The Gaslight Anthem Live: Köln, 25.10.2012, E-Werk

  • 30.10.2012
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The Gaslight Anthem - Live: Köln, 25.10.2012, E-Werk - News
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Der Teufel steckt im Detail!

Der Konzertherbst geht weiter und auch The Gaslight Anthem bereichern die goldene Jahreszeit in der Domstadt. Gleich zwei Konzerttermine boten sie aufgrund der hohen Nachfrage für das Kölner Publikum, das in Scharen ins E-Werk strömte.

Die Eröffnung des Abends oblag Dave Hause, der mit typischem Rock'n'Roll auftrumpfte. Der Sänger, der einigen vielleicht als Frontmann der Band The Loved Ones bekannt sein könnte, präsentierte sich gut eine halbe Stunde lang nur mit eigener Gitarrenbegleitung in entsprechend schlichtem Gewand. Dass sich einige Fans des Musikers unter den Zuschauern befanden, merkte man dabei sehr schnell. Immer wieder bewies sich das Publikum textsicher und trug so zur allgemeinen Spielfreude des Künstlers bei. Dabei war es vor allem seine raue und kraftvolle Stimme, die besonderen Eindruck hinterließ.

Das anschließende 40-minütige Set der Formation Blood Red Shoes verlagerte die musikalische Marschrichtung des Abends. Das aus Brighton stammende Duo verschwand dabei auf minimal ausgeleuchteter Bühne hinter ihren Instrumenten förmlich. Laura-Mary Carter (Gitarre, Gesang) und Steven Ansell (Schlagzeug, Gesang) versuchten dem Publikum dabei nicht zuletzt ihr neues Album „In Time To Voices“ näher zu bringen. Ganz schien der Funke allerdings nicht überspringen zu wollen, was allerdings weniger am Talent der Musiker lag, sondern viel mehr an einer unausgewogenen Klangwand mit viel zu starkem Bass, der das Hörerlebnis für die Zuschauer nicht unbedingt harmonisch gestaltete.

Highlight des Abends war natürlich der Auftritt der Hauptakteure The Gaslight Anthem. Brian Fallon (Gesang, Gitarre), Alex Levine (Bass), Benny Horowitz (Schlagzeug) und Alex Rosamilia (Gitarre) wurden direkt von begeistertem Publikum empfangen. Im Gepäck trugen sie ihre neue LP „Handwritten“, deren Songs auch zum größten Teil ihren Weg auf die Setlist des Abends schafften. Ungefähr 100 Minuten gehörte den Musikern die Bühne, die sich ganz darauf verstanden, diese Zeit zu nutzen und sich musikalisch auszutoben. Live schaffte es die handgemachte Rockmusik der Herren aus New Jersey vor allem durch die Spielfreude der Musiker selbst, sich völlig zu entfalten. Es war diese Mischung aus Natürlichkeit, Musik die aus dem Herzen kommt, Talent und Spaß, die auf das Publikum über sprang und es in seinen Bann zog.

Vor allem Sänger und Songwriter Brian Fallon bestätigte an diesem Abend nicht nur seinen Ruf als talentierter Musiker, sondern auch als herausragender Entertainer. Immer wieder stimmte er auf die Songs mit Geschichten und Anekdoten ein, die nicht nur den persönlichen Charakter der Lieder hervorbrachten, sondern auch die Verbindung zu den Fans stärkten und für einige Lacher gut waren. Das Publikum selbst verstand sich ebenfalls Bestens darauf, die Künstler gebührend zu feiern.

So wurde getanzt, fleißig gepogt und natürlich textsicher mitgesungen. Vor allem bei Songs wie „Too Much Blood“ unterstrich der Fanchor die Atmosphäre der Musik noch mehr. Wer nun aber ein hochtrabend abwechslungsreiches Konzert mit großer Show erwartet hätte, hatte sich definitiv das falsche Event ausgesucht. Bei The Gaslight Anthem steckt auch live der Teufel im Detail und in den kleinen Dingen. Geschickt platzierte Riffs und Rhythmen, musikalische oder auch technische Spielereien wie zum Beispiel die im Gitarrenspiel von Brian Fallon und das Zusammenspiel mit den Fans waren es, die dem Abend seine ganz eigene Note verlieh.

So zeigten sich The Gaslight Anthem vor allem musikalisch auf starkem Niveau, das manchmal schon an Klangniveau für ein großes Stadion erinnerte. Gleichzeitig verloren sie dabei nicht ihre Natürlichkeit und machten den Abend so für ihre Fans unvergesslich.

Setlist:

  • Mae
  • Casanova, Baby!
  • Old White Lincoln
  • 45
  • The Diamond Church Street Choir
  • Handwritten
  • I'da Called You Woody, Joe
  • Angry Johnny And The Radio
  • Even Cowgirls Get The Blues
  • Too Much Blood
  • Howl
  • Biloxi Parish
  • Film Noir
  • Wherefore Art Thou, Elvis?
  • Wooderson
  • Here Comes My Man
  • Blue Dahlia
  • Here's Looking At You, Kid
  • The Backseat
  • Our Fathers Sons
  • American Slang
  • We Came To Dance
  • Great Expectations
  • The '59 Sound

für CDstarts.de

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