The Great Crusades Live in Langenau, 27.05.2014, Café Kapilio

  • 28.05.2014
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The Great Crusades - Live in Langenau, 27.05.2014, Café Kapilio - News
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Als Freunde und Hausband wurde die Viererbande aus Chicago in Langenau (Württ.) angekündigt. Wie sehr dies der Wahrheit entspricht und wie sehr sich The Great Crusades hier wohlfühlen, wird daran deutlich, dass sich die sympathischen und gut angezogenen Herren auch durch anfängliche Soundprobleme nicht aus dem Konzept bringen lassen. Im Gegenteil. Sie setzen den Widrigkeiten ihren famosen Heartfelt- und High-Energy-Rock entgegen.

Das Set ist gespickt mit ihren „Klassikern“ sowie Stücken von ihrem beeindruckenden neuen Album „Thieves Of Chicago“, auf dem schon mal die spanische Gitarre perlt und die Kastagnetten klappern. Diese werden zwar auf der Bühne nicht eingesetzt, den „Dieben aus Chicago“ gelingen dennoch großartige Versionen, die live mit rauem Charme dargeboten werden. Zudem deklinieren sie so ziemlich alle Spielarten des Rock’n’Roll durch, da wird vom Hard- zum Surf-Rock, vom Western- zum Punkrock gewechselt oder Brecht/Weill-, Mariachi- und Shanty-Elemente fügen sich in das Rock’n’Roll-Klangbild ein.

Natürlich begeistern sie mit ihren alten Hits: „Two Fishermen“, „Feels So Good“ und „Name I Don’t Recall“ ziehen das Publikum in ihren Bann. Dabei fügt sich das taufrische „Til The Needle On The Record Goes To Bed“ nahtlos zu jenen Gassenhauern, die die Zuhörer zum Tanzen, Schwitzen und Mitsingen bringen. Wiederholt fällt auf, wie sehr Brian Leach und Brian Krumm ihrem E-Gitarrenspiel neue Töne beibringen, wie sie es bei aller Roh- und Rauheit verfeinert haben, da blitzen in manchen Passagen gar Psychedelic-Rock-Licks à la Grateful Dead auf. Dazu passt Krumms Reibeisen- und Kratzbürstenstimme wie die Faust aufs Auge oder sie setzt ungewöhnliche Kontraste. Brian Hunt wummst und grummelt dazu mit seinem Bass, schlägt die tiefen Töne je nach Geheiß mit Feingefühl oder grob verzerrt an. Christian Moder bearbeitet sein reduziertes Drumkit wie ein Berserker. Der Hohepriester der Trash-Drums hat wieder zugeschlagen, im wahrsten Sinne des Wortes!

Kein Great-Crusades-Gig ohne Coverversionen. David Bowies „Jean Genie“ formen sie zu einer hart rockenden und shuffelnden Rock-Nummer, da bleibt kein Auge trocken und die Mauern des Kapilio beginnen zu beben. Mit Gastgitarrist wird „Blitzkrieg Bop“ von den Ramones rausgehauen, eine Version, die die Bodenbretter zittern, den Schweiß fließen und die Glückshormone tanzen lässt. Käpt‘n Krumm nimmt ein Bad in der Menge. Eigentlich geben The Great Crusades keine Konzerte, sie zelebrieren den Rock’n’Roll, sie rufen auf zur rituellen Feier und zur Ekstase. Dreistigkeit, Drama und Dynamik. All dies und noch viel mehr sind The Great Crusades aus Chicago! Hey ho let’s go! Forever Rock’n’Roll!!!

Günter Ramsauer für CDstarts.de

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