Andy McKee Live: Köln, 08.04.2010, Gloria

  • 07.05.2010
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Andy McKee - Live: Köln, 08.04.2010, Gloria - News
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Der US-Fingerstyle-Gitarrist zu Gast in Köln.

Gut eine Stunde vor Beginn hatte sich vor dem Venue schon eine lange Schlange gebildet, die erahnen ließ, dass das im Vorverkauf nicht ausverkaufte Konzert an diesem Abend zu einer recht engen Angelegenheit werden sollte. Innen angekommen wurde die Überraschung noch größer, da man eine Teilbestuhlung vorgenommen hatte, die den ohnehin begrenzten Platz noch weiter einengte. Da die Abendkasse auch noch viel zu tun hatte, war der Veranstaltungsort reichlich überfüllt, als Andy McKee Punkt 20:00 Uhr die Bühne betrat. Von seinen drei Gitarren eingerahmt begann er den Gig schwungvoll und zog die Zuschauer sofort in seinen Bann.

Der US-Amerikaner gehört zu den besten Fingerstyle-Gitarristen und wurde 2006 weltbekannt durch seine Youtube-Videos, die offenbar den meisten Besuchern bekannt waren. War der Applaus bei den ersten Songs schon groß, wurde er nach seiner Interpretation von Totos „Africa”, in der er alle Instrumente und die Gesangslinie berücksichtigte und einarbeitete, noch gesteigert. Der tosende Applaus war der endgültige Startschuss für einen unvergesslichen Abend mit einem hervorragenden Musiker und humorvollen Entertainer, denn auch seine Einwürfe dem Publikum gegenüber wurden im großem Gelächter kommentiert.

Sein Programm enthielt neben Songs des aktuellen Longplayers „Joyland” auch diverse Coverversionen sowie alte Stücke, die entweder auf seinen vorherigen CDs zu hören sind oder unveröffentlicht sind. Auffallend war, dass sich McKee ohne Setlist durch das Programm bewegte. Heutzutage eine Seltenheit bei Konzerten, die von vorne bis hinten durchorganisiert, geplant und gestlyt sind. Neben der brillanten Gitarrenkunst war die musikalische Brillanz, die durch eine perfekte Abmischung untermauert wurde, ein wahres Vergnügen. Dies, gepaart mit McKees Wortwitz und der Gabe beiläufig witzige Geschichten zu erzählen, ließen die Zeit wie im Fluge vergehen. Nach 50 Minuten verließ er dann auch, nicht ohne vorher die lang erwartete Gitarrenharfe gespielt zu haben, vorerst die Bühne.

Nach 15 Minuten Pause, die etliche Zuschauer zum dringend benötigten Füße vertreten oder etwas zu trinken zu holen benötigten, erschien der Gitarrist aus Topeka wieder. Die folgenden 50 Minuten waren ein erneuter audiovisueller Genuss. Der Schwerpunkt dieses zweiten Teils lag vornehmlich auf Stücken seiner aktuellen CD. „Away” klang dabei um einiges besser und lebendiger als auf dem ohnehin sehr gut gelungenen Silberling. Besonders hervorstechend war jedoch die überragende Live-Version von „Hunters Moon”. Nebenbei erwähnte McKee auch seine Vorliebe für Musik der 80er Jahre und spielte sein von „Joyland” bekanntes Cover von „Everybody wants to rule the world” (im Original von Tears for Fears) wieder. Mit einem Potpurri der aus Youtube bekannten Songs beschloss der Musiker sein Programm.

Weitere vier Zugaben später endete der wunderschöne Konzertabend mit „Art of motion”. Im Vorraum warteten dann viele Fans noch auf McGee, der bereitwillig CDs signierte, Fotos machen ließ und Autogramme gab. Alles in allem ein Abend, der wohl keinem Besucher in der nächsten Zeit aus dem Kopf gehen wird.


für CDstarts.de

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