Joss Stone Live: Köln, 16.09.2012, E-Werk

  • 20.09.2012
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Joss Stone - Live: Köln, 16.09.2012, E-Werk - News
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28 Konzerte in drei Monaten führen die 25-Jährige dabei rund um die Welt.

Mit „The Soul Sessions Vol. 2“ (08/2012) im Gepäck erfreut Joss Stone einmal mehr die Bühnen der Welt. 28 Konzerte in drei Monaten führen die 25-Jährige dabei rund um die Welt. Auch Deutschland, genauer gesagt das Publikum in Hamburg, Berlin und Köln, darf sich dabei über den Besuch der talentierten Musikerin freuen. In der Domstadt bot das ausverkaufte E-Werk 2.000 Besuchern die Möglichkeit einen Abend voll Soul, Gänsehaut und Gefühl zu genießen.

Leslie Clio wurde die Ehre und Freude zuteil den Abend einzuläuten. Die Berlinerin gehört zu den Soul-Entdeckungen des Jahres und beweist sich derzeit mit ihrer Single „Told You So“ als neues Sternchen am Musikhimmel. Die Nervosität stand der Künstlerin ob ihres größten Auftritts bisher deutlich ins Gesicht geschrieben und lockerte sich auch erst im Laufe ihrer ca. 30-minütigen Performance. Ein wenig schade, denn so brauchte der Funke ein wenig länger, um aufs Publikum überzuspringen und das Kölner Publikum von ihrem filigranen, schlichten und doch mächtigen Soul zu überzeugen.

Schon die Umbaupause ließ ersten Jubel im Publikum ausbrechen als eines der Staff-Mitglieder mit einem handelsüblichen Staubsauger auf der Bühne erschien, um diese für Joss nochmals gründlich zu reinigen. Man mag nun zu einem kleinen Stirnrunzeln verleitet sein, doch wer die Sängerin schon einmal live erleben durfte weiß, dass sie bevorzugt barfuß erscheint. Nur wenige Minuten später tat sie eben genau dies in schlichtem Kleid und wilder Löwenmähne und entführte dabei das Publikum von der ersten Sekunde an in eine ganz eigene Welt. Natürlich war es ihre Stimme, mit der sie die Zuschauer sofort um den kleinen Finger zu wickeln wusste. In ihr liegt eine alte Seele, diese Mischung aus Rauheit, Gefühl, Gänsehaut und der nötigen Portion Dreck, die man auf den ersten Blick niemals in dieser zierlichen Person, die feengleich über die Bühne tanzte, erwarten würde.

Selbstverständlich lag der Fokus der Setlist des Abends auf ihrem neuen Longplayer, der auch der Tour selbst seinen Namen lieh. Sieben der elf Tracks des Silberlings hatten ihren Weg auf die Setlist gefunden und erfreuten das Publikum in ihren verspielten, teilweise ein wenig ausgedehnteren Versionen deutlich. Immer wieder bekam man das Gefühl, dass diese Künstlerin ihre Musik ganz lebt, in ihr aufgeht und ihr dabei immer wieder aufs Neue Leben einhaucht.

Begleitet wurde Joss von einer nicht minder talentierten achtköpfigen Band, die das Konzert immer wieder durch kleine Soloeinlagen bereicherte und schließlich auch gebührend ausklingen ließ. Bevor der Abend nach 100 Minuten ausklingen durfte, musste schließlich auch das Publikum dran glauben und sich mit ganzem Herzen und vor allem ganzer Seele musikalisch beteiligen. Immer wieder forderte sie die Fans dazu auf, sich singend zu beteiligen und stachelte dabei auf ihre ganz eigene Weise an. „Ich will, dass ihr es von der Tiefe eurer Seele bis in die Spitzen eurer Zehen spürt.“, verkündete sie singend und verlangte dabei im selben Atemzug ein wenig mehr Dreck in den Stimmen des Publikums. Keine einfache Aufgabe, doch das Kölner Publikum schaffte es schließlich die Sängerin zu überzeugen.

Perfektioniert wurde das Gesamtbild durch eine unglaubliche Portion natürlichen Charme. Ihre Mimik, ihr Lächeln und die herzliche Art, mit der sie sich immer wieder ans Publikum wandte, hinterließen schlichtweg einen rundum sympathischen Eindruck und einen Grad der Natürlichkeit, den man auf der Bühne oft vermisst. Diese Künstlerin beweist sich dagegen als Gesamtpaket aus Stimme, Bühnenpräsenz und Natürlichkeit, deren Platz im Rampenlicht einfach unanfechtbar ist. So bescherte Joss Stone dem Kölner Publikum einen unvergesslichen Abend, der durch harmonisches Licht und ideal abgemischten Sound nur noch abgerundet werden konnte.

Setlist:

  • (For God's Sake) Give More Power To The People
  • While You're Out Looking For Sugar
  • You Had Me
  • Super Duper Love
  • Stoned Out Of My Mind
  • Teardrops
  • Big 'OlGame
  • I Don't Want To Be With Nobody But You
  • The High Road
  • Tell Me What We're Gonna Do Now
  • Pillow Talk
  • Fell In Love With A Boy
  • First Taste Of Hurt
  • Landlord
  • Medley
  • Right To Be Wrong
  • Tell Me What We're Gonna Do Now (Reprise)

für CDstarts.de

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