May'n - Live: Bochum, 07.09.2012, Zeche

  • 15.09.2012
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May'n - Live: Bochum, 07.09.2012, Zeche - News
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Headliner-Tourdebüt der 23jährigen Japanerin.

In dieser Woche sollte Inoran (CDstarts.de berichtete) nicht der einzige musikalische Gast aus dem Land der aufgehenden Sonne bleiben, denn J-Pop-Künstlerin May'n erwartete ihre Fans nur zwei Tage später in der Bochumer Zeche. Die 23-Jährige begann ihre Karriere bereits vor 10 Jahren über das Castingformat Horipro - Talent Scout Caravan - Love Music – Audition, dessen Finale sie erreichte. Den Durchbruch schaffte sie allerdings erst vier Jahre später, als sie der Anime-Figur Sheryl Nome (Macross Frontier) ihre Gesangsstimme lieh. Seitdem sind ihre Singles und Alben nicht mehr aus den oberen Rängen der Oricon Charts wegzudenken und auch ihre Liveauftritte erfreuen sich großer Beliebtheit. Ihr Europadebüt durfte sie bereits im letzten Jahr auf der Connichi feiern. Nun ist sie im Rahmen ihrer May'n „Rock Your Beats“ World Tour zurück, die sie neben Konzerten in Amerika, China und ihrer Heimat Japan auch nach Frankreich und Deutschland führt. Die Zeche in Bochum bot dabei die ideale Location für ihr einziges Deutschlandkonzert.

Erste Überraschung des Abends war die Tatsache, die Zeche bestuhlt vorzufinden. Ungewöhnlich, doch keinesfalls schlecht, denn so fanden die gut 100 Fans, die aus der ganzen Welt angereist waren, gemütliche Plätze und verteilten sich vor allem angenehm auf die Hallenfläche. Dass die J-Pop Künstlerin in ihrer Heimat mit überaus energiegeladenen Auftritten begeistert, bewies sie nicht zuletzt auf der letzten Live-DVD Veröffentlichung „May'n Special Concert Rythm Tank!! at Nippon Budokan“ (VÖ 11/2011). Entsprechend groß war die Spannung, wie die Künstlerin ihre durchaus aufwändigen Inszenierungen auf einer Welttournee umsetzen würde, schließlich ist man von anderen Künstlern wie zum Beispiel Gackt oder Moi Dix Mois leider deutliche Abstriche gewohnt.

Natürlich konnte die Zeche weder in Publikumsumfang noch Bühnengröße mit dem Budokan mithalten, doch weder Publikumsbegeisterung noch Performancelevel der Sängerin selbst ließen sich davon einschränken. Von der ersten Sekunde des gut zweistündigen Konzerts an befanden sich die Fans der zierlichen Sängerin auf den Beinen, tanzten, sprangen, sangen begeistert mit und hingen ihrem Idol an den Lippen. So entstand auch mit diesem im Verhältnis zu ihren sonstigen Konzerten kleinen Publikum ein unglaubliches Stimmungsniveau, das durchaus dem Gefühl eines großen Stadionkonzerts würdig war.

May'n selbst verstand sich ebenfalls darauf auf ganzer Linie zu überzeugen. Mit einer vierköpfigen Live-Band im Rücken drehte die 23-Jährige musikalisch so richtig auf und überzeugte vor allem stimmlich auf ganzer Linie. Die Angst einem weiteren Autotune-Opfer zu begegnen war also völlig unbegründet. Ihre Stimmgewalt überstieg – was ebenfalls nicht alltäglich ist – durchaus die Qualität, die man von ihren Studioaufnahmen gewohnt ist, so dass ihre Liveperformance zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde. Ihre musikalische Bandbreite reicht dabei von gefühlvollen, Gänsehaut bereitenden Balladen bis hin zu fröhlichen Dance-Pop-Nummern.

Um ihre Songs wirkungsvoll zu unterstreichen, durften natürlich auch Tanzeinlagen nicht fehlen. Dazu gehörte selbstverständlich auch die eine oder andere Para Para-Einlage, die vorher geduldig mit den Fans geübt wurden und anschließend auch von Band und Backlinern begeistert mitgetanzt wurden. Outfitwechsel, die von ihren Musikern für starke Soloeinlagen genutzt wurden, gehörten dabei natürlich auch zur Tagesordnung. Zwei Mal überraschte sie die Fans mit neuen Outfits, mit denen sie sich geschickt in Szene zu setzen wusste. Ideal abgerundet wurde dieses Gesamtbild zusätzlich durch geschickt eingesetzte Lichtuntermalung und nicht zuletzt ideal abgemischten Sound. Pausen zwischen den Songs nutzte die Sängerin immer wieder dazu, sich direkt an ihr Publikum zu wenden. In ungewohnt gutem Englisch erzählte sie so immer wieder ein wenig von sich selbst, um den Zuschauern sich und ihre Musik ein wenig näher zu bringen. Zusätzlich hatte sie außerdem ein paar Brocken Deutsch gelernt, die natürlich vom Publikum begeistert aufgenommen wurden. Insgesamt präsentierte sie sich in diesen Momenten im typischen Niedlichkeitsbild vieler Japanerinnen, was sich vor allem stimmlich widerspiegelte und damit in gewissem Kontrast zu ihrer musikalischen Performance stand. Nichts desto trotz – oder wahrscheinlich sogar gerade deshalb - konnte sie auf diese Art und Weise einige Pluspunkte sammeln und sich als das typische Mädchen von Nebenan etablieren.

Mit ihrem Headliner-Tourdebüt in Deutschland bestätigte May'n zu Recht ihren in Japan vorherrschenden Ruf und bewies sich als hervorragende Entertainerin.

für CDstarts.de

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