Anathema Live: Köln, 19.06.2010, Luxor

  • 24.06.2010
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Anathema - Live: Köln, 19.06.2010, Luxor - News
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Die Engländer haben Sand im Getriebe.

Anathema sind im Juni mit ihrem neuen Album endlich zurückgekehrt und als kleine Einstimmung gab es eine Mini-Tour mit drei Konzerten in Deutschland. Im Vorfeld war klar, dass es keine Vorband geben wird und damit der Weg für eine längere Setlist nicht nur mit neuen Songs gegeben war. Das Konzert im Kölner Luxor begann pünktlich um 19:30 Uhr. Gespielt wurden neben den neuen Songs vieles von „Alternative 4„ und „Judgement“, seltsamerweise aber nichts von „Eternity“, nicht einmal „Angelica“. In der zweiten Konzerthälfte hörte man einiges von „A Natural Disaster“ und nach „Flying“ gab es eine kleine Durchschnaufpause, jedenfalls für alle außer Danny, der alleine „Are You There?“ aufführte. Lee Douglas wiederum tauchte nur bei den Songs auf, bei denen sie auch singen durfte und verschwand sonst hinter der Bühne.

Die Stimmung war auf Seiten der Zuschauer als auch der Musiker sehr gut. Vincent war immer wieder für ein Späßchen aufgelegt, so hat er zum Beispiel zwischendurch „England, mein Land, wieso kannst du kein Fußball spielen?“ gesungen, auf deutsch wohlgemerkt. Er ließ sich auch durch kleine Pannen, wie dem zwischenzeitlichen Ausfall der elektrisch verstärkten Akustikgitarre nicht irritieren. Das Publikum glänzte immer wieder durch rhythmisches Klatschen, nur konnten es einige weiter hinten nicht unterlassen zu quatschen. Der Sound im Luxor war zu Beginn des Konzerts nicht sonderlich gut, wie es für einen Club mit niedriger Decke nicht unüblich ist, wurde aber mit der Zeit besser. Besonders bei ruhigen Passagen war der Klang in Ordnung.

Zwischen zwei Songs brüllte jemand etwas von Weltmeister, sicherlich ging es dabei um die deutsche Elf, was sonst. Vincent hat jedenfalls Jägermeister verstanden und ließ verwundert denjenigen seine Aussage wiederholen. Als er Weltmeister vernommen hat, wusste er zwar nicht was es bedeutet, hielt es aber für einen Spitznamen und sagte „You are Weltmeister!“. Kein Problem, das hören wir gern. Nach zwei Stunden Spielzeit kamen Anathema für eine kleine Zugabe zurück und während sie die Gitarren stimmten und den Anfang etwas verzögerten, versank man in Gedanken über den Song den sie wohl spielen würden und der bisher in der Setlist nicht auftauchte. Sie rüttelten die Zuschauer unsanft aus diesen Gedanken mit dem plötzlichen Einsatz von Led Zeppelins „Kashmir“. Sehr überraschend und sehr gelungen. Faszinierend wie es Vincent geschafft hat seine Stimme an die von Robert Plant anzulehnen.

Die neuen Songs wurden meist in zweier Paketen vorgetragen und erreichten leider noch nicht die Livequalität der älteren Stücke. Anathema schafften es nicht die Atmosphäre der neuen Musik so wiederzugeben wie auf dem Album. Erschwerend waren dabei die vielen hinzugewonnen Elemente, die zwangsweise als Samples eingespielt werden mussten, wie die Streichinstrumente bei „Universal“. Die Lieder konnten aber auch so sehr viele Emotionen vermittelten. Mit Sicherheit werden die Engländer die bisher fehlende Übungszeit nachholen und bei der angekündigten Tour im Herbst auch vollständig überzeugen. Nur bitte dann in geeigneteren Clubs.

Setlist:

  • Thin Air
  • Deep
  • Forgotten Hopes
  • Destiny Is Dead
  • Dreaming Light
  • Everything
  • Inner Silence
  • One Last Goodbye
  • Empty
  • Lost Control
  • Angels Walk Among Us
  • A Simple Mistake
  • Closer
  • A Natural Disaster
  • Judgement
  • Panic
  • Temporary Peace
  • Flying
  • Are You There?
  • Universal
  • Hindsight
  • Shroud Of False
  • Fragile Dreams
  • Kashmir

für CDstarts.de

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