Of Monsters And Men Live: Köln, 06.09.2012, E-Werk

  • 08.09.2012
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Of Monsters And Men - Live: Köln, 06.09.2012, E-Werk - News
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Die Isländer bestätigen auch live ihr Erfolgsrezept.

Denkt man an Musik aus Island, fällt einem wahrscheinlich zunächst neben Björk noch Sigur Rós oder Múm ein. Helgi Jonsson oder Jonsi könnten ebenfalls noch ein Begriff sein. Der neuste Stern am isländischen Musikhimmel sind nun Of Monsters And Men, die mit ihrem Debütalbum „My Head Is an Animal“ den Nerv der Zeit treffen und nicht zuletzt die deutschen Radiostationen mit ihrer Single „Little Talks“ für sich einnehmen.

Die Eröffnung des Abends oblag der ebenfalls isländischen Sängerin Lovisa Elisabet Sigrunardottir, die unter dem Künstlernamen Lay Low bekannt ist. Musikalisch durchaus passend gewählt, denn auch sie präsentierte schlichten, filigranen Songwriter-Pop, den sie lediglich mit Gitarre vortrug. Vor allem ihre etwas eigensinnige Art schuf dabei eine sehr herzliche Atmosphäre. Während ihres gut 30minütigen Sets wärmte sie dabei nicht nur die Herzen des Publikums ein wenig, sondern vor allem auch ihre Stimmbänder. Immer wieder forderte sie die Zuschauer auf mitzusingen und nahm sich dabei durchaus die Zeit, die kleinen Passagen mit ihnen zu üben. So konnte trotz des eher ruhigen Sets ein durchaus guter Draht zwischen Fans und Künstlerin entstehen und Lay Low damit die nötige Aufmerksamkeit einspielen, die sie sich verdient hatte.

Entsprechend gut war die Stimmung als die sechsköpfige Band plus Gastmusikerin Ragnhildur Gunnarsdottir die Bühne betrat. So voll erlebt man diese große Bühne selten. Nanna Hilmarsdottir (Gesang, Akustikgitarre), Ragnar Porhallsson (Gesang, Akustikgitarre), Brynjar Leifsson (E-Gitarre), Arnar Hilmarsson (Schlagzeug), Arni Gudjonsson (Klavier, Akkordeon) und Kristjan Kristjansson (Bass) schien das allerdings nicht im Geringsten zu beeinträchtigen. Scheinbar mühelos vermieden sie jeglichen Kabelsalat der Gitarren und strahlten dabei eine innere Harmonie aus, die man vielen anderen Bands nur wünschen kann. Die Chemie zwischen diesen Musikern scheint einfach zu stimmen und so waren Interaktionen mit den Bandkollegen durchaus an der Tagesordnung.

Das Set selbst steigerte sich von ruhigen Melodien zu fröhlichen Mid-Tempo Nummern, was die Stimmung des Publikums zunehmend steigerte. Natürlich waren auch hier das Rhythmusgefühl und die Gesangskünste des Publikums immer wieder gefragt und wurden dabei zur Begeisterung der Musiker auch tatkräftig geliefert. Allerdings forderte eben jene Gesangsbereitschaft auch die Spontanität der Musiker heraus, die aufgrund nicht enden wollender Fanchöre kurzerhand das Ende eines Songs herauszögerten. So entstand nicht nur eine unvergessliche Atmosphäre, sondern auch ein starkes Band zwischen der Gruppe und dem Publikum.

Insgesamt verstanden sich die Isländer während ihres ca. 75minütigen Auftritts darauf, die musikalische Qualität, die sie auf ihrem Debüt vorlegen auch live zu bestätigen. Mit viel Spaß und Gefühl wurde so ein unvergesslicher Abend geschaffen.

für CDstarts.de

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