Gin Wigmore Live: Köln, 02.03.2013, Luxor

  • 09.03.2013
Artikel teilen:
Gin Wigmore - Live: Köln, 02.03.2013, Luxor - News
Klicken für Großansicht

Ein Geheimtipp, den man im Auge behalten sollte.

Ihr Name mag vielen noch unbekannt sein, doch spätestens seit der Veröffentlichung der weltweiten Heineken-Kampagne im Rahmen der Veröffentlichung des neuen Bond-Streifens ist zumindest ihr Song „Man Like That“ absolut präsent. Die Rede ist von der neuseeländischen Sängerin Gin Wigmore, die im Rahmen der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Gravel & Wine“ auch deutschen Bühnen einen Besuch abstattete.

An diesem Tag schienen Gin Wigmore und ihre Band allerdings zunächst ein wenig vom Pech verfolgt zu sein. Auf dem Weg von Hamburg nach Köln wurden die Künstler von der Polizei angehalten, weil ihr Bus zu schwer beladen war. Viel schlimmer noch - während der Kontrolle mussten die Beamten und auch die Künstlerin selbst feststellen, dass die Zulassung des Fahrzeugs nicht in Ordnung war. Der Bus musste bleiben und die Musiker sich nach neuen Transportmöglichkeiten umsehen. Mit diversen Mietwagen schafften sie es schließlich doch noch nach Köln - 15 Minuten vor dem eigentlichen Einlass! Entsprechend verzögerte sich der Beginn des Abends um über eine Stunde, schließlich musste man erst einmal ankommen, aufbauen und vor allem einen kurzen Soundcheck hinlegen. Letzteren konnten sich die Fans dann zumindest in seiner Endphase durch die mit Bullaugen versehenen Zwischentüren des Luxors ansehen - ein erstes Zuckerl für das lange Warten.

Dafür ging es dann auch direkt ohne Unterbrechungen, Vorbands und Umschweife mit dem Auftritt der Neuseeländerin los. Mit gut 300 Gästen hatte sich das Luxor durchaus gemütlich gefüllt und die Kälte, die sich während der Wartezeit eingeschlichen hatte, war besiegt. Mit viel Energie und Begeisterung erschienen die Künstler schließlich auf der Bühne des Clubs und drehten direkt so richtig auf. Live wurde die Folk-Note von Gins Musik, die man in den Studioversionen doch manchmal ein wenig suchen muss, viel deutlicher und erklärte somit schnell, warum die Sängerin gern dem Genre Folk-Pop zugeordnet wird. Eine gute Portion Rock 'n' Roll würzt den Sound dabei elegant und sorgt für den nötigen Pepp, der das Publikum schnell ergriff.

Es ist vor allem Gins Stimme, die ihre Musik aus der breiten Masse hervorhebt. Vergleichsmöglichkeiten gibt es nur wenige, Duffy kommt dem dabei wahrscheinlich noch am nächsten. Ihre einzigartige Stimmfarbe transportierte mühelos die Emotionen ihrer Songs, schuf Gänsehaut und sorgte nur einen Moment später für gute Laune. Ihre Band ergänzte sie dabei perfekt. Die Musiker verstanden sich darauf, den Spaß, den Gin selbst ausstrahlt und der in ihrer Musik greifbar ist, zum Leben zu erwecken und selbst zu leben. Dank ihres Talents gebührten ihnen immer wieder Momente im Rampenlicht, die sie mit beeindruckenden Soloeinlagen zu nutzen wussten. Auch das Zusammenspiel der Musiker untereinander und natürlich auch mit Gin zu beobachten, war eine wahre Freude. Der Spaß, den diese Künstler an ihrem Job haben, war förmlich greifbar und sorgte so auch dafür, dass diese positive Energie auf der Bühne sich mühelos auf das Publikum und dessen Begeisterungslevel übertrug.

So war es kein Wunder, dass auch die Zuschauer in dieses Zusammenspiel eingebunden wurden und sich ohne Murren nach besten Möglichkeiten beteiligten. Es wurde geklatscht, gesungen, getanzt und gelacht und damit ein unvergessliches Konzerterlebnis für Fans und Künstler geschaffen. Entsprechend verflogen 60 Minuten Konzerterlebnis scheinbar und auch die geplanten Zugaben konnten das Publikum nicht zufrieden stellen. Zur positiven Überraschung aller erschien die Band so für eine ungeplante weitere Zugabe noch einmal auf der Bühne und krönte somit den Abend mit einem letzten besonderen Erlebnis.

Gin Wigmore ist durch ihr Talent, ihre einzigartige Musik und ihrer unverkennbare Stimme ein Geheimtipp, den man im Auge behalten sollte. Ihre Musik und die Freude, die sie damit vermittelte, sind mitreißend und ergreifend zugleich und sorgten so für einen unvergesslichen Abend.

Setlist:

  • Black Sheep
  • Poison
  • Devil In Me
  • If Only
  • Kill Of The Night
  • Dirty Love
  • Don't Stop
  • Under My Skin
  • Man Like That
  • One Last Look
  • These Roses
  • Sweet Hell
  • Oh My
  • Hey Ho
  • für CDstarts.de

    comments powered by Disqus
    Weitere Artikel