Blackfield Festival, Gelsenkirchen, 23. - 24.06.2012

  • 12.07.2012
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Blackfield Festival, Gelsenkirchen, 23. - 24.06.2012 - News
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Ein nasses schwarzes Publikum mit dem Kanal im Rücken.

Das erste kleine Jubiläum feierte das Blackfield-Festival in Gelsenkirchen: Fünf Jahre lang erfreuen die Macher dieses Events die Gothic-Szene nun schon. Direkt am Rhein-Herne-Kanal, im Gelsenkirchener Nordsternpark, steht das steinerne Amphitheater. Diesmal war es sogar ausverkauft, d.h. Insgesamt ca. 12.000 Besucher strömten an beiden Tagen nach Gelsenkirchen. Das Line-Up war aber auch beeindruckend: In Extremo, VNV Nation, Saltatio Mortis, Combichrist, OOMPH! und Hocico sind nur ein Auszug des Jubiläumsriege, die das Publikum begeisterten. Neben Merchandise-und Gothic-Markt gab es noch einen kleinen Mittelaltermarkt, der ein Zelt beherbergte, welches auch noch Bands wie das Schandmaul-Nebenprojekt Weto, Subway-To-Sally-Sänger Eric Fish & Friends, Roterfeld und viele mehr vorstellte, die weitere musikalische Facetten der schwarzen Szene einbrachten: Vom Folk-Rock, Deutsch-Rock bis Electro-Pop reichte dort die Bandbreite.

Auf der Hauptbühne, wie immer mit dem Kanal im Rücken, wechselten sich am Samstag, der durchweg gutes Wetter brachte, End Of Green, Dreadful Shadows, die EBM-Legenden Hocico aus Mexico, die Rocker von OOMPH! sowie der Electro-Headliner VNV Nation. Vor allem Hocico brachte die Electronic-Body-Music-Anhänger zum Schwitzen und der Platz vor die Bühne war prall gefüllt. OOMPH! zeigten ihre harte Seite und spielten viele alte Songs wie „Wunschkind“, wobei Frontmann Dero die ganze Zeit sehr aggressiv die Bühne beherrschte: Recht witzig war der Moment, als das Publikum zum neuen Song „Seemannsrose“ schunkelte, da dieses Seemannslied dafür einfach perfekt war.

Am Sonntag offenbarte sich die böse Seite des Open-Air: Regen satt sorgte für ein nasses, schwarzes Publikum. Trotzdem hielten die meisten durch und nach jeder Menge EBM-Musik kamen dann die Mittelalterrocker von Saltatio Mortis: Mit Dudelsack, Drehleier, Drums, Bass, Gitarre und dem sportlichen Sänger Alea gaben die Spielleute Gas und präsentierten ihre harten und auch die eingängigen Hits, die durch deutsche Texte mit Tiefgang, viel Rockmusik und Interaktion mit dem Publikum präsentiert wurden. Danach gab es mit Combichrist wieder sehr tanzbares für den Electro-Rock-Fan zu hören und die Masse tobte ebenso. Warum beim Headliner In Extremo gar nicht mehr so viele Fans da waren, hat wohl einige Gründe.

Erstens: Das Wetter, denn nicht jeder steht gern stundenlang in nassen Klamotten vor der Bühne ohne zu frieren, zweitens: Die Szene kümmert sich gern um unbekannte Bands und drittens: Der EBM-Schwerpunkt vieler auffällig gekleideter Fans war auch nicht zu übersehen. In Extremo hatte aber immer noch genügend Publikum und das zurecht: Mit viel Licht- und Pyrotechnik, sehr vielen guten Songs aus ihrer langjährigen Bandgeschichte und einem starken Sänger brachten auch sie nicht nur die eigenen Fans zum Tanzen und Springen. Das Blackfield-Festival vereinte wieder die Szene und die normalgekleideten Musikfans, weil es die Musikvielfalt der Gothic-Szene stark präsentiert und das hoffentlich noch viele Jahre lang fortsetzt.

für CDstarts.de
Fotos: Daniel und Trixi Wiedemeier

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