17. Juicy Beats Festival, 28.07.2012

  • 07.08.2012
Artikel teilen:
17. Juicy Beats Festival, 28.07.2012 - News
Klicken für Großansicht

Impressionen aus dem Obstkorb

Schlechtes Wetter ist der Festivalkiller Numero 1, ganz klar! Besonders dann, wenn das Juicy Beats Festival, welches seinen 17. Geburtstag feiert, bisher (fast) immer sonnenverwöhnt war und man sich im Vornherein wieder auf eine gelungene Sommerparty in Dortmund gefreut hat. Wer nach Oben guckte, sah das Damoklesschwert im wahrsten Sinne des Wortes über dem Kopf hängen. Der dunkle Himmel – mal hell, mal weniger – dämpfte die Stimmung des ein oder anderen Besuchers doch merklich. Die Gewitterwarnung machte es auch nicht unbedingt besser. Insgesamt ließ man sich die Laune aber nur ungern verderben. Schließlich gibt es eine Menge zu sehen und eine Menge zu erleben.

Bild

Neben dem schier unendlich wirkenden Line-Up, ist seit den Anfängen des Festivals im Jahre 1996 die Stammlocation des Westfalenparks der größte Protagonist für die im Jahre 2012 aus ganz Deutschland strömenden Besucher (20 000 an der Zahl, um genau zu sein). Dunke Wolken hin oder her: Die satellitenartig verteilten Bühnen und Dancefloors lassen sich im gesamten Park finden und entdecken. Ob nun auf der großen Festwiese oder unter Bäumen ganz lauschig irgendwo am Rande und versteckt – Das Juicy Beats ist unter Garantie eines der Festivals mit dem idyllischsten und grünsten Gelände in Deutschland.

Bild

Mit Acts wie Modeselektor, Irie Révoltés oder DJ Koze hat man schwere Geschütze aufgefahren und weiß auf jeden Fall ein großes Publikum (auch weit über Fans von Electro hinaus) zu überzeugen. Alle Acts zu sehen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wer aber durch den Park schlendert und die Augen offen hält, kann den ein oder anderen Geheimtipp entdecken. Zum Beispiel die Bonner Mädels von Miaomio, die sich bereits als gestandene Liveband etablieren konnten und es nach wie vor verstehen einen geschmackvollen und intelligenten Pop zu spielen. Zwar fiel ihr Auftritt dank Regen sprichwörtlich ins Wasser (nicht das erste Mal in ihrer Live-Karriere), doch tapfer wird das Programm durchgezogen. Ebenfalls toll und leider kaum beachtet sind Kamp!, welche mit einem interessanten Synthie-Pop zu überzeugen wissen. Wer das Trio aus Polen gesehen hat, ist jedenfalls überzeugt von ihren Qualitäten.

Bild

Auch wenn das Juicy Beats durchaus mit seinen kleinen Acts zu begeistern weiß, sind es die großen, die die Crowd mobilisieren können. Egotronic, Kakkmaddafakka oder die Herren aus der Rap-Ecke (Casper und Prinz Pi) sind nur einige der anwesenden Bands und Interpreten für die ein Gros des Publikums überhaupt erst gekommen ist.

Bild

Ob es nun Ironie ist, dass Prinz Pi zeitlich vor Casper spielt, obwohl jener vor Jahren in seinem Vorprogramm war, bleibt nur zu spekulieren. Fakt ist jedenfalls, dass es Pi egal ist. Sein Stelldichein ist gewohnt locker, spaßig und mit viel Mitmachpotential. Besonders die Songs von seinem Album „Neopunk“ gehen ab und werden fleißig mitgesungen. Eine Schippe legt da nur sein ehemaliger Zögling Casper drauf. Dieser ist natürlich (mit Recht) das große Aushängeschild des Tages. Auch wenn einige Mädels kreischen und so Öl in das Feuer seiner durchaus vorhandenen Kritiker schütten, bleibt Benjamin Griffey der gute alte Cas. Neben Material von seinem aktuellen Album „XOXO“, hat er selbstverständlich auch einige alte Songs in Petto. Der Fan freut sich und fühlt sich gleich etwas eingeweihter. Und überhaupt: Bei seinen guten Tracks und der Live Action kann ihm wahrlich niemand böse sein. Alle Hände hoch!

Bild

Auch neben den Live-Auftritten hat der Besucher seinen Spaß. Auf verschiedenen Dancefloors heißen DJs ordentlich ein. Die Silent Disco läuft anfangs schleppend, nimmt dann aber immer mehr an Fahrt an. Für das Juicy Beats ist die Idee auf einem Dancefloor zu Musik über Kopfhörer zu tanzen noch ein Novum und findet als immer beliebter werdendes Phänomen rechtzeitig seinen Platz auf dem Festival. Der Rest ist dagegen laut. Bis in die frühen Morgenstunden.

für CDstarts.de

comments powered by Disqus
Weitere Artikel