenteil. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf dem Gitarrenbrett trägt er eine gesanglose Version von „Woke Up Dreaming“ vor. Ein mäandern zwischen leise und laut sowie schnell und langsam – einfach unglaublich! Er unterbricht seine Achterbahnfahrten auf der Gitarre immer wieder kurz und verstummt, was das Publikum zu lauten Jubelrufen animiert. Die Kommunikation zwischen Bonamassa und den Zuschauern läuft bestens, auch wenn nicht über Worte sondern über das Instrument. Im Anschluss findet sich die Band wieder ein und es folgt eine lange Jam-Version von ZZ Tops „Just Got Paid“, die irgendwann in Led Zeppelins „Dazed And Confused“ mündet. Hier lässt der Gittarist einige Gitarrenpassagen vom Publikum nachsingen.

Es folgt die Zugabe und die Vorstellung der Band. Carmine Rojas am Bass, der bereits für Größen wie Rod Stewart, David Bowie, Tina Turner und Stevie Wonder gespielt hat. Rick Melick an den Tasteninstrumenten und nebenbei der Mann mit dem coolsten Bühnenaccessoire, einer auf dem Keyboard sitzenden Buddhafigur mit angeklebtem Bart. Bogie Bowles am Schlagzeug.

Wer Joe Bonamassa mit seiner Band noch nicht live gesehen hat, kann sich auf seiner Homepage unter JBTV einen Vorgeschmack holen. Dort sind einige Livesongs als auch Auftritte in Fernsehsendungen zu bestaunen. Ein Konzertbesuch lohnt sich auf alle Fälle, denn keiner, der sich für Blues interessiert, kommt an diesem Mann vorbei.

Setlist:

  • Django
  • Ballad Of John Henry
  • Last Kiss
  • So Many Roads
  • Mountain Time
  • Bridge To Better Days
  • Sloe Gin
  • The Great Flood
  • Lonesome Road Blues
  • Happier Times
  • Your Funeral My Trial
  • Blues Deluxe
  • Woke Up Dreaming
  • Just Got Paid
  • Story Of A Quarryman
  • Asking Around For You

für CDstarts.de

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