19. Juicy Beats Festival

  • 28.07.2014
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19. Juicy Beats Festival - News
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26. Juli 2014: Unser täglich Obst gib uns heute – Alligatoah, Calexico und Boys Noize machen Party, Wallis Bird präsentiert sich als absoluter Geheimtipp.

Nachdem das 18. Juicy Beats (CDstarts.de berichtete.) die Früchte bei gefühlten 40 Grad im Schatten zu Marmelade eingekocht hat, versöhnte die 2014er Ausgabe der mittlerweile fest zu Tradition avancierten Sommerparty mit einem warmen, sonnigen und glücklicherweise angenehmen Wetter. Wasseranschlüsse, die sich im ganzen Park finden, bleiben bis auf Ausnahmen unangetastet und die Leute von Viva con Agua - auch diese Zusammenarbeit ist mittlerweile traditionell - hatten weitaus weniger zu tun. Dennoch sind schattige Plätzchen im Westfalenpark heiß begehrt, denn mit einem abermaligen Bombenwetter hat man wie so oft das Glück auf seiner Seite. Mal abgesehen vom grenzwertigen Wetter, toppt das Festival selbst die Superlativen: Mit 30.000 verkauften Karten wurde das Limit erreicht. Etwa 3.000 Besucher mehr als im Jahre 2013 machten den kleinen, aber feinen Unterschied. Die Tageskasse wurde gar nicht erst besetzt. Somit ist das 19. Juicy Beats das erste restlos ausverkaufte der Geschichte. Oder mit anderen Worten: Willkommen im Festival-Olymp!

Und es soll noch größer werden. 2015 erweitert man das Festival um einen Tag, sodass zum ersten Mal gleich zwei Tage lang die gewohnt wunderschöne Location besucht werden darf. Bevor es soweit ist, wird die vorerst letzte eintägige Ausgabe gewohnt hochklassig und mit gesunder Routine, guter Organisation und Altbekanntem und -bewährtem verabschiedet. Die satellitenartig verteilten Bühnen und Dancefloors erstrecken sich fast über den ganzen Park und wollen entdeckt werden. Alte Hasen haben zwar ihre Anlaufstationen, aber Neues gibt es wie immer zuhauf. Egal ob es sich nun um Attraktionen, Erlebnisse oder den neuen Bierpartner und Hauptsponsor Brinkhoff’s No.1, welcher dem bisherigen Beck's locker das Wasser/den Gerstensaft reichen konnte, handelt.

Musikalisch ist die Obstschale voll und geschmacklich harmonierend. Acts wie Egotronic, Alle Farben oder Kid Simius halten was sie versprechen, während Frittenbude als Veteranen die fest einkalkulierte gute Laune zum vierten Mal in der Geschichte des Juicy Beats transportieren können. Besonders überzeugend und empfehlenswert war es mal wieder nicht auf der Hauptbühne, sondern auf der Relentless Energy Stage. Die lange Zeit als Act gewünschten Calexiko oder die isländischen Spaßmacher FM Belfast verwandeln die Bühne des Partners Relentless zur Top-Alternative, für die es lohnenswert ist, sich von der Hauptbühne durch die Besuchermassen zu schlagen. Alleine für die aus Irland stammende Wallis Bird sollte es sich ausgezahlt haben. Zwar ist es bei ihr ein wenig leer, doch wird das Publikum bestens entlohnt. Die Dame überzeugt mit tollem Gesang und einem energischen, beinahe schon hyperaktiven Auftritt: vielleicht der Geheimtipp und musikalisch interessanteste, beste Gig des Festivals!

In Sachen HipHop ist das Juicy Beats ansonsten wieder mal eine sichere Angelegenheit. Bereits in der Vergangenheit gehörten einige der Interpreten zu den ganz großen Verkaufsargumenten. Der Sympathieträger Sierra Kidd, die witzigen Klamauk-Exzentriker Die Orsons, Weekend und natürlich der Senkrechtstarter Alligatoah überzeugen. Selbstverständlich ist es bei letzterem picke packe voll vor der Mainstage. Im weiß-rot-orangenen Frack präsentiert sich der Rapbarde seinen Mitmenschen, welche nach der kleinen Abkühlung von Milky Chance ein wahres Bombardement der guten Laune erleben dürfen. Abgerundet wird der Tag vor der Hauptbühne vom Headliner Boys Noize. Der Star-DJ und Wahl-Berliner wurde vom renommierten Rolling Stone in die Top-10 der „DJs that rule the Earth“ gewählt. Dementsprechend abgefeiert wird der Herr, welcher seine Hörer durch den Konfettiregen schickt. Auch wenn sein Auftritt verglichen mit den vorherigen ein wenig heterogen erscheint, war seine Verpflichtung eine sinnvolle Wahl.

Und sonst? Mit über 100 Bands und DJs auf über 20 Stages und Dancefloors...ach, das kennt man ja! Aber es funktioniert wie eh und je. Zum Beispiel auf dem Kittball House & Techhouse Floor wo Krizz Luco, Flo Mrzdk, Pahi, P.A.C.O., Juliet Sikora oder Tube & Berger auflegen. Der Silent Disco Clash hat sich in den letzten Jahren bewährt und voll etabliert. Das lärmschonende Tanzen unter der Regie von Tom Breu und Christian Vorbau ist in den Abend- und Nachtstunden beliebt. Wie immer sind kleine Bühnen und Floors unbedingt zu entdecken. Dafür sollte man sich Zeit nehmen - spätestens im Jahre 2015, wo diese immerhin verdoppelt wird. Kleiner Tipp: Karten sollten so früh wie möglich erstanden werden.

Text und Fotos für CDstarts.de

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