Black Line - Live: Köln, 21.12.2012, MTC

  • 29.12.2012
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Black Line - Live: Köln, 21.12.2012, MTC - News
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Ein Konzert am Tag des vermeintlichen Weltuntergangs.

21.12.2012 – der Tag des vermeintlichen Weltuntergangs. Grund genug für Weltuntergangspartys rund um den Globus und auch Grund genug für Black Line, es gehörig krachen zu lassen. Dass die Welt nicht untergegangen ist, verwundert zwar wahrscheinlich die Wenigsten, doch insgesamt ein durchaus nettes Gimmick für die Band, die sogar speziellen Merchandise für diesen Abend anfertigen ließ.

Doch wer sind Black Line eigentlich? Die Band aus Japan ist noch relativ jung, gegründet 2011. Zwei Singles sind bisher erschienen, eigentlich keine große Diskografie möchte man meinen. Und dann schon Europatournee? Ja! Denn Bandgründer Mikaru (Gesang) und Syu (Schlagzeug) sind der Szene nicht unbekannt. Mit ihrer letzten Band DIO (Distraught Overlord) spielten sie sich bereits in die Herzen der europäischen Fans, die seit Bandauflösung verzweifelt auf neue Projekte ihrer Lieblingsmusiker gewartet hatten. Yudai (Gitarre) und Jun (Bass) runden das Line Up ab.

Gut 200 Fans versammelten sich im Kölner MTC, um die Musiker auf ihrem letzten Stopp in Deutschland willkommen zu heißen. Unter ihnen waren auch viele alte DIO-Fans, die sich natürlich umso mehr über die Rückkehr der Künstler auf deutschen Bühnen freuten. Nach knapp 30-minütigem Set der Supportband Klink Clock aus Frankreich, war es an der Zeit, die Stimmung in diesem kleinen Kellerclub in die Höhe zu treiben und die Temperatur gewaltig zu erhöhen.

Man mag von der deutschen Fanbase der J-Music bzw. Visual Kei-Szene halten was man möchte - zwei Dinge muss man ihr immer wieder zu Gute halten. Zum einen ist das die grenzenlose Begeisterungsfähigkeit für die Musiker, gepaart mit einer Treue, die noch über die Grenzen einer Band an sich hinaus geht. Egal aus welchem Musikgenre, die Künstler werden idealisiert und damit zu Traumfiguren, wie man es sonst vielleicht nur aus Klischeebildern von Boygroups oder Justin Bieber-Fans kennen mag. Im Gegensatz zu besagten Popvergleichen sind viele japanische Bands vor allem auf ihren Deutschlandtourneen zum Anfassen nah, da es sich meist um Clubkonzerte handelt. Zum anderen ist es ihre Energie, die sich innerhalb von Sekunden aufbauen kann und zu einem stetigen Wechselspiel zwischen Band und Publikum führt. Das hatte auch an diesem Abend die Entstehung eines großartigen Stimmungsbildes zur Folge, bewies aber zugleich auch, wie schnell sich die Fans zu sehr in ihrer Begeisterung verlieren können. Folge dessen sind leider nicht nur an diesem Abend Ausschreitungen in gewissem Maße, bei denen die Fans ihre Umwelt scheinbar völlig vergessen, was gerade bei heftigem Headbangen, Pogen und Tanzen zu Verletzungen führen kann. Sänger Mikaru wurde es an diesem Abend zu bunt - er unterbrach das Konzert zeitweise, um die Fans durch Tourmanager Jay beruhigen zu lassen und die Sicherheit aller wieder zu gewährleisten.

Black Line selbst zeigten sich mit unglaublicher Spielfreude und jeder Menge Spaß auf der Bühne. Dass die Band erst 2 Singles veröffentlicht hat, vergaß man im Lauf des knapp 100-minütigen Konzerts beinahe. Die Tatsache, dass sich das eine oder andere Cover einschlich und andere Titel schlichtweg unbekannt waren, tat der Stimmung keinen Abbruch. Das Zusammenspiel der Musiker untereinander war großartig anzusehen und die Freude, die es den Musikern bereitete, auf der Bühne zu stehen, greifbar. Man merkte, dass diese Künstler nicht nur für die Bühne geboren sind, sondern auch an keinem anderen Ort der Welt stehen möchten. So vermischten sich Ausstrahlung, Entertainment-Begabung, Talent und Können zu einem großartigen Ganzen, von dem man sich einfach nur mitreißen lassen konnte. Songpausen wurden außerdem dazu genutzt, um in ein direktes Gespräch zu treten und die menschlichen Seiten der Musiker, teils durchaus auf spaßigem Wege, in den Vordergrund zu stellen und damit den Abend sehr persönlich zu gestalten.

Musikalisch wurde das geboten, was weitläufig so gerne als J-Rock zusammengefasst wird: Rockmusik auf der Basis starker Gitarrenlinien, die nicht nur Tendenzen in den Metalbereich aufweist, sondern auch vor allem in ruhigeren Songs gerne kurze Schlenker in die Poprichtung vollführt. Dabei sorgte vor allem Mikarus Stimme immer wieder für unglaubliche Akzente, da er nicht nur mit einer einzigartigen Stimmfarbe beschenkt wurde, sondern neben melodischen Vocals auch mit Shouts und Growls zu glänzen wusste.

So bewiesen Black Line an diesem Abend, dass man das Publikum auch mühelos ohne bekanntes Repertoire in seinen Bann ziehen kann. Spielfreude, Spaß und die Bereitschaft der Zuschauer, sich auch auf Unbekanntes einzulassen, reichen dafür völlig aus. Mikaru, Yudai, Jun und Syu gelang es so, den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen und auf ganzer Linie zu überzeugen!

Setlist:

  • Banana
  • Alba
  • Glad Eye
  • This Is The Life
  • Eva
  • Foxy
  • Star Road
  • furimuke
  • Twight
  • Black Rainbow
  • Calling Me
  • Show Time

Zugaben:

  • God Forsaken
  • Deep Inside

für CDstarts.de

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