Devilside Festival, 20. Juli - 22. Juli 2012 - Tag 3

  • 23.07.2012
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Devilside Festival, 20. Juli - 22. Juli 2012 - Tag 3 - News
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Stand and deliver or the Devil(-side) he may take ya!

Endspurt! Es ist fast schon ironisch, dass das Finale des Devilside Festivals wie geplant nach Innen verlegt wurde. Draußen machen sich die Wolken am azurblauen Himmel jedenfalls rar. Bestes Festivalwetter, wenn man so will. Aber Regeln sind nun mal Regeln.

Da stellt sich schon die Frage, ob es nach dem furiosen zweiten Tag nur noch bergab gehen kann. Arschlecken! Auch in der Turbinenhalle geht die Party fröhlich weiter, zudem sehr viel kompakter und dreckiger als zuvor. Beim Pogen fehlen zwar die Staubwolken, aber der Schweiß des Nebenmannes verdunstet im Schmelztiegel der Halle. Klar, Bands wie We Butter The Bread With Butter oder Against Me! heizen der Meute richtig ein. Erstere sind und bleiben kurios: Das nötige Maß an Humor („Backe, backe Kuchen!“) trifft auf hundsgemeinen Deathcore. Witzig, hart und mitreißend. Und Against Me! machen auch am Sonntag klar, dass der Terminus „Metal Festival“ ein sehr dehnbarer ist. Punkrock geht immer, die nötige Prise Folk lädt zum ausgelassenem Abfeiern und Saufen ein (noch immer gilt die Devise Betontods
: Wir müssen aufhören weniger zu trinken!).

Mit dem unheiligen Dreigestirn Biohazard, Powerwolf und Frank Turner & The Sleeping Souls erreicht der Tag dann ab kurz vor fünf seinen abwechslungsreichen Peak. Biohazard lassen es eng werden und sind gewohnt brachial. In ihrer Sparte erreichen sie zwar nicht ihre samstäglichen Vormänner von Skindred oder gar Suicidal Tendencies, machen aber trotzdem Laune. Powerwolf und ihr charismatischer Frontmann Attila Dorn halten ihren Metalgottesdienst ab. Die Fäuste und Pommesgabeln schießen fast sekündlich in die Höhe und einfache Punchlines des Powerwolfschen Materials holen selbst den Metaler ab, der noch nie etwas von den (gar nicht mehr so frischen) Newcomern gehört hat. Frank Turner und seine schlafende Seelen mobilisieren schließlich dutzende Fans, die extra für ihren Gig angereist sind. Sie wurden nicht enttäuscht!

„Ey, guck mal! Diese Thin Lizzy covern Metallica!“ Nach einem atmosphärischen und mehrminütig eingeleiteten Gitarrensolo machen die ehrwürdigen Iren ernst. Ihr gehärtetes Traditional „Whiskey In The Jar“ lässt so manchen Bengel und die dazugehörige Göre umdenken: Parallel mit den Löckchen zwischen den Beinen, sprießt auch der Gedanke, dass Molly das lyrische Ich schon lange vor einer auf Video dokumentierten Hotelverwüstung um dessen Kohle gebracht hat. Whack for my daddy-o, Devilside! Das war doch mal legendär, denn so oft wird man Thin Lizzy sicherlich nicht mehr live erleben dürfen. Der Abend gehört jedenfalls klar ihnen!

Last but nor least: Royal Republic und Ignite! Mit schmuzigem Rock und heftigen Hardcore findet das Festival einen würdigen und zünftigen Abschluss. Die letzten bisschen Kraftreserven erschöpfen sich anschließend noch am Heben des Bierglases oder Durchtreten des Gaspedals, um sich vom Gelände zu verabschieden.

Fakt ist: 2012 machte das Devilside Festival abermals eine Menge Spaß. Die Dezibel zu wenig, die am ersten Tag noch aufs Heftigste kritisiert wurden, legte man ab Samstag oben drauf und erstickte so wütende Reaktionen im Keim. Organisatorisch gibt es auch nichts zu meckern. Alle drei Tage war es friedlich und wenn es dann doch mal zu Problemen führte, war die Security nur wenige Sekunden später verlässlich zur Stelle. Suma sumarum: Die tolle Atmosphäre bleibt wehmütig in der Birne und macht bereits jetzt auf das Gastspiel im Jahre 2013 Lust. Man darf sich drauf freuen!

für CDstarts.de

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