Billy Talent Live: Düsseldorf, 09.10.2012, Mitsubishi Electric Halle

  • 13.10.2012
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Billy Talent - Live: Düsseldorf, 09.10.2012, Mitsubishi Electric Halle  - News
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Die Kanadier mit den Songs ihres neuen Albums on Tour!

Drei Jahre mussten die Fans auf neues musikalisches Material der Punkrocker aus Toronto, Kanada warten. Nun melden sie sich nicht nur mit ihrem neuen Album „Dead Silence“ (09/2012) zurück, sondern legen auch direkt mit gleichnamiger Tour nach. Den ersten Stopp in Deutschland legten sie dabei in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf ein, in der sich knapp 6.000 Fans an der Show der Musiker erfreuen durften.

Den Abend eröffneten zunächst Arkells aus Hamilton, Ontario, Kanada. Selten darf man es erleben, dass bereits die ersten Klänge des Supports ausreichen, um eine so große Halle zum Kochen zu bringen. Max Kerman (Vocals, Gitarre), Mike DeAngelis (Vocals, Gitarre), Anthony Carone (Vocals, Keyboard, Gitarre), Nick Dika (Bass) und Tim Oxford (Schlagzeug, Percussions) überzeugten das Publikum beinahe augenblicklich mit starkem Alternative Rock. Gut 30 Minuten gehörte ihnen die Bühne, die völlig ausreichten um von ihren musikalischen Qualitäten zu überzeugen und Partylaune zu schaffen, von der selbst manche Headliner träumen könnten. Ein kleines Highlight stellte dabei ihre Version des Klassikers „This Little Light Of Mine“ dar, das die Halle in ein Lichtermeer verwandelte und gleichzeitig auch die Gesangsqualitäten der Zuschauer zum ersten Mal richtig forderte.

Weiter ging es mit den Punkrockern von Anti-Flag. Justin Sane (Vocals, Leadgitarre), Pat Thetic (Schlagzeug, Percussion), Chris Head (Rhythmusgitarre, Hintergrundgesang) und Chris #2 (Vocals, Bass) griffen das bereits existente Stimmungshoch auf und verstanden sich bestens darauf, dieses während ihres 40-minütigen Auftritts sogar noch weiter zu steigern. Die Musiker bestachen neben ihren musikalischen Qualitäten vor allem durch ihre unglaubliche Energie und die Geschwindigkeit, mit der sie sich auf der Bühne präsentierten. Vor allem Chris #2 schien keine Sekunde still zu stehen und nutzte die Bühne ausgiebig als Sprungbrett. Die Zuschauer ließen sich mühelos in den Bann der Band ziehen und feierten sie nach allen Regeln der Konzertkunst. So wurde nicht nur auf Aufforderung der Musiker hin die Stimmgewalt des Publikums bewiesen, sondern natürlich auch aufgestanden, gesprungen und gepogt. Allein die erste Welle der Halle verwandelte sich mühelos und zur allgemeinen Begeisterung in einen unglaublichen Mosh Pit. Für „This Is The End (For You My Friend)“ erschien Jonathan Gallant zum ersten Mal auf der Bühne, um die Kollegen aus Pittsburgh, Pennsylvania am Bass zu unterstützen. Damit war Anti-Flag ein großartiger Auftritt gelungen, der gleichzeitig ein wenig die Sorge aufwarf, ob Headliner Billy Talent das so vorgelegte Stimmungsniveau tatsächlich noch toppen könnten.

Die kurze Verschnaufpause, die der Bühnenumbau bot, schien die Kraftreserven der Zuschauer mühelos aufzufüllen, denn ohne große Kompromisse wurde schon mit den ersten Klängen Billy Talents genau dort weiter gemacht, wo man mit den letzten Klängen von Anti-Flag aufgehört hatte. Ebenso beflügelt erschienen auch die Musiker selbst, die auf nicht geringerem Powerlevel ihr Programm durchzogen. Benjamin Kowalewicz (Gesang), Ian D'Sa (Gitarre, Gesang), Jonathan Gallant (Bass, Hintergrundgesang) und Aaron Solowoniuk (Schlagzeug, Percussion) machten den Abend endgültig zu einem großartigen und unvergesslichen Erlebnis. Gut 80 Minuten lang überzeugten die Musiker dabei nach allen Regeln der Kunst. Das im Verlauf der Show wechselnde Bühnenbild gepaart mit perfektem Einsatz der Lichtgegebenheiten setzte die Künstler optisch ideal in Szene. Benjamin nutzte die Songpausen immer wieder für kleine Ansagen, die die gute Laune der Band insgesamt durchaus widerspiegelten. So ließ er sich zu einer Liebeserklärung an die für ihn unverständlich rivalisierenden Städte Köln und Düsseldorf hinreißen und erweiterte diese im Verlauf auf eine allgemeine Liebesbekundung an Deutschland, weil hier echter Rock 'n' Roll noch geliebt werde, statt sich rein auf den allgemeinen Mainstream zu beschränken.

Eindrucksvolle Instrumentalsoli wie zum Beispiel Ians Solo während „Devil On My Shoulder“, bewiesen das Niveau der musikalischen Fertigkeiten der Künstler und gaben zeitgleich jedem von ihnen Momente im Rampenlicht, die für Begeisterung und gebührenden Applaus sorgten. Insgesamt überzeugten die Punkrocker schlichtweg auf ganzer Linie. Die Setlist des Abends stellte natürlich das neue Album in den Vordergrund, ließ aber zeitgleich genug Platz für Klassiker und damit wenig Wünsche offen. Die Spielfreude der Musiker sorgte für ein Stimmungsniveau des Publikums, das das der Vorbands mühelos übertraf und damit schlichtweg unvergesslich war. Damit bewiesen sich Billy Talent nicht nur als hervorragende Musiker ihres Genres, sondern auch als wahre Entertainer.

Setlist:

  • Lonely Road To Absolution
  • Viking Death March
  • Turn Your Back
  • Devil in a Midnight Mass
  • This Suffering
  • Line & Sinker
  • Love Was Still Around
  • Rusted From The Rain
  • Saint Veronika
  • Surrender
  • Runnin' Across The Tracks
  • Diamond on a Landmine
  • Man Alive!
  • This Is How It Goes
  • Try Honesty
  • Devil On My Shoulder
  • Fallen Leaves
  • Surprise Surprise
  • Red Flag

für CDstarts.de

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