Schandmaul Live: Köln, 29.03.2014, Palladium

  • 02.04.2014
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Schandmaul - Live: Köln, 29.03.2014, Palladium - News
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Narren sind bunt, nicht braun und stets gut gelaunt - Schandmaul gastieren erneut in der Domstadt.

Im Rahmen ihrer umfassenden „Unendlich“-Tournee machten Schandmaul wieder einmal Halt in der Domstadt. Vor ausverkaufter Halle verzauberten die Münchner gemeinsam mit den Kollegen von Fiddler’s Green rund 4.000 Zuschauer. Die Erlanger waren erst im Januar in Köln zu Gast und haben es lang nicht mehr nötig, sich als Support-Act zu verstecken. Doch für Freunde übernimmt die Band auch gerne mal die Rolle des Openers und begleitet die Schandmäuler während der gesamten Tournee. In gewohnter Manier rocken die Franken mit ihrem einzigartigen Irish Speedfolk von der ersten Minute an das Publikum, das sich sichtlich begeistert zeigt. So springt und tanzt es auf der Bühne wie auch im Zuschauerraum zu einer bunt zusammengestellten Setlist.

Vor allem Albi scherzt und mimt ein wenig den Klassenclown. Grimassen und Albereien gehören ebenso zum Programm von Fiddler’s Green, wie die prägnante Fiddel. Das Highlight des Auftritts stellte nicht zuletzt ein Instrumentalpart dar, bei dem Tobi zunächst mit „Auld Lang Syne“ begann und schließlich in einem Duett mit Schlagzeuger Frank an der Percussion gipfelte. 30 Minuten tobte die erste Partywelle durch die Halle, bevor die Musiker das Publikum in eine kurze Pause entließen.

Setlist Fiddler’s Green:

  • A Night In Dublin
  • A Bottle a Day
  • Mrs. McGrath
  • We Don’t Care
  • Old Dun Cow
  • Raise Your Arms
  • Instrumental Medley
  • Rocky Road To Dublin
  • The More The Merrier
  • Folk’s Not Dead

Auch die Schandmäuler sind Köln nicht lang fern geblieben. Erst im vergangenen Sommer (CDstarts.de berichtete) feierten die Münchner zwei Tage lang ihr 15-jähriges Jubiläum, dem unter anderem auch Fiddler’s Green als Gast beiwohnten.

Schandmauls neuer Longplayer „Unendlich“ bietet den passenden Anlass für eine umfassende Tour und so ist auch ein Termin in Köln Pflicht. Ungewöhnliches bietet sich allerdings beim ersten Blick auf die Bühne. An Annas Stelle steht Tobi von Fiddler’s Green. Nach einigen Songs klärt Sänger Thomas das Publikum auf: Anna hat am Veilchendienstag ein Kind bekommen und so musste Ersatz an der Geige gefunden werden.

Das ist allerdings nicht das erste Mal, dass Tobi einspringt, und so wundert sich der Zuschauer nicht lang. Entsprechend ist das Zusammenspiel in alter Gewohnheit harmonisch, verspielt und die Musiker damit stets in Bewegung. Vor allem Tobi und Birgit tanzen fröhlich und ausgelassen und interagieren immer wieder miteinander. Thomas scherzt derweil fleißig mit dem Publikum und führt ganz als Geschichtenerzähler der Band auch mit Ansagen durch den Abend. Dabei bringt er nicht nur Anekdoten, sondern erklärt auch immer wieder die folgenden Songtitel.

Die Setlist ist eine bunte Mischung aus Tracks des neuen Albums „Unendlich“ und der beliebtesten Hits wie „Teufelsweib“ oder „Dein Anblick“. Dabei finden Schandmaul eine angenehme Mischung aus Balladen und schnelleren Nummern, bei denen das Publikum ausgelassen tanzt und feiert. Auch das Bühnenbild ist schlicht, aber liebevoll und gleichzeitig effektiv gestaltet. Drei Banner zeigen Vögel, Podeste im Hintergrund bieten Platz für Schlagzeuger Stefan sowie Gitarrist Ducky und Bassist Hubsi. Damit sind die drei auch weit bis nach hinten zu sehen. Manko dagegen ist das Bühnenlicht. Der Fokus liegt eindeutig auf einem Hintergrundlicht, das die Musiker zu bunten Schatten werden lässt. Auch der Wechsel zu kaltem, überstrahltem Weiß macht die Sache nicht besser. Das Frontlicht ist dagegen sehr dünn, so dass vor allem die Zuschauer von hinten eher selten einen vollständigen Blick auf die Gesichter der Musiker werfen können. Schade, denn Schandmaul - allen voran Thomas - sind sehr ausdrucksstarke Musiker.

Bei allem Spielspaß, den die Schandmäuler nie zu verlieren scheinen, wird deutlich, dass es sich bei den Künstlern um alte Hasen handelt. Jeder Handgriff sitzt und Pannen sind selten. Allerdings sollte man niemals nie sagen. So vergisst Thomas mitten im Song den Text, bricht ab und ärgert sich über sich selbst, denn schließlich hat er den Titel geschrieben. Das Publikum nimmt es gelassen und lässt sich davon nicht die Stimmung vermiesen. Ein weiteres Highlight des Abends ist die erste Zugabe „Der Teufel“, für die nicht nur Albi wieder auf die Bühne kommt, sondern auch für den russischen Vers Verstärkung mitbringt. „Dein Anblick“ verwandelt das gesamte Palladium in ein Handy-Lichtermeer und sorgt für Gänsehautmomente, verstärkt durch einen lautstarken Fan-Chor.

Schandmaul sind nach wie vor einer der Kassenschlager der Szene, die mühelos Hallen wie das Palladium füllen. Auch an diesem Abend ist das Publikum eindeutig auf seine Kosten gekommen, so dass verständlich ist, warum es immer und immer wieder zu den Konzerten dieser Band kommt.

Setlist Schandmaul:

  • In Deinem Namen
  • Auf hoher See
  • Tippelbruder
  • Teufelsweib
  • Der Kurier
  • Leb!
  • Das Tuch
  • Anderswelt
  • Trafalgar
  • Das Seemannsgrab
  • Little Miss Midleton
  • Der Pakt
  • Bunt und nicht braun
  • Der letzte Tanz
  • Krieger
  • Traumtänzer
  • Lichtblick
  • Kaspar
  • Dein Anblick
  • Der Teufel
  • Vogelfrei
  • Walpurgisnacht
  • Euch zum Geleit
  • Willst Du

für CDstarts.de

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