P!nk Live: Düsseldorf, 06.05.2013, ISS Dome

  • 07.05.2013
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P!nk - Live: Düsseldorf, 06.05.2013, ISS Dome - News
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Die einzige Frage, die bleibt: Was kann P!nk eigentlich nicht?

Sie ist wieder da und sorgt in typischer Manier für Furore: P!nk. Ihr neues Album „The Truth About Love“ (09/2012) ist inzwischen in Deutschland mit Platin veredelt und lässt die 4-jährige Babypause komplett vergessen werden. Natürlich darf zur neuen Platte auch eine Welttournee nicht fehlen, die die Sängerin auch nach Deutschland bringt. Sogar drei Termine hat sie dabei allein für Nordrhein-Westfalen auf dem Programm stehen: Düsseldorf, Dortmund und Oberhausen dürfen sich über einen Besuch der herausragenden Entertainerin freuen. Der ISS Dome in Düsseldorf lockte ca. 11000 Fans zur ersten der drei Shows.

Begleitet wird die Sängerin während ihrer Deutschlandtour von der jungen Formation Churchill. Die Folk Rock-Band aus Colorado bezauberte während ihres 30-minütigen Sets mühelos das Publikum der großen Halle. Sanfte Klänge standen an der Tagesordnung, die ein wenig an eine Mischung aus Lady Antebellum, The Band Perry und Of Monsters And Men erinnerten und doch gleichzeitig ihren völlig eigenen Charakter entfalteten. Tim Bruns (Gesang, Gitarre), Bethany Kelly (Gesang, Keyboard, Gitarre), Mike Morter (Mandoline), Joe Richmond (Schlagzeug) und Tyler Rima (Bass) nutzten die Möglichkeiten von Bühne und Laufsteg perfekt aus und schafften es, mit ihrem Charme und ihrer Herzlichkeit das Publikum für sich zu gewinnen. So ließ es sich auch mühelos zu ersten Mitsingspielchen anspornen, was die Energie der Band nur noch zu steigern schien. Die Kombination aus Zusammenspiel, Harmonien, Spaß auf der Bühne und mit dem Publikum und die greifbare Liebe zur Musik machten den Auftritt von Churchill zu einer wahren Freude!

Schon in der Umbaupause konnte dem Publikum nicht so ganz langweilig werden. Es mochte im ersten Moment vielleicht ein wenig für Verwirrung gesorgt haben, als der schrill aussehende Mann - der sich später als Host des Abends herausstellte - mitten im Publikum begann, Tanzeinlagen auf´s Parkett zu bringen und auf teilweise doch eher anstößige Weise quer durch die Ränge bis hin zur Bühne kletterte, dabei Zuschauer ausziehen wollte und den einen oder anderen Lapdance-Ansatz absolvierte. Erst seine Begrüßungsworte klärten das Spektakel letztlich auf - man wolle schließlich die Wahrheit über die Liebe in dieser Show erklären. Nun gut.

Wer schon einmal eine Show der Sängerin besucht hat, weiß, dass sie es liebt, direkt mit großem Knall in das Set zu starten. Auch auf dieser Tour sollte das nicht anders sein. Nachdem Host Rubix noch dramatisch das Intro zu „Raise Your Glass“ mitgestaltet hatte, fiel der Vorhang mit großem Knall und Feuerwerk, und P!nk eröffnete die Show mit einer ersten herausragenden Akrobatikdarbietung. An einem verschnörkelten Herz-Gestell schwang sie sich gemeinsam mit ihren drei Tänzern in luftige Höhen und sorgte, an elastischen Bändern hängend, mit Figuren und Sprüngen für erstes Staunen im Publikum. Ein entsprechend schnelles Tempo war nun vorgegeben, was zunächst das Set auch weiter bestimmen sollte.

Allein der Bühnenaufbau ließ der Sängerin unglaublich viele Möglichkeiten der Bewegung und Inszenierung. Seitenflügel und ein geschwungener Laufsteg ins Publikum erweiterten die Fläche, Treppen zu einer zusätzlichen Plattform mit integriertem Aufzug förderten die Dreidimensionalität. Vier Leinwände allein in der Bühnenmitte (ein großes Herz und drei bewegliche Screens) sorgten immer wieder für gewisse Effektuntermalungen. Falltüren in Bühne und ein Laufsteg verpassten dem gesamten Setting der Möglichkeiten schließlich den letzten Schliff.

Die Show selbst gestaltete sich unglaublich abwechslungsreich. Mal erstaunte die Sängerin mit halsbrecherischen Akrobatikeinlagen, drehte sich gemeinsam mit ihren Tänzern in einem großen Ei in der Bühnenmitte oder flog quer durch die gesamte Halle. Mal überraschte sie mit großartigen Tanzeinlagen, die in Kombination mit ihren Tänzern für nicht minder großartige Bilder sorgten und einen wilden Mix aus Stilrichtungen von klassischem über modernes Ballett bis hin zu Modern Dance und HipHop darstellten. Doch auch völlig auf die Musik konzentriere Parts durften nicht fehlen. Sei es nur mit Standmikrofon und ein wenig Choreografie oder in ruhig arrangiertem Akustikset - P!nk hat das große Tamtam eigentlich gar nicht nötig, um ihre Musik mit der Welt zu teilen. Ihre Stimme und ihre Ausstrahlung allein reichten völlig aus. Aber sind wir ehrlich - ohne wäre es einfach nicht das Gleiche.

Auch ihre Interaktion mit den Fans ist - gerade für einen solchen Weltstar - unvergleichlich. Ihre Worte an das Publikum waren herzlich und ehrlich, wenn ihr jemand im Publikum besonders auffiel, nahm sie sich die Zeit, diesen direkt zu begrüßen und anzusprechen. Immer wieder suchte sie auch den unmittelbaren Kontakt mit den ersten Reihen, krabbelte über die Bühne und streckte sich so weit es ging, um möglichst viele Fans abklatschen zu können. Auch Fangeschenke nahm sie immer wieder aus dem Publikum an und freute sich sichtlich darüber, wie ihre Reaktion auf ein paar pinke Kindersneakers für ihre Tochter bewiesen. Sie ließ es sich auch nicht nehmen, in ihren Ansagen ein wenig persönlich zu werden, auch wenn sie damit vielleicht das eine oder andere Mal sogar ein wenig zu viel von sich selbst preisgab und sich fröhlich um Kopf und Kragen quasselte.

Natürlich darf auch ihre Live-Band nicht vergessen werden. Immer wieder suchte P!nk den Kontakt zu ihren Musikern und Backgroundsängerinnen, und verdeutlichte damit den Spaß, den sie und ihre Crew an den Shows haben. Jedem von ihnen gehörte mehr als ein Moment im Rampenlicht, den sie mit Soloeinlagen geschickt zu nutzen wussten. Ihr technisches Geschick wurde vom Publikum mit gebührender Begeisterung belohnt. Zu den Highlights muss man dabei neben der Akustikversionen von „Who Knew“ und „Fuckin' Perfect“ mit Akustikgitarre das Schlagzeugsolo - bzw. Duett gemeinsam mit P!nk - vor „Who We Are We Are“ zählen, die für absolute Showstopper sorgten.

Es bleibt nichts anderes als festzustellen, dass es sich bei einem Konzert von P!nk um ein Event der Superlative handelt. Dem Zuschauer wird mehr geboten als nur die „einfache“ Musikdarbietung, nämlich eine Verschmelzung aus Musik, Akrobatik, Tanz und Effekten, natürlich immer im passenden Licht. Das Nonplusultra daran ist neben der herzlichen und bodenständigen Art der Sängerin vor allem auch die Tatsache, dass sie es sich nicht nehmen lässt, bei egal welchem Stunt mit unglaublicher Stimme live zu singen. Das sollen ihr erst einmal einige ihrer Kolleginnen nachmachen! Knapp zwei Stunden verzauberte sie mit 20 Songs in 7 Outfits, mit Akrobatik und Tanz, mal ruhig, mal energiegeladen, gemeinsam mit ihren Tänzern, ihrer Band und dem teuflischen Host Rubix die Zuschauer. Einfach großartig!

Mit den Shows der „The Truth About Love“ Tour ist P!nk einmal mehr ein atemberaubendes, großartiges Spektakel gelungen, das die Künstlerin in all ihren Facetten glänzen lässt. Ein Erlebnis, das man schlichtweg nur empfehlen kann. Das Publikum in Düsseldorf zeigte sich einstimmig begeistert, erstaunt und absolut hin und weg!

Setlist Churchill:

  • Not Another Night
  • Gone Too Long
  • Lock Your Heart Down
  • Cold Enough
  • Change
  • Go Your Own Way
  • The War Within

Setlist P!nk:

  • Raise Your Glass
  • Walk of Shame
  • Just Like a Pill
  • U + Ur Hand
  • Leave Me Alone (I'm Lonely)
  • Try
  • Wicked Game (Chris Isaak Cover)
  • Just Give Me a Reason
  • Trouble
  • Are We All We Are
  • How Come You're Not Here
  • Sober
  • Chaos and Piss (Instrumental)
  • The Great Escape (Acoustic)
  • Whow Knew (Acoustic)
  • Fuckin' Perfect (Acoustic)
  • Most Girls/ There You Go/ You Make Me Sick
  • Slut Like You
  • Blow Me (One Last Kiss)
  • So What

Bilder: Dirk Becker Entertainment


für CDstarts.de

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