Mia. Live: Köln, 08.11.2012, Palladium

  • 13.11.2012
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MIA. - Live: Köln, 08.11.2012, Palladium - News
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Noch leicht angeschlagener Tourauftakt in Köln

Die Berliner von MIA. sind zurück! Mit ihrem neuen Album „Tacheles“ im Gepäck, das erstmals bei Island (Universal) und damit nicht mehr bei Sony erschien, starten sie auch live wieder richtig durch. Zwar mussten Mieze Katz (Gesang), Andy Penn (Gitarre), Gunnar Spies (Schlagzeug) und Robert „Bob“ Schütze (Bass) den Tourstart aufgrund einer Lungenentzündung um zwei Shows verschieben, doch umso motivierter und begeisterter waren sie, endlich wieder auf der Bühne zu stehen.

Die Rolle des Supports übernahmen die Musiker von Laing, die ebenfalls aus Berlin stammen. Die Formation, bestehend aus Nicola Rost (Gesang, Songwriting), Atina Tabiei Razligh (Gesang), Johanna Marshall (Gesang), Marisa Akeny (Choreographie, Tanz) und Ketan Bhatti (Schlagzeug), zeigte sich in gut 20 Minuten Show perfekt choreographiert, synchronisiert und abwechslungsreich. Überraschend und ungewöhnlich sind dabei ebenfalls Adjektive, die sich nicht ganz vermeiden lassen, denn musikalisch sind die Damen durchaus ein Wow-Moment für sich. Einheitliche Kleidung und perfekte Synchronisation erwartet man schließlich eher von tanzenden Popformationen, nicht aber bei einer Kombination aus Sprechgesang, Harmonien und Beatbox, der sich lediglich über die Unterstützung von Schlagzeugrhythmen legt. Entsprechend interessant gestaltete sich der Auftritt vor allem für diejenigen, die die Formation noch nicht kannten und nur schwer aus dem Staunen kamen. Gewisse Vergleichsmöglichkeiten gaben sie mit ihrem Cover des Die Prinzen-Klassikers „Alles nur geklaut“ und damit einer Art, Musik zu machen, die deutlich in den Hintergrund gerückt ist. Gleichzeitig geben sie ihrer Musik aber auch eine gewisse Frische und Moderne.

Ihre Qualitäten sowohl als Musiker wie auch als Entertainer konnten die Künstler an diesem Abend definitiv beweisen. Ihre Bühnenshow war auf jeden Fall ein Erlebnis für sich! Für MIA. wurde schließlich vom ersten Moment an die Dramatik ganz hoch gefahren. In weißem Federkostüm mit blauen Schulterpolstern und dank zahlreicher Ventilatoren fliegender Schleppe, nahm Mieze Katz das Publikum mit in den „Sturm“ und sorgte damit gleichzeitig für erste beeindruckende Bilder. Augenblicklich erreichte die Stimmung im Publikum ein Hoch, das man doch selten erleben darf. Auch die Band selbst zeigte sich schnell in unglaublicher Spielfreude, mit viel Energie und Bewegung. So entstand bald eine gewisse Wechselwirkung zwischen den Energien von Band und Publikum, die sich nicht nur gegenseitig auf hohem Niveau hielten, sondern auch immer wieder anstachelten.

Mehrfach überraschte Mieze mit neuen Bühnenoutfits und Accessoires. Für „Kapitän“ wechselte sie in ein Matrosenoutfit mit Kapitänsmütze, das durch ein leuchtendes Steuerrad vor ihrem Mikrofonständer noch unterstrichen wurde. Für „Zirkus“ erschien sie mit Federschmuck und wechselte anschließend für die Balladen in einen langen, schwarzen Mantel. Unter anschließend goldenem Mantelkleid versteckte sich der Turnanzug, in dem sie sich akrobatisch an einem von der Bühnendecke hängenden Reifen austobte. Ein Maxishirt mit Bigprint sollte schließlich das letzte Outfit für die Zugaben sein. Wasserpistolen, Konfettikanonen, Seifenblasenpistolen – auch hier wurde an keinem zusätzlichen Effekt gespart und damit das Publikum immer wieder begeistert. Vor allem Frontfrau Mieze Katz durchlebte an diesem Abend große Emotionen. Die Peinlichkeiten waren an der Garderobe abgegeben und ihre Zwischenmoderationen kamen direkt aus dem Herzen. Sie ging ganz in der Stimmung der Songs auf und vor allem die Balladen entlockten ihr große Gefühle.

Natürlich wurde auch musikalisch alles geboten. Sängerin Mieze Katz überzeugte mit starken Gesangsparts, während die Jungs der Band sich immer wieder mit gezielt platzierten Soli in den Vordergrund stellten. Talent und Spaß waren auf der Bühne schlichtweg greifbar, so dass die Musiker auf ganzer Linie begeistern konnten. Leider war vor allem Mieze gesundheitlich noch nicht wieder ganz auf der Höhe, so dass die Setlist des Abends während der Show selbst gekürzt werden musste, da ihre Stimme sie zunehmend im Stich ließ. Somit knackte das Konzert die 90 Minuten nicht ganz, die Fans zeigten sich allerdings trotz allem weitestgehend zufrieden.

Setlist:

  • Sturm
  • Fallschirm
  • Aufruhr
  • Kapitän
  • Verrückt
  • Mein Freund
  • Zirkus
  • Du machst mich traurig – Hör
  • Brüchiges Eis
  • Hoffnung/ Mit diesem Trick
  • Immer wieder
  • Love Is The Drug (Roxy Music Cover)
  • La Boom
  • Sonne
  • Hungriges Herz
  • Tanz der Moleküle
  • Das Haus (Neubau)

für CDstarts.de

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