Emeli Sandé Live: Köln, 22.03.2013, E-Werk

  • 05.04.2013
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Emeli Sandé - Live: Köln, 22.03.2013, E-Werk - News
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Freud und Leid vor ausverkauftem Haus.

Emeli Sandé gehört zu den Juwelen der Britischen Musikwelt. Zunächst durfte sich diese nur an den Songs aus ihrer Feder erfreuen, inzwischen ist auch ihre Stimme und damit sie selbst nicht mehr wegzudenken. Ausgezeichnet mit mehreren Brit Awards, konnte sie auch bei der diesjährigen ECHO-Verleihung überzeugen. Das Album „Our Version Of Events“ ist inzwischen vergoldet, die Single „Read All About It“ sogar mit Platin ausgezeichnet. Entsprechend zeigt sich der Erfolg der schottischen Sängerin auch auf ihrer komplett ausverkauften Deutschlandtour, die in einigen Städten sogar in größere Venues verlegt werden musste. In Köln wartete ein ausverkauftes E-Werk und damit 2000 Fans darauf, einen Abend mit Emeli verbringen zu dürfen.

Doch bevor es Zeit für den Shootingstar war, durfte die nicht minder begabte Charlene Soraia den Abend eröffnen. Die 24-Jährige aus London ist in ihrer Heimat dank ihres Covers des The Calling-Hits „Wherever You Will Go“ bereits mehr als ein kleines Licht am Musikhimmel. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Studioalbum „Love Is The Law“, dessen Songs sie auch an diesem Abend mitgebracht hatte. Zarter Songwriter-Pop, der sofort im Ohr hängen blieb, verzauberte so für ca. 30 Minuten das Publikum. Rege Begeisterungsstürme konnte man nicht beobachten, doch das hätte auch gar nicht zur emotionalen Musik Charlenes gepasst. Stattdessen genoss man die Darbietung und zollte ihr den gebührenden Respekt, den sie verdiente. An diesem Auftritt stimmte einfach alles: Bühnenpräsenz, Emotion, Abwechslungsreichtum und vor allem eine Stimme, die man so schnell nicht vergisst. Charlene Soraia sollte man im Auge behalten!

Hatte man das Publikum bei Charlene noch als passend zurückhaltend empfunden, fragte man sich bei Emelis Auftritt zunächst leider, ob das Publikum nicht doch ein wenig zu schüchtern war. Während die Sängerin mit Energie, Emotion und Begeisterung über die Bühne fegte und einen packenden Song nach dem nächsten zum Besten gab, hielten sich die Zuschauer doch eher zurück. Erst „Read All About It (Pt. III)“ schaffte es, das Kölner Publikum aus der Reserve zu locken und die Stimmung zu entfesseln, die diesem Konzert würdig war. Endlich wurde getanzt, gesungen und gefeiert statt verhalten den Großteil der Show mit dem Handy festzuhalten.

Emeli Sandé präsentierte sich in erster Linie als herausragende Musikerin. Mit unglaublicher Bühnenpräsenz und großartiger Stimmgewalt schlug sie wie ein Wirbelwind in der Domstadt ein. Die Augen von ihr zu nehmen war kaum möglich, so sehr fesselte sie mit Ausstrahlung und Begeisterung an ihre Show. Die Emotionen ihrer Songs wurden durch sie greifbar, so dass das Publikum durch ihre Performance Teil von Freud und Leid wurde. In kleinen Ansagen wandte sie sich außerdem immer wieder an die Zuschauer, erzählte von den Intentionen ihrer Songs, gab so ein wenig mehr von sich selbst preis und zeigte vor allem auch ihre Dankbarkeit gegenüber ihren Fans. So nahm man Emeli zusätzlich als unglaublich herzlichen, natürlichen Menschen wahr, was nicht nur den Abend, sondern vor allem auch das allgemeine Bild von der Sängerin unglaublich bereicherte.

Ein erstes größeres Highlight bescherte sie mit einem kleinen Break, bei dem ihre Band die Bühne verließ und sie allein am Klavier zurück ließ. So konnten „Clown“ und „River“ schlicht bestechen und damit die verletzliche, emotionale Seite Emelis noch einmal betonen. Nicht vergessen werden darf auch ihre Band, der sie immer wieder kleine Momente im Rampenlicht überließ. Vor allem ihr Backgroundsänger sorgte dadurch für Begeisterung, als er den Duettpart von „Beneath Your Beautiful“ übernahm.

Abgerundet wurde der Abend schließlich noch durch perfekten Sound und großartigen Einsatz kleiner, aber absolut passender Lichteffekte, die ohne zu übertreiben schafften, die Sängerin ins rechte Licht zu stellen und die Emotionen ihrer Songs zu unterstreichen.

So bleibt als Resümee nur zu sagen, dass ein Konzert von Emeli Sandé ein ganz besonderes Erlebnis ist. Ihre Stimme ist die einer großen Diva, ihre Ausstrahlung dagegen die des herzlichen Mädchens von nebenan. Sie hat kein großes Tamtam nötig, braucht weder übertriebene Lichtshow noch Backgroundtänzer. Sie war ganz sie selbst, präsentierte sich auch genauso und verzauberte mit ihrer Musik und ihrer Stimme auf ganzer Linie.

Setlist Charlene Soraia:

  • Ghost
  • The Space Between Us
  • Without your Love
  • Love is the Law
  • Broken
  • Wherever You Will Go
  • The Caging

Setlist Emeli Sandé:

  • Heaven
  • Where I Sleep
  • Breaking The Law
  • Suitcase
  • Half Of Me
  • Pluto
  • My Kind Of Love
  • Clown
  • River
  • This Much Is True
  • Read All About It (Pt. III)
  • Beneath Your Beautiful
  • Daddy
  • Kill The Boy
  • Wonder
  • Mountains
  • Next To Me

für CDstarts.de

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