Inoran - Live: Köln, 05.09.2012, MTC

  • 07.09.2012
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Inoran - Live: Köln, 05.09.2012, MTC - News
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Der japanische Star heutnah auf Clubtour.

In seiner Heimat Japan zählt Inoran zu den ganz Großen. Mit seiner Band Luna Sea begeistert er seit Jahrzehnten die Massen und auch auf Solopfaden ist er mehr als erfolgreich. Allein seine Solodiskographie umfasst neun Studioalben, sein Gesamtwerk wird neben seinem Part bei Luna Sea durch weitere nicht minder bekannte Bandprojekte wie M*A*S*S (gemeinsam mit X-Japan Legende hide) oder Fake? (gemeinsam mit Oblivion Dust Sänger Ken Lloyd) ergänzt. Seine Konzerte locken in der Regel fünfstellige Zuschauerzahlen in die großen Konzerthallen des Landes (z.B. 55.000 Zuschauer im ausverkauften Tokyo Dome mit Luna Sea im Dezember 2007 oder Solo ca. 50.000 Zuschauer auf dem Fuji Rock Festival 2011). Den Fans in Europa wurde nun etwas ganz Besonderes geboten – eine kleine Clubtour und damit der Musiker selbst hautnah.

Schon vor dem Konzert wartete das erste Highlight auf die ca. 100 Besucher des Kölner MTCs – ein persönliches Meet & Greet mit Inoran persönlich, für das sich der Künstler viel Zeit nahm. Geduldig signierte er Konzertkarten, CDs und Poster, schüttelte Hände und posierte für zahlreiche Photos. Dabei zeigte er sich von einer völlig natürlichen, bodenständigen Seite, die man an vielen Künstlern dieser Größenordnung leider vermisst.

Den Abend eröffnen schließlich Dreams Not Reality, kurz DNR, aus Italien. Die jungen Musiker hatten vor allem stark mit technischen Problemen zu kämpfen, die ihr Set aufgrund des straffen Zeitplans auf lediglich vier statt sechs Songs reduzierten. Nicht richtig eingestellte Backing Vocal Mikrophone, Probleme mit dem In-Ear-Monitor des Schlagzeugers und allgemein unausgeglichener Sound waren dabei leider wahrscheinlich auf den Tontechniker zurückzuführen, verschafften den Künstlern selbst allerdings so keinen guten Start auf diesem Konzert. Die Musiker, die ihren Stil selbst als EuroVisual betiteln, hätten mit ihrer Musik, die gute Ansätze zeigte, durchaus überzeugen können. Die Unsicherheiten aufgrund der technischen Probleme gepaart mit dem so zwangsweise verkürzten Set, ließen so leider nur wenig Chance zu, eine wirkliche Verbindung zum Publikum zu finden und die Stimmung aufzubauen, die diese Künstler verdient hätten. Schade!

Für Inoran selbst wurde der Sound leider auch nur geringfügig besser. Die technischen Probleme blieben Gott sei Dank aus, über eine sensiblere Abmischung vor allem in den Höhen hätten sich jedoch wahrscheinlich viele Zuhörer gefreut, die sich in einer gewissen Überbrillanz des Klangs widerspiegelte. Auch gelegentliche Rückkopplungen trugen nicht gerade zu einem begeisternden Klangerlebnis bei. In starkem Kontrast dazu stand die unbeschreibliche Spielfreude Inorans und seiner Band. Gitarrist Yukio Murata (von der Tokyoter Noiserock-Kultband My Way My Love), Bassist u:zo (zuletzt bei den kürzlich aufgelösten YELLOW FRIED CHICKENz tätig) sowie Drummer Ryo Yamagata (war zuvor u.a. bei Miyavi aktiv) stellten wirklich die ideale Besetzung für dieses Spektakel dar und unterstützten Inoran dabei nicht nur mit ihrem Talent, sondern auch mit ihrer Bühnenpräsenz.

Während der gut 70minütigen Show bewies sich Inoran als herausragender Entertainer, der dabei seinen natürlichen Charme nie ganz verlor. Zwar bestätigte sich dabei, dass der Künstler in erster Linie Gitarrist und nur in zweiter Linie Sänger ist, wirklich schade kann man das allerdings nicht finden. Zu überzeugend und begeisternd ist dafür schlichtweg sein Gitarrenspiel selbst, das alles andere eher zweitrangig wurde. Doch nicht nur Inoran selbst stand im Blickpunkt des Abends, auch seine Musiker durften sich mit kleineren Soli und Spielereien hervor tun und damit dem Publikum beweisen. Yukio Murata war es dabei, der die Fans bei seinem Gitarrenspiel mit Drumsticks wahrscheinlich am Meisten beeindruckte.

Mit „TONIGHT“, einem Luna Sea Cover, endete schließlich eine viel zu kurze, dafür aber nicht minder überzeugende Rockshow eines großartigen Musikers, bei der das Publikum ganz auf seine Kosten kam.

Setlist:

  • smoke
  • Super Tramp
  • No Name
  • Selfless
  • no options
  • Nasty
  • Rightaway
  • Hide and Seek
  • Shike
  • grace and glory
  • One Big Blue
  • Get Laid
  • TONIGHT

für CDstarts.de

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