Van Canto Live: Köln, 07.01.2011, Essigfabrik

  • 10.01.2011
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Van Canto - Live: Köln, 07.01.2011, Essigfabrik - News
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"Heavy Metal A Capella" in der Essigfabrik.

Im Rahmen ihrer „We Sing Metal Songs“-Tour kehrten die Musiker von Van Canto auch in Köln ein. Location dafür bot die Essigfabrik, die an diesem Abend von knapp 1.000 Fans besucht wurde, um diese einzigartigen Künstler zu feiern.

Doch bevor die Fans ihre Idole feiern durften, übernahmen zwei Bands die Aufgabe das Publikum entsprechend einheizen zu dürfen: Orden Ogan und In Legend. Erstere begann pünktlich um 20.00 Uhr mit ihrem ca. 40-minütigen Gig mit einem ersten Technikpatzer – dem falschen Intro vom Band. Nichts, was man nicht schnell lösen könnte und so konnte es auch schnell mit den vier charismatischen Herren von Orden Ogan losgehen. Über ihre musikalischen Fähigkeiten gibt es eigentlich nichts zu meckern, sie wussten durchaus zu gefallen und das Publikum zu begeistern. Vor allem der Song „We are Pirate“ aus dem Spiel „Monkey Island“ schaffte es das Publikum in Bewegung zu bringen. Leider bleibt es nicht aus festzustellen, dass der Band die gewisse Originalität fehlt, die gute Bands von großartigen unterscheidet.

Nach kurzer Umbaupause gehörte die Bühne In Legend, dem Nebenprojekt von Van Canto – Schlagzeuger Bastian Emig. Schlichte Besetzung (Drums, Bass, Keyboard + Gesang) und dafür kreative Bühnengestaltung (Gitarrenboxenturm, Keybordgestaltung) waren das erste Bild, das sich von dieser Band darbot. Klanglich gab es leider zunächst schiefe Töne von Sänger Basti, was auf Probleme mit seinem rechten Earpiece und damit verbundenem einseitigen Hören zurückzuführen war und sich glücklicherweise im Laufe des ebenfalls 40-minütigen Auftritts deutlich besserte. Nachdem ihre EP „Pandemonium“ 2010 erschienen war, kündigten sie nun für dieses Jahr ihr Debütalbum an. Die Van Canto Fans zeigten sich bezüglich des Auftritts sehr begeistert, was sogar zu Zugabewünschen führte, die – erstaunlich für eine Vorband – sogar erfüllt wurden. Musikalisch war man hier allerdings auch nicht völlig überzeugt, denn auch hier fehlte das gewisse Etwas neben dem Charisma der Musiker.

Ab 22.00 Uhr gehörte die inzwischen bis auf das Schlagzeug völlig leer geräumte Bühne dem lang erwarteten Hauptact Van Canto. Das Publikum zeigte sich vom ersten Ton an begeistert und auch neue Interessenten lassen sich schnell mitreißen. Auffällig war zunächst vor allem neben brillanten musikalischen Inszenierungen die Bewegungsfreude der Sänger. Hier klebte niemand wie es bei anderen Bands tragischerweise so üblich ist an seinem Platz, sondern nutzte die gesamte Bühne, wenn auch teilweise fast ein wenig zu übereifrig. Erstes großes Highlight wurde nach ca. einer halben Stunde ein Drumsolo. Basti ließ die Fans die Beats in typischer Nachsing-Manie wiederholen, was nochmals deutlich machte wie groß das Publikum an diesem Abend tatsächlich war. Fortgeführt wurde dieses Solo durch einen kleinen Battle zwischen Bass (Daniel von In Legend) und gesungenem Bass. Absolut begeisternd, denn klanglich war wirklich kaum auszumachen was nun Instrument und was Stimme war.

Mit „Wishmaster“, „Master Of Puppets“ und „Bard's Song“ präsentierten sie drei Cover, die in der Szene durchaus nicht unbekannt sind. Umso erstaunlicher ist es diese eigentlich durchaus Gitarrenlastigen Titel beinahe komplett gesungen zu hören und vor allem in den eigentlichen Gitarrensoli/Instrumentalparts ist das Staunen nicht alteingesessener Fans groß. Natürlich sind dabei auch nicht ihre Eigenkompositionen zu vernachlässigen, bei denen man völlig vergessen möchte, dass es überhaupt andere Instrumente außer einem Schlagzeug auf einer Bühne geben muss. Dank ausgeglichener Mehrstimmigkeit und intelligent gesetzten Lauten, bildete sich ein idealer Klangteppich, der alte und neue Fans mal zum Träumen, mal zu Begeisterungsstürmen veranlasste.

Die richtige klangliche Abmischung, die bei so komplexer Inszenierung von besonderer Wichtigkeit erscheint, stimmte leider zu Anfang des Konzertes nicht. Die Sänger klangen insgesamt zu leise, was sich glücklicherweise im Laufe des Auftritts verbesserte. Viel Gegenlicht und wenig Variation ließen trotz gegebener Möglichkeiten der Halle beinahe ein wenig zu Wünschen übrig. Nicht abklingen wollende Sprechchöre des in frühen Jahren der Band selbst inszenierten Slogans „Rakkatakka – Motherfucker“ wurden vor allem während Moderationsversuchen der Band lästig, denn außer dem Gebrüll der Fans hörte man fast nichts mehr, was im Verlauf des Abends nicht nur den ein oder anderen Fan sondern auch das ein oder andere Bandmitglied nicht mehr wirklich zu erfreuen schien.

Nichtsdestotrotz ein schöner Abend mit einer einzigartigen Band von der man hoffentlich in den folgenden Jahren noch einiges hören wird!

Setlist:

  • Lost Forever
  • Wishmaster
  • To Sing A Metal Song
  • Mission / Master Of Puppets
  • One To Ten
  • Rebellion
  • Drumsolo
  • Bard's Song
  • Speed Of Light
  • Kings Of Metal
  • Water Fire Heaven Earth
  • My Voice
  • Ronja / Path
  • Fear Of The Dark

für CDstarts.de

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