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Konzertberichte:
D - Live: Köln, 17.05.2011, Werkstatt
09.07.2011
Details
Blütenkimonos, Papierschirme und Kirschblütenregen.
Ihren Weg nach Deutschland hatte die Musik der japanischen Band D schon eine ganze Weile gefunden und so bereits eine nicht zu verachtende Fanbase unter den deutschen Genrefans gefunden. Die Veröffentlichung ihres aktuellen Albums in Deutschland durch Gan-Shin (3/2011) stellte schließlich einen weiteren Schritt auf dem Weg nach Europa dar und nun durfte man sich auch darüber freuen, die 5 Musiker auf deutscher Bühne begrüßen zu dürfen. Spielort dafür stellte die Kölner Werkstatt dar, vor der sich – wie bei vielen Konzerten dieses Genres noch üblich – schon Stunden und Tage vorher begeisterte Fans einfanden um den ersten Auftritt ihrer Lieblinge zu feiern.

Mit ein wenig Verspätung betreten die Künstler kurz nach 20.00 Uhr die Bühne, wie so oft üblich sind die Japaner ohne Vorband auf Tour. Die Band präsentiert sich kleidungstechnisch stiltreu und vor allem Sänger Asagi bezaubert die Fans in den ersten Songs in farbenfrohem Blütenkimono mit passendem Papierschirm und Kirschblütenregen. Doch nicht nur optisch, sondern auch musikalisch erreicht das Konzert ein nicht zu verachtendes Niveau. Die Stilmischung ist dabei typisch japanisch breit gefächert. Mal erklingen rockige Melodien, mit starken Gitarrenriffs, schnellen und prägnanten Beats und tiefem Gesang gemischt mit Growls, die keinen Zweifel daran lassen, dass diese Herren sich ganz darauf verstehen die Fans zu wildem Headbangen zu bewegen („In the name of justice“, „DAY WALKER“). Auch auf nahezu fröhlichen Rock-Pop wie man ihn auch von Kollegen wie D'espairs Ray kennt, beherrschen die Japaner durchaus. Asagis Stimme schmeichelt sich dabei gerne zart und spielerisch durch die Melodielinien und man kann sich des ein oder anderen Ohrwurms nur schwer erwehren („Yami no Kuni no Alice“). Natürlich dürfen auch Balladen im Repertoire dieser umfassenden Band nicht fehlen, bei denen vor allem Asagis zarter Tenor für Gänsehautmomente sorgt („Mukunaru Bara no Inori“). Wer nun glaubt, dass man an diesem Abend ein jedes Lied in eine Schachtel mit genauer musikalischer Einordnung hätte stecken können, irrt völlig. Nicht nur, dass man so unterschiedliche Stilelemente in der Setlist festmachen kann, die trotz allem ein völlig homogenes Konzert beschert hat, auch in den einzelnen Tracks selbst ist passende Abwechslung garantiert.

Nicht nur das Zusammenspiel der Musiker ist ein wahrer Schmaus für die Ohren, jeder einzelne Musiker für sich selbst betrachtet stellt zudem einen begeisternden Künstler dar. Natürlich liegt der Fokus des ersten Blicks auf Sänger und Songwriter Asagi, der mit unglaublicher Stimmbreite zu begeistern weiß und für einen Frontmann typisch den Damen der ersten Reihen den Kopf verdreht. Gitarrist und Songwriter Ruiza umgarnt die Fans mit starken Gitarrenriffs und technisch beeindruckenden Soli, die er mit fliegenden Fingern und charmantem Lächeln elegant und spielerisch einfach wirken lässt. Schlagzeuger Hiroki verzaubert vor allem während seines Drumsolos mit fliegenden Sticks das Publikum, das dabei immer wieder in wilde Begeisterungsstürme ausbricht.

Unbedingt zu erwähnen ist außerdem die Fannähe der Japaner. Schon von den ersten Klängen an gehen die Künstler immer wieder auf Tuchfühlung mit den ersten Reihen, klatschen Hände ab, lassen sich berühren, ja fast schon von der Menge umarmen. Wirkliche Ansagen beschränken sich dagegen eher auf ein Minimum, nicht dass es das Publikum sonderlich stören würde, denn die Stimmung kocht und wird immer wieder von der Band weiter angeheizt. Zudem nehmen sich die Künstler nach dem 2 Stunden langen Konzert noch die Zeit für eine Autogrammstunde, für die sich die Fans artig, gesittet und geduldig in der Halle selbst anstellen.

So bleibt im Resümee ein schwer vergesslicher Konzertabend, bei dem D während ihres Deutschlanddebüts in zwei Stunden Spielzeit einen harmonischen Mix ihres bisherigen Liedguts präsentieren konnten. Die Musiker begeisterten dabei optisch, künstlerisch und natürlich vor allem musikalisch in guter Tonqualität und entsprechender Beleuchtung. Genau so machen Konzerte Spaß!

Setlist:

  • OPENING SE
  • Ouka Saki Some Ni Keri
  • Hana Madoi
  • Schwarzschild
  • 7th Rose ~Return to Zero~
  • 7th Rose
  • Guardian
  • Night-ship „D“
  • Underground road
  • DAY WALKER
  • Drum Solo – Taiko no Kiba
  • Desert Warrior
  • Black Swan
  • Quartet ~Mayonaka no Shijuusou
  • Mukunaru Bara no Inori
  • In the name of justice
  • Toki no Koe
  • Yami Yori Kurai Doukoku to A CAPPELLA To Bara Yori Akai Jounetsu no ARIA
  • Der König der Dunkelheit
  • Vampire Missa
  • meteo ~Mubi no Koku~
  • Tsuki to Umi no Seiyaku
  • Yami no Kuni no Alice


Stephanie Wunderl für CDstarts.de

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