Dandylion Live: Köln, 22.02.2013, Studio 672

  • 24.02.2013
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Dandylion - Live: Köln, 22.02.2013, Studio 672 - News
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Marianne Sveen (Katzenjammer) auf Solopfaden.

Hinter dem klangvollen Künstlernamen Dandylion versteckt sich niemand anderes als Marianne Sveen's Soloprojekt. Nun mag es bei einigen schon klingeln. Richtig - Marianne Sveen ist die rotzige Rockröhre mit dem Afro der Band Katzenjammer, die spätestens seit ihrem zweiten Album „A Kiss Before You Go“ und starken Singleauskopplungen wie „I Will Dance (When I Walk Away)“ auch die breite Masse der Musiklandschaft von sich überzeugen konnte. In dieser jungen Dame steckt allerdings so viel Kreativität und Energie, dass sie zu ihren Aktivitäten mit Katzenjammer jede freie Minute in ihrem Heimstudio verbrachte, um an ihrem Soloprojekt zu feilen. Drei EP's („Images Under Construction Part One“, „Images Under Construction Part Two“ und „Images Under Construction Part Three“) hat sie uns damit beschert und auch die Liveumsetzung darf natürlich nicht fehlen.

Der Tourstopp in Köln bescherte ihr damit gleichzeitig eine kleine Reise zurück zu den Wurzeln, denn statt wie angekündigt im Stadtgarten, fand der Auftritt der Sängerin im Studio 672 statt, in dem Katzenjammer bereits im September 2009 kurz nach Veröffentlichung ihres Debüts „Le Pop“ spielten. Knapp 100 Fans fanden sich in dem kleinen Club im Keller des Stadtgartens ein, um den Abend mit Marianne und ihrer Musik zu genießen.

Die kleine Bühne gehörte allerdings zunächst ihrem Bassisten Robert Post, der wiederum mit seinen Solowerken verzaubern durfte. Schlicht mit Akustikgitarre durfte der Folk Rock-Sänger das Publikum gut 30 Minuten von seinen Fähigkeiten überzeugen. Bereits 2005 erschien sein Debütalbum „Robert Post“, sein neustes Werk „Rhetoric“ veröffentlichte er 2011. Durch seinen Charme und seine gesprächige Art gewann er schnell die Zuschauer für sich. Sein Set gestaltete sich abwechslungsreich und schaffte es, das Publikum sogar ein erstes Mal aus der Reserve zu locken und einen ersten Fanchor anzuregen.

Der anschließende Auftritt von Dandylion selbst, spielte die Stärken der Künstlerin ganz aus. Gemeinsam mit ihrer Band und unglaublicher Bühnenpräsenz entfalteten sich die Klangkunstwerke der Sängerin im Verlauf der einstündigen Show in ganzer Schönheit und Fragilität. Marianne selbst verkündete, dass man sie zwar als die brüllende Löwin mit dem Afro kennen würde, in ihren Solostücken allerdings eine ganz andere Seite kennenlernen dürfte. Wahre Worte, denn musikalisch unterscheidet sich die Musik von Dandylion natürlich deutlich von der von Katzenjammer. Manche Dinge ändern sich allerdings glücklicherweise nicht: Auch Mariannes Musik lässt sich in keine Schublade pressen und bewies an diesem Abend, dass sie sich nicht nur darauf versteht, einen Popsong ohne Kompromisse („Don't Take Me Dancing“) mit starkem, klassischen Rock 'n' Roll („Fall Out“) zu kombinieren. Sie vermischte geschickt elektronische Klänge mit zarten Klavierstücken, sanfte Balladen mit fetzigen Tanznummern. Und bei all dem war ganz sie selbst - charmant, gesprächig und eine absolute Präsenz im Rampenlicht.

Ein jeder Song wurde von einer Anekdote eingeleitet, die die Intention des jeweiligen Liedes erklärte und den Abend damit sehr persönlich gestaltete. Sie würde diese kleinen Clubshows beinahe noch mehr lieben als die großen Shows, die sie inzwischen mit Katzenjammer spielen, eröffnete sie, gestand aber im gleichen Atemzug ein, dass eine Mischung aus beidem auf einer Tour einfach perfekt wäre. Mit deutlicher Einbindung des Publikums, zum Beispiel durch den Chor von „You Must Be Shittin'“, schuf Marianne zusätzlich ein unvergessliches Erlebnis für ihre Fans. Insgesamt zeigte sich dieses stark von seiner besten Seite und bewies, dass sich die Sängerin mit ihrem Soloprojekt bereits einige Fans erspielt hat.

Nicht vergessen darf man dabei natürlich auch ihre Band, die Marianne sowohl instrumental wie auch gesanglich unterstützte und absolut harmonisch ergänzte. Im letzten Song „Fall Out“ gehörte einem jeden von ihnen für ein Solo die Bühne, das nicht nur das positive Bild, sondern vor allem das Talent eines jeden nochmals untermauerte.

So verging der Auftritt förmlich wie im Flug und hinterließ das rundum positive Gefühl, einen Abend mit großartiger Musik und vor allem einer großartigen Künstlerin verbracht zu haben. Mariannes Talent und ihre Kreativität scheinen zum Glück der Fans und der Musikwelt keine Grenzen zu kennen.

Setlist:

  • Never Look Down
  • Close To You
  • Don't Weigh Your Head
  • The Passenger
  • Suppose To Have Wept
  • Bring Back Magic (Solo Marianne)
  • The Monster (Solo Marianne)
  • Don't Let It Bring You Down (Solo Marianne)
  • Significant Other
  • Don't Take Me Dancing
  • Help Me Forbid
  • You Must Be Shittin'
  • Fall Out

für CDstarts.de

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