The Rasmus Live: Bochum, 04.12.2012, Zeche

  • 07.12.2012
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The Rasmus - Live: Bochum, 04.12.2012, Zeche - News
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Finnische (Vor-)Weihnacht im Ruhrpott.

Die finnischen Alternative Rocker von The Rasmus meldeten sich bereits im Sommer auf den Bühnen Deutschlands zurück und legten nun zum Jahresende noch einmal nach. An vier Terminen erfreuen Lauri Ylönen (Gesang), Pauli Rantasalmi (Gitarre), Eero Heinonen (Bass) und Aki Hakala (Schlagzeug) nochmal ihre Fans, von denen der Letzte ihnen ein ausverkauftes Haus in der Bochumer Zeche bescherte. Nicht vergessen werden darf dabei natürlich das aktuelle Album „The Rasmus“ (04/2012), mit dem sich die Band nach bewusster Schaffenspause zurückgemeldet hatte und das nun auch live präsentiert werden sollte.

The Dirty Youth aus South Wales eröffneten den Abend. Danni Monroe (Gesang), Matt Bond (Gitarre, Keyboard), Luke Padfield (Gitarre), Leon Watkins (Bass) und Phil Edwards (Schlagzeug), die vor gut einem Jahr ihr Debütalbum „Red Light Fix“ veröffentlichten, präsentierten sich routiniert und vor allem äußerst energiegeladen. Entsprechend verflogen die 30 Minuten des Sets scheinbar. Das Publikum, in dem sich deutlich auch einige Fans dieser Band versteckten, nahm die Spielfreude der Musiker mit großer Begeisterung auf und ließ sich sogar zu ersten Mitsingspielchen während „Requiem of the Drunk“ motivieren. Doch nicht nur das Entertainment-Level der Band zeigte sich auf gebührendem Niveau, auch das musikalische Talent der jungen Waliser machte The Dirty Youth zu einer erfrischenden Neuentdeckung für viele Konzertbesucher. Sängerin Danni überzeugte mit abwechslungsreicher Stimme, die mal in sanftem, balladeskem Gesang, mal rockig und sogar mit starken Shouts auftrumpfte. Matt, Luke, Leon und Phil spielten sich nicht zuletzt durch kleine Soloeinlagen in den Vordergrund. So traf die Band den Nerv des Publikums und begeisterte mit starker Rockmusik sowie einer Prise Punk, womit sie ihren Job als Support perfekt erfüllten.

Nicht weniger energiegeladen wurde es dann bei The Rasmus. Von der ersten Minute an zeigten sich Lauri, Pauli, Eero und Aki mit unglaublichem Spielspaß und viel Bewegung. Schon bei „First Day Of My Life“ bewies auch das Publikum nicht nur seine Begeisterung für die Finnen, sondern auch seine Gesangskünste und seine Textsicherheit. Immer wieder wurde so Lauris Gesang von einem starken Fanchor unterstützt, der den Songs in ihren Live-Versionen erst die gewisse Atmosphäre gab. Gehörig gefeiert, gesprungen und getanzt wurde durchaus auch zumindest im Großteil des Publikums und damit die Band anständig zelebriert. Schade nur, dass sich die Zuschauer auf den Treppen der Halle nicht auch von den Füßen holen ließen.

Wer sich zunächst über das schlichte Bühnenbild aus weißen Stoffbahnen und einem ebenfalls weiß verkleideten Schlagzeugpodest gewundert hatte, wurde optisch im Verlauf der Show immer wieder überrascht. Die Flächen wurden für Projektionen genutzt, die für die entsprechende optische Atmosphäre der Songs sorgten. Dass dadurch je nach Position auch die Musiker selbst interessante Färbungen erhielten, war eher sekundär. Manko des Abends war allerdings der Sound. Lauris Gesang verschwand leider immer wieder deutlich unter den Instrumenten, die Ausgeglichenheit der Abmischung fehlte schlichtweg.

Schade, denn Lauri hat sich inzwischen wirklich zu einem starken Sänger entwickelt. So konnte er leider nur in den ruhigeren Songs und dem Akustikteil wirklich stimmlich glänzen. Insgesamt bewiesen sich die Musiker sowohl im Zusammenspiel wie auch in Soloeinlagen stärker als je zuvor, wodurch sie auf ganzer Linie überzeugen konnten.

Die Setlist des Abends bot viel Abwechslungsreichtum und auch einige Überraschungen. Das eineinhalbstündige Konzert führte durch die komplette Diskografie der Band und bewies damit nicht nur die Harmonie ihres bisherigen Schaffens, sondern ließ gleichzeitig auch keinen großen Hit aus. Besonderes Highlight war natürlich das Akustikset des Abends, das zudem eine ganz persönliche Note bekam. Damit gab die Band ihren Songs eine ganz eigene Note und trat in direkte Interaktion mit dem Publikum. „Jailer“ wurde für ein Geburtstagskind angestimmt, „Every Day“ auf Wunsch der Fans gespielt und dabei einmal mehr die gesangliche Qualität des Publikums gefordert. Auch die Zugaben blieben nicht ohne Überraschung. Für den letzten Auftritt in Deutschland vor Weihnachten stimmte Eero „Stille Nacht“ an, wobei ihn die Pans stark unterstützten. Mit „In The Shadows“ verabschiedeten sich die Musiker dann schließlich für das Jahr 2012 von den deutschen Bühnen.

So bestätigten sich The Rasmus an diesem Abend als solide Live Band, die inzwischen beträchtliches Niveau erreicht hat. Dass sie es immer noch mühelos schaffen, ihre Konzerte zu füllen, spricht außerdem für die anhaltende Begeisterung des Publikums für die Musiker. Die aus der Schaffenspause neu gewonnene Energie war den Künstlern anzusehen und schon ihre Spielfreude allein machte den Abend unvergesslich.

Standard Set:

  • First Day Of My Life
  • Mess
  • Still Standing
  • Time To Burn
  • Ghost of Love
  • Immortal
  • Funeral

Acoustic Set:

  • It's The Night
  • Jailer
  • Every Day
  • Sail Away

Standard Set:

  • Stranger
  • Livin' In A World Without You
  • No Fear
  • In My Life
  • Guilty
  • F-F-F-Falling

Zugaben:

  • Stille Nacht
  • Save Me Once Again
  • Mysteria
  • In The Shadows

für CDstarts.de

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