ASP Live: Oberhausen, 30.10.2012, Turbinenhalle

  • 01.11.2012
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ASP - Live: Oberhausen, 30.10.2012, Turbinenhalle - News
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Tourstart der GeistErfahrer-Tour!

Sein letztes Album „Fremd“ liegt kaum ein Jahr zurück, schon legt ASP nach einem Sommer voller Festivals neues Material nach. „GeistErfahrer“ heißt das jüngste Kunstwerk des einzigartigen Künstlers der schwarzen Szene, das sich einmal mehr als lyrisches Meisterstück entpuppt. Grund genug, vor Veröffentlichung des Albums am 16.11. die Hallen Deutschlands zu beehren und den Fans einen ersten Einblick zu gewähren.

Doch bevor sich die Fans an ASPs unvergleichlicher Show erfreuen durften, war es an Mantus, das Publikum aufzuheizen. Die Band, in ihrer Ursprungsform bestehend aus den Geschwistern Martin und Tina Schindler, die in der Szene durchaus Begriff ist, erfreute die Fans lange Zeit nur mit Studiowerken. Nach Trennung (2005) und Neugründung (2008) wagten sie sich schließlich 2009 erstmals auf die Bühne. Im April des Jahres verließ Tina das Projekt, ihre Nachfolgerin ist Chiara Amberia. Leider entpuppte sich der Auftritt als große Enttäuschung. Die Band selbst verschwand in einer Mischung aus Nebelsuppe und Backlight, in dem sich kaum noch Konturen zwischen den bunten Farben ausmachen ließen. Die Songs selbst konnten dank unharmonischer Abmischung, in der vor allem der Gesang völlig unter ging, leider nicht überzeugen. Entsprechend wurde das gut 30-minütige Set, das neun Songs umfasste, unglaublich langatmig und Begeisterung wollte im Publikum nicht so wirklich aufkommen. Einzig die Verkündung des letzten Songs schaffte es, ein wenig Jubel auszulösen.

Ganz anders wurde es glücklicherweise bei ASP selbst. Bereits der Bühnenaufbau – ein in mehrere Abschnitte zerlegter Schmetterling als Hintergrundbild und zahlreiche Lichtspots – versprach, dass die Musiker gebührend in Szene gesetzt werden würden. Schon die ersten Töne machten zudem deutlich, dass sich auch sämtliche Soundunreinheiten in Luft aufgelöst hatten und das Publikum nun endlich das Konzerterlebnis erfahren durfte, auf das es sehnlichst gewartet hatte. 140 Minuten durften sich die „schönen Menschen“, wie ASP sein Publikum betitelt, nun an der Musik des Künstlers erfreuen und ihm damit den Tourauftakt gebührend versüßen. Dabei standen die sechs Tracks der neuen EP natürlich im Vordergrund, die von einer ausgewogenen Mischung aus der gesamten Diskografie ummantelt wurden. So kam musikalisch jeder ganz auf seine Kosten und es wurde jede Möglichkeit geboten, die Musik des Künstlers angemessen zu zelebrieren. Entsprechend wurde fleißig mitgesungen, getanzt und geklatscht, was nach dem Stimmungstief bei Mantus unglaublich schnell zu begeisternder Atmosphäre führte, die ASP nur würdig war.

Der Sänger selbst präsentierte sich einmal mehr als großes Rundum-Talent. Natürlich ist dabei zunächst seine Stimme zu nennen, die mal gefühlvoll, mal bestimmend die lyrischen Kunstwerke, die andere schlicht Songtexte nennen würden, in Melodien verwandelt. Die Einzigartigkeit seiner Stimmfarbe allein macht seine Musik schon besonders und überzeugt vor allem live immer wieder aufs Neue. Ein ganz besonderes Ohr haben außerdem seine Songtexte selbst verdient, die ihn provozierend und deutlich aus der Masse der schwarzen Szene heraus heben. Gerade live, unterlegt mit der nötigen Atmosphäre aus Licht und der ausdrucksstarken Mimik des Künstlers, gingen diese besonders unter die Haut. Zuletzt ist ASP nicht nur Sänger und Songwriter, sondern Entertainer und damit Gesamtkunstwerk für sich. Seine Art und Weise, das Publikum anzusprechen, machte ihn sympathisch und charismatisch zugleich. Dadurch band er nicht nur das Publikum an sich, wie er selbst begeistert feststellte und präsentierte sich selbst damit nicht nur mit unglaublicher Bühnenpräsenz, sondern gleichzeitig auch mit höflicher Bescheidenheit, was gerade bei Personen des Rampenlichts keine Selbstverständlichkeit ist.

Natürlich darf auch seine Band nicht vergessen werden, die sich im Verlauf des Abends ebenfalls als sehr talentiert erwies. Tossi Gross (Bass, Gesang), Lutz Demmler (Gitarre und Background Vocals), Stefan Günther (Schlagzeug) und Sören Jordan (Leadgitarre) überzeugten ebenfalls auf ganzer Linie und bewiesen ihr Talent nicht zuletzt in kleinen Soloeinlagen. Insgesamt waren es das Gesamtkunstwerk, das einem deutlich in Erinnerung bleibt, und auch die kleinen Details, die sich durch den Abend zogen. Angekündigte Liebeslieder, ein Zitat schottischer Liedermacher, die Suche nach einem Fan, der für „Rücken an Rücken“ auf die Bühne kommt. Sie alle machten das Konzert einzigartig und ließen es damit über das gewöhnliche Konzerterlebnis hinaus gehen.

So gestaltete ASP den Abend musikalisch hochwertig und ließ ihn durch seine Persönlichkeit selbst zu einem ganz besonderen Ereignis werden. Noch bis zum 15.11.2012 dauert die Tournee, bevor sich die Musiker ins Studio zurückziehen werden, um die Arbeit an der neuen LP aufzunehmen und damit direkt an „GeistErfahrer“ anzuknüpfen.

für CDstarts.de

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