Firewind Live: Köln, 04.10.2012, Underground

  • 07.10.2012
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Firewind & Leaves´ Eyes - Live: Köln, 04.10.2012, Underground - News
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Symphonic Metal im Doppelpack.

Im Rahmen ihrer „Few Against Many” Europa Tour 2012 legen Firewind & Leaves' Eyes auf ihrer knapp vierwöchigen Tour neben Konzerten in Dublin, Belfast, London und Paris auch einen Stopp in Köln ein. So fanden sich gut 150 Fans im Underground ein, um die Musiker gebührend zu feiern.

Den Abend zu eröffnen oblag der deutsch-norwegischen Symphonic Metal Band Leaves' Eyes. Gut 60 Minuten gehörte der Formation die Bühne, in denen sie ihr Talent ganz unter Beweis zu stellen wussten.

Seit der Bandgründung 2003 haben sich die Musiker durchaus einen Namen erspielt. Zuletzt mit Tarja Turunen auf Tour, können sie auf Konzerte mit einigen großen Namen wie z.B. Blind Guardian, Subway To Sally oder Kamelot und natürlich diverse Festivalauftritte wie denen auf dem Summerbreeze oder dem Wacken Open Air zurückblicken. Auch ihr aktueller Longplayer „Meredead“ (04/11) wusste durchaus zu gefallen.

Der Fokus der Live-Performance an diesem Abend lag hauptsächlich auf Sängerin Liv Kristine, deren Gesangslinien die Setlist dominierten und die gesanglichen Qualitäten der Sängerin rundum bestätigten. Sänger Alexander Krull glänzte dagegen leider nur als seltener Besuch auf der Bühne, der zudem damit zu kämpfen hatte, dass seine Growls im Gesamtbild verschwanden. Es schien, als wäre sein Mikrofon nicht richtig ausbalanciert, so dass man ihn besser verstand, wenn man direkt vor ihm stand, als den Sound aus den Boxen selbst zu hören. Schade! Natürlich dürfen auch Thorsten Bauer (Gitarre, E-Bass), Sander van der Meer (Gitarre) und das neuste Bandmitglied Felix Born (Schlagzeug) nicht vergessen werden, die ebenfalls einen guten Job ablieferten.

Dabei war es vor allem die Spielfreude der Band unter sich und auch in Interaktion mit dem Publikum, die besonders begeisterte. Auf der Bühne schien einfach kein Stillstand zu herrschen, denn alle Musiker zeigten sich in idealer Dauerpräsenz und überzeugten so völlig mit ihrem Talent und zeitgleich auch mit ihrer Natürlichkeit. So lieh sich Liv während „Kråkevisa“ eine Norwegenflagge aus dem Publikum, nachdem sie zuvor angekündigt hatte, die Fans mit diesem Schlaflied der Krähe in ihre Heimat entführen zu wollen. Dass auch technische Probleme die Künstler nicht aus dem Konzept bringen konnten, bewiesen sie bei einer Coverversion des Mike Oldfield-Klassikers „To France“. Nach zunächst begeistert angekündigtem Intro mit von Liv Kristine als Black Metal-Mandoline betitelter Mandoline schienen Probleme am Schlagzeug zu entstehen, die zum Abbruch des Songs führten. Vor allem Livs Charme überspielte dabei gekonnt den so entstehenden Bruch, dessen Ursache jedoch schnell behoben werden konnte.

Insgesamt präsentierten sich die Symphonic Metaller mit abwechslungsreicher, die gesamte Diskographie der Band umfassender Setlist und schafften es damit, das Publikum auf ganzer Linie zu überzeugen. Anschließend war es Zeit für Firewind, die Bühne zu übernehmen. Die griechische Power Metal-Formation rund um Ozzy Osbourne-Gitarristen Gus G. präsentierte sich passend zum Tourtitel mit neuem Album „Few Against Many“ im Gepäck.

Bereits 1999 begann Kostas Karamitroudis, der unter dem Künstlernamen Gus G. bekannt ist, an der Arbeit seines Soloprojekts. Was zunächst nur als Studioprojekt auf der ganzen Welt produziert wurde, hat sich heute zum Hauptprojekt des erfolgreichen Musikers entwickelt. Der aktuelle Longplayer ist nun schon das 7. Studioalbum der Formation, das die Stärken der Band durchaus auszuspielen weiß. Live verstand man sich ebenfalls darauf, sich ganz auf die Stärken der Band zu konzentrieren. Entsprechend wurden vor allem die Instrumentalparts der Stücke immer wieder ausgedehnt und dabei die einzelnen Musiker ganz in den Vordergrund gestellt. Natürlich waren es dabei vor allem Gus G. und seine Gitarrenvirtuosität, die immer wieder für Staunen und Begeisterung im Publikum sorgten, doch auch seine Bandkollegen verstanden sich rundum auf ihr Handwerk. Babis „Bob“ Katsionis bestach dabei nicht nur mit seinen unglaublich schnellen Keyboardsoli, sondern auch damit, synchron Gitarre und Keyboard zu spielen. Petros Christodoylidis glänzte mit starken Basslinien und Michael Ehré mit schnellen und abwechslungsreichen Schlagzeugparts.

Nicht vergessen darf man dabei natürlich Sänger Apollo Papathanasio, dessen Stimme ideal zum vorliegenden Genre passte und der nicht nur stimmlich, sondern vor allem auch mit viel Charme zu überzeugen wusste.

Erstaunlich für eine Band des Genres war außerdem die optische Liebe zum Detail, die sich im Laufe des Konzerts eröffnete. Abgesehen vom typischen Bandlogo auf dem Schlagzeug, stachen natürlich zunächst Gitarren und Bass der Firma ESP hervor, die durch ihr Design zu bestechen wussten. Weitere Details fanden sich in den ausgefallenen Gitarrengurten der Musiker, die durch Kettenanhänger des Bandlogos und Aufnähpatches der Band abgerundet wurden.

Natürlich durfte auch die Einbindung des Publikums nicht fehlen, das die Band den gesamten Auftritt über mit anhaltender Energie feierte. Neben der üblichen Animation zu klatschen, wurde so dank Apollo auch das gesangliche Talent der Zuschauer gefordert, was allerdings aufgrund der technischen Spielereien, die der Sänger dafür auswählte, eher ein wenig kläglich endete.
Umso begeisternder war dagegen die Verlosung des Abends. Sponsor ESP hatte für jeden Konzerttag eine Gitarre bereitgestellt, die unter den Zuschauern verlost wurde. Das durfte natürlich auch an diesem Abend nicht fehlen und so konnte sich eine junge Dame im Publikum des Undergrounds über ein neues Instrument freuen.

Für „Breaking The Silence“ erschien schließlich Liv Kristine noch einmal auf der Bühne, um den Sänger mit klaren Sopranlinien als Duettpartnerin zu unterstützen. Den anschließenden letzten Song „Falling Into Pieces“ verbrachte Liv dann mit den Fans feiernd im Publikum und ließ so das Konzert gemeinsam mit den Musikern auf der Bühne schlichtweg positiv ausklingen.

Setlist Firewind:

  • Wall Of Sound
  • Head Up High
  • Destination Forever
  • Few Against Many
  • Insanity
  • World On Fire
  • Fire & Fury
  • Losing My Mind
  • Mercenary Man
  • Angels Forgive Me
  • Glorious
  • Til The End Of Time
  • I Am The Anger
  • Tyranny
  • Into The Fire
  • Breaking The Silence
  • Falling To Pieces

Setlist Leaves' Eyes:

  • Spirits' Masquerade
  • Velvet Heart
  • Ocean's Way
  • My Destiny
  • Melusine
  • Emerald Island
  • Krakevisa
  • Take The Devil In Me
  • Elegy
  • To France
  • Froya's Theme
  • Outro Mot Fjerne Land

für CDstarts.de

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