Ellie Goulding Live: Köln, 12.05.2013 Essigfabrik

  • 16.05.2013
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Ellie Goulding - Live: Köln, 12.05.2013 Essigfabrik - News
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Falscher Film? Nein, Ellie Goulding ambitioniert zum Teenie-Magneten.

Schon vor Einlass der Show werden zwei Dinge klar: Erstens - das Publikum ist frühzeitig zahlreicher, als man es lang in der Kölner Essigfabrik gesehen hat. Eine so ambitionierte Schlange sieht man doch nicht ganz so häufig. Zweitens – die Zuschauer sind im Durchschnitt sehr jung, überwiegend weiblich und in Sachen Mode eher in Richtung britischer Trends ambitioniert. Jetzt Unwissende raten zu lassen, auf wessen Konzert sich die wartende Masse freut, wäre sicherlich spannend und würde wahrscheinlich nicht unbedingt zum richtigen Ergebnis führen. Man wartet nämlich auf Shootingstar Ellie Goulding. Mit ihrem neuen Album „Halcyon“ hat die 26-jährige Britin nämlich alles richtig gemacht, die Kinderschuhe des Debüts abgelegt und damit einen gewaltigen Schritt nach vorn geschafft.

Die Bühne gehörte allerdings zunächst Matthew Koma und seiner Band. Der Sänger, der sich vor allem in seiner Heimat Amerika schon einige Erfolge erspielte (sein Song „Spectrum“, den er im Duett mit Zedd einspielte, hielt sich zwei Wochen lang auf Platz 1 der Billboard Dance Charts), schaffte es leider nicht wirklich, das Publikum für sich zu gewinnen. Musikalisch wäre es prinzipiell dabei gar nicht so abwegig gewesen, denn Koma präsentierte sich mit stark samplelastigem Synthi-Pop. Leider fehlte es ihm an Stimmgewalt, Energie und Präsenz, um die Zuschauer für sich einnehmen zu können. Es zeigten sich zwar insgesamt einige Ansätze, der Funke sprang allerdings traurigerweise nicht über, so dass sein 30-minütiges Set etwas langatmig wurde.

Das sollte sich glücklicherweise alles mit der Show von Ellie Goulding ändern. Unter wildem Gekreische aus den ersten Reihen wurde die Sängerin aus Hereford von ihrem Publikum begrüßt und ließ es sich nicht nehmen, direkt so richtig durchzustarten. Vor allem die Energie Ellies zog sofort in ihren Bann. Wie ein Wirbelwind fegte sie über die Bühne, sprang, sang und schüttelte dabei die blonde Mähne. Immer wieder durfte man sie außerdem an den Trommeln erleben, was durch die so verstärkten Percussion die Energie ihrer Songs noch einmal auf die Spitze trieb.

Ihre zarte Stimme, die sich durch eine leicht heisere Note auszeichnet und das Gefühl einer leichten Feder vermittelt, verleiht der Sängerin unter ihren Kolleginnen einen gewissen Wiedererkennungswert, der dem fröhlichen Pop, der gern mit Synthesizerklängen untermalt wird, eine ganz eigene Note verleiht. Genau darüber durften sich die Fans auch live freuen, wenn auch die Lautstärkeregelung des Mikrofons der Sängerin nicht immer optimal war und sie so vor allem in lauten Songs, aber auch während einiger ihrer Ansagen ein wenig unter ging.

Dass sie auch ruhig und völlig ohne elektronische Unterlegung kann, bewies sie mit den Balladen „Explosions“, „Guns And Horses“ und „I Know You Care“. Nur mit Gitarre oder Klavier begleitet, verzauberten die Stücke mit ihrer Schlichtheit und viel Gefühl. Passende Fanchöre gaben den Songs den letzten Funken, der für Gänsehautfeeling sorgte. Auch optisch wurde sehr kreativ gearbeitet und damit immer wieder passend die Stimmung der Musik unterstrichen. Der Hintergrund gab durch seine Beschaffenheit das Gefühl einer Höhlenwand, die sich in alle Farben tauchen ließ. Lichtleisten unter anderem am Schlagzeugpodest sorgten für stimmige Effekte im Hintergrund.

So durfte sich das Kölner Publikum auch trotz einiger Schwächen seitens der Tontechnik an einem ausgewogenen Konzert erfreuen. Vor allem die Energie Ellie Gouldings stach dabei prägnant hervor und machte ihren Auftritt und auch ihre Songs zu etwas Einzigartigem. Die begeisterten Reaktionen der Fans sprachen für sich: Ellie Goulding sollte man im Auge behalten!

Setlist:

  • Don't Say a Word
  • Halcyon
  • Figure 8
  • Salt Skin
  • Hanging On/ Wonderman
  • Joy
  • Explosions
  • Guns And Horses
  • I Know You Care
  • Your Song (Elton John Cover)
  • My Blood
  • Only You
  • Under The Sheets
  • Anything Could Happen
  • Animal
  • Without Your Love
  • Starry Eyed
  • I Need Your Love
  • Lights

für CDstarts.de

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