Steel Panther Live: Köln, 03.11.2012, Live Music Hall

  • 06.11.2012
Artikel teilen:
Steel Panther - Live: Köln, 03.11.2012, Live Music Hall - News
Klicken für Großansicht

Everybody shout: Heavy Metal's back!

Ein Blick durch die Kölner Live Music Hall gab zunächst das Gefühl, sich im Jahrhundert geirrt zu haben. Waren diese Farben, diese Frisuren und diese Klamotten nicht längst ausgestorben und verbrannt? Nein, wir schreiben tatsächlich das Jahr 2012. In der Halle, die man lang nicht mehr so ausverkauft gesehen hat, hatten sich die Fans der amerikanischen Band Steel Panther versammelt, die sich ganz getreu ihren musikalischen Helden im Stil der 80er Jahre gekleidet hatten. Michael Starr (Gesang, Gitarre), Satchel (Gitarre, Gesang), Lexxi Foxxx (Bass) und Stix Zadinia (Schlagzeug) lassen seit Jahren den Glam-Metal der 80er in von ihnen parodierter Form neu aufleben. Dass sie damit nicht unbedingt nur auf Begeisterung und Freude stoßen, sondern damit auch stark in der Kritik stehen, ist kein Geheimnis. Eine starke Fanbase können die Musiker definitiv vorweisen, die an diesem Abend in bester Laune war und vor allem bereit, diese ausgefallenen Künstler zu feiern.

Eröffnet wurde das Konzert zunächst von den Kanadiern von Kobra and the Lotus. Die Formation rund um Frontfrau Kobra Lotus ist erst seit drei Jahren im Geschäft, kann allerdings schon auf beachtliche Unterstützung zurück blicken. Niemand anderes als Gene Simmons (Kiss) nahm die Musiker während der Aufnahmen ihres zweiten Albums unter Vertrag. Die Band, die typischen Power Metal ablieferte, überzeugte durch Spielfreude und viel Bewegung. Vor allem Sängerin Kobra überraschte im Gegensatz zu vielen Kolleginnen des Genres damit, noch einen gewissen weiblichen Vibe in ihrer Stimme behalten zu haben. In gut 30 Minuten Spielzeit schafften sie es, zumindest einen Teil des schon ganz auf Steel Panther eingestellten Publikums aus der Reserve zu locken und für erste Stimmung zu sorgen.

Allein das Intro genügte, um die Halle restlos in Begeisterung zu versetzen. Steel Panther präsentierten sich wie gewohnt vom Kopf bis zu den Zehenspitzen durchgestylt und in bester Laune. Vom ersten Moment an war es schwer, sich der Energie und dem Spaß der Performance zu entziehen. Entsprechend des Tourtitels lag der Fokus der Setlist stark auf dem in Deutschland inzwischen als jugendgefährdend eingestuften und deshalb auf Liste A der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien befindlichen Album „Balls Out“ (10/2011). Knapp 2 Stunden heizten sie so dem Kölner Publikum ein.

Dass die Herren tatsächlich aus der von ihnen aufgegriffenen Zeit stammen könnten, ist ihnen dabei kaum anzumerken. Der Auftritt der Musiker gestaltete sich unglaublich bewegungsfreudig, wenn nicht sogar an manchen Stellen sportlich und es schien fast so, als könnte ihnen die Energie gar nicht ausgehen. Vor allem Michael Starr vollführte immer wieder akrobatische Stunts, die sich schlicht und ergreifend sehen lassen konnten. Gitarrist Satchel spielte sich dagegen nicht nur mit großen Sprüchen, sondern vor allem unglaublichem Talent an der Gitarre in den Vordergrund. Die Geschwindigkeit und Fingerfertigkeit, die er nicht zuletzt in seinem Solo an den Tag legte, bewies, dass die Musiker vor allem musikalisch auch viel auf dem Kasten haben. Natürlich darf insgesamt der Showeffekt des Abends nicht vergessen werden. Er war es schließlich, der als Stimmungsmotor fungierte und das Publikum immer wieder zu neuer Begeisterung anstachelte. Nicht nur die Songs selbst, die von ausladenden Gesten unterstrichen wurden, sondern auch die Ansagen zwischen den Songs, bestätigten den Entertainmentfaktor der Band. Dass das Publikum dabei auch immer wieder durch Anrede oder auf die Bühne geholte Fans eingebunden wurde, war dabei nur noch das Tüpfelchen auf dem i.

So entwickelte sich das Konzert zu einem großartigen Abend, der vor allem von der begeisternden Stimmung auf der Bühne und im Publikum lebte. Ernst nehmen kann man die Musiker zwar danach schon allein wegen ihres Liedguts immer noch nicht. Doch das in ihnen steckende Talent ist beeindruckend genug, um trotz allem genau dies zu tun. Ein Konzert von Steel Panther wie das an diesem Abend ist schlichtweg ein ganz besonderes Erlebnis, bei dem vor allem der Spaßfaktor ganz weit oben steht!

Setlist Kobra and the Lotus:

  • Nayana
  • No Rest For The Wicked
  • Welcome To My Funeral
  • Forever One
  • Heaven's Veins
  • Lonely Sanctuary
  • The Wicker Man (Iron Maiden Cover)
  • My Life
  • 50 Shades Of Evil

Setlist Steel Panther:

  • Intro
  • Supersonic Sex Machine
  • Tomorrow Night
  • Fat Girl
  • Asian Hooker
  • Just Like Tiger Woods
  • Let Me Come In
  • If You Really, Really Love Me
  • Satchel Guitar Solo
  • Turn Out The Lights
  • The Shocker
  • It Won't Suck Itself
  • Girl From Oklahoma
  • Party All Day
  • Death To All But Metal
  • Community Property
  • Eyes of a Panther
  • 17 Girls in a Row

für CDstarts.de

comments powered by Disqus
Weitere Artikel