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Konzertberichte:
Dir En Grey - Live: Bochum, 13.08.2011, Zeche (Dir En Grey ) (Zum Interpreten)
16.08.2011
Details
Die Japaner präsentieren sich besser denn je!
Dir en Grey gehören nicht nur zu den umstrittensten Bands des gern benutzen Genres J-Rock, sondern auch der Metalszene. Ihre Songs sind vor allem textlich kontrovers, ihr Stil verändert sich gerne und vor allem ihre Liveshows werden grundsätzlich skeptisch begutachtet. So lässt sich nie ganz das Gefühl verwehren, die Bandmitglieder hätten keinen oder nur wenig Spaß auf der Bühne und die Gesangsdarbietung von Sänger Kyo lässt das eine oder andere Mal sehr zu wünschen übrig. Seine zusätzlich selbstverletzende Bühnenshow rundet dabei das Gesamtpaket der schlimmen Befürchtungen ab.

Schon vor dem offiziellen Einlass wurde die erste kleine Gruppe, die im Vorfeld VIP-Tickets erworben hatte, zum Meet & Greet mit der Band gebeten. Vor allem die Anfänge der Schlange des verbliebenen Rests nahmen dies zum Anlass, erste Drängelproben zu starten und zu beweisen, dass sie natürlich das beste Durchsetzungsvermögen hatten und Verluste dabei eben in Kauf genommen werden müssten. Traurig. Die Künstler selbst ließen sich schließlich zwischen Meet & Greet und Konzertbeginn gehörig Zeit, was in der schwülen Halle nicht unbedingt förderlich war. Den ersten Fan durften die Sanitäter so schon zehn Minuten vor Konzertbeginn aus der Menge ziehen und aus der Halle tragen.

Gut 30 Minuten nach eigentlichem Konzertbeginn betraten die großen Helden des Abends schließlich die Bühne. Die Stimmung im Saal, die schon in der Wartezeit dank Fanchören und „Dir en Grey“-Rufen nicht zu verachten war, kochte wie auf Knopfdruck hoch – definitiv eine gute Grundvoraussetzung. Doch die gute Laune sollte nicht nur auf Fanseite bleiben. Dir en Grey selbst gaben ebenfalls in jeder Hinsicht ihr Bestes! Gitarrist Die bewies nicht nur flinke Finger, sondern auch, dass er alle Regeln der Kunst des Headbangens mit Gitarre beherrschte, sprang, sang und tanzte und suchte immer wieder den Kontakt zu den Fans. Bassist Toshiya war ebenfalls nicht still zu halten. Mit gezielten Gesten forderte das Publikum immer wieder auf ihre Begeisterung zu zeigen und die Band gebührend zu feiern. Gitarrist Kaoru bewies sich ebenfalls mit über die Saiten fliegenden Fingern und sorgte damit für rege Begeisterung. Schlagzeuger Shinya, das zierlichste Mitglied der Band, wirbelte mit erstaunlicher Kraft und Ausdauer hinter seinem Drumset und bestach gleichzeitig mit schüchternen Blicken. Sänger Kyo jedoch war es, der am Meisten überraschte, überzeugte und vor allem jeden Skeptiker der Halle restlos begeisterte. Er sang, shoutete, growlte und schrie ins Mikrofon, als gäbe es kein Morgen mehr. Jeder Ton saß perfekt, jede seiner Bewegungen und Gesichtsausdrücke spiegelten die Emotionen der Songs wieder und es war nur schwer sich das ein oder andere Mal einer Gänsehaut zu verwehren.

Ein ganz besonderes Geschenk machten Dir en Grey ihren Fans mit dem Song „-karasu-“, den sie in Bochum zum allerersten Mal außerhalb Japans spielten. Die Begeisterung des Publikums war auch nach dem ca. anderthalb Stündigen Konzert groß, die Stimmung überwiegend positiv und das Konzert definitiv ein Anwärter für die besten Konzerte des Jahres. Einziges Manko des Abends war leider wie so oft der Sound. Je nachdem wo man sich in der Halle befand, war dieser nicht auf gleichem Niveau, so dass einige Zuschauer nicht in den vollen Genuss dieser herausragenden Gesangsdarbietung kommen konnten, da Kyos Stimme vor allem an den Seiten und im vorderen Bereich von zu lauten Instrumenten übertönt wurde. Wirklich schade.

Kyo selbst schrieb auf der offiziellen Facebookseite der Band: „Out of all the shows I have played to date, today's show was the best one ever. Thank you to everyone in Germany. -Kyo“. Dieser Aussage ist tatsächlich nichts mehr hinzuzufügen, denn Dir en Grey präsentierten sich nicht nur von ihrer besten Seite, sondern besser denn je. Genauso machen Liveshows Spaß und man kann sich nur wünschen, dass diesem großartigen Konzert zahlreiche weitere auf gleichem Niveau folgen werden!

Setlist:

  • Intro: Kyokotsu no nari
  • Hageshisa To, Kono Mune No Naka De Karamitsuita Shakunetsu No Yami
  • OBSCURE
  • LOTUS
  • RED SOIL
  • AGITATED SCREAMS OF MAGGOTS
  • "Yokusou Ni Dreambox" Aruiwa Seijuku No Rinen To Tsumetai Ame
  • DIFFERENT SENSE
  • DECAYED CROW
  • -karasu-
  • Tsumi to batsu
  • Gaika, Chinmoku Ga Nemurukoro
  • Reiketsu nariseba
  • AMON
  • ZAN
Encore:

  • zakuro
  • -saku-
  • rasetsu koku


Stephanie Wunderl für CDstarts.de

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Musik von Dir En Grey

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