Devilside Festival, 20. Juli - 22. Juli 2012 - Tag 2

  • 22.07.2012
Artikel teilen:
Devilside Festival, 20. Juli - 22. Juli 2012 - Tag 2 - News
Klicken für Großansicht

Der Kessel in Oberhausen brodelt: Suicidal Tendencies und Sabaton sind die klaren Protagonisten des Tages.

Für Samstag hat man sich ein Paar echte Schmankerl aufgehoben. Deutlich weniger Acts als am Vortag geben sich die Ehre. Dafür haben alle knapp 15 Minuten mehr Spielzeit und überhaupt: Im Running Order finden sich praktisch nur Kracher.

Bereits am frühen Nachmittag begeistern die Doomster von Saint Vitus sowie die Süßwassermatrosen Alestorm. Zweitere hätten aufgrund der nicht gerade kleinen Fanbase sicherlich einen Auftritt am Ende des Tages verdient. Der ruppige Power-/Viking Metal der Süßwassermatrosen funktioniert live noch sehr viel besser als auf der Platte. Mast- und Schotbruch!

Bild

Ab Skindred sollte dann die gesamte Festival-Meute endlich vollkommen mobilisiert sein. Klar, ein Mix aus Reggae und Metal ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber Skindred beweisen, dass sie live gut genug sind, um auch den letzten True Metaler mitzureißen. Benji Webbe ist ein Mann, der genau weiß, was er macht. Bei diesem walisischen Energiebündel gehorcht man gerne, wenn es befiehlt sich zu entkleiden und das Shirt über dem Schädel rotieren zu lassen.

Bild

Bei den The Carburetors melden sich alte Bekannte zurück, die treue Anhänger des Devilside bereits kennen und schätzen gelernt haben sollten. 2009 spielten sie zusammen mit ihren Helden Motörhead und The Bones. 2012 sind sie fähig die Flagge des treibenden, pumpenden Rock'n'Rolls alleine im Wind zu halten. Es gelingt! Sie sind so heftig wie Lemmy und seine Männer und mindestens genauso laut. Da soll und darf man die Norweger gerne als einen der Höhepunkte des Festivals sehen. Gitarrist Kai Kidd erfreut gegen Ende noch mit einer kleinen Feuershow, die den Gig auch optisch höchst eindrucksvoll macht.

Bild

Weniger Glück haben da Set Your Goals: Vor der Bühne will es einfach nicht voll werden. Wahrscheinlich bereiten sich die Hardcore-Fans auf Hatebreed oder Suicidal Tendencies vor und tanken präventiv nochmal Kraft fürs Moshen. So sehr sich die Burschen aus San Francisco auch anstrengen, sie kommen einfach nicht aus dem Quark und das Publikum bleibt auch viel zu zahm. Overkill haben da schon mehr Glück. Edelste Thrash-Kunst lässt kein Auge trocken und aufgrund Hymnen mit hohem Sing-along Potential hält man ein aus allen Altersgruppen bestehendes Volk vor der Stage.

Finnlands Genreakrobaten Amorphis überraschen mit einer sehr ausgeglichenen Setlist. Neueres Material findet sich genauso wie tief aus der Mottenkiste gekramte Nummern aus der Frühphase. Letztere kommen sogar deutlich besser an und überzeugen sehr viel mehr. Der viel zu basslastige Sound klingt für das melodische, neue Material etwas unsauber. Noch unglücklicher endet der Gig. Bei der Aufforderung den Refrain von „House Of Sleep“ mitzusingen, hat sich Sänger und Dreadlockschädel Tomi Joutsen etwas übernommen. Sein Plan geht kaum auf. Insgesamt bleibt zu sagen, dass Amorphis sich hier nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. War da nicht auch ein Keyboarder in der Band? Naja, Spaß hatte man trotzdem und sei es nur wegen der wirklich hohen Lautstärke.

Bild

„Let's get Cyco!“ hieß es dann bei Suicidal Tendencies! Und, heidewitzka, Mike Muir und seine Band mausern sich insgeheim zum Headliner des Festivals. Jedenfalls wird es voll. Richtig voll! Und die Masse geht ab. Richtig ab! Überall im Publikum entstehen satellitenartig Moshpits und wer kein Bock auf Haue hat, bleibt trotzdem nicht ruhig stehen. Die Kalifornier sorgen für eine richtig mitreissende Party und haben sich den Titel „Feinster Moment des Festivals“ absolut verdient.

Bild

Sabaton, inzwischen von ihrer Shoppingtour im CentrO wieder zurück, bleiben trotz der Wucht ihrer Vormänner gelassen. Kein Wunder, schließlich hat am Samstag jeder Zweite in der Altersgruppe U20 (aber auch darüber) ein Bandshirt von ihnen an. Die Schweden sind schon ein Phänomen, wenn man sich vor Augen hält, dass Power Metal seinen zweiten Frühling längst durchlebt hat und selbst in jenem nie Hypemusik war. Sabaton sind jedoch Hype. Live erklärt sich auch wieso, denn das Devilside ist ein weiteres Mal pickepackevoll und strapaziert seine Stimmbänder fast ohne Unterbrechung. Auch die folgenden Hatebreed haben dieser Live-Macht trotz Headliner-Status nichts entgegen zu setzen. Die Besuchermenge kocht zwar trotzdem, aber eins bleibt am Ende des Tages klar: Die Highlights waren Sabaton und Suicidal Tendencies!

für CDstarts.de

comments powered by Disqus
Weitere Artikel